Schifffahrt Bremerhaven verliert wohl vier Transatlantik-Routen - an Hamburg

Neuer Rückschlag für die kriselnde Schifffahrt in Bremerhaven: Hapag-Lloyd will vier Transatlantik-Linien nach Hamburg verlegen.

Hamburger Hafen
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Die Containerreederei Hapag-Lloyd will vier Transatlantik-Linien von Bremerhaven nach Hamburg verlegen. Für den Standort Bremerhaven hat das schwerwiegende Folgen: Der Standort muss ab Herbst dieses Jahres mit einem Rückgang des Containerumschlags um bis zu zehn Prozent rechnen.

Hapag-Lloyd will durch den Schritt die Auslastung am Hamburger Container Terminal Altenwerder erhöhen, denn dem Konzern gehört ein Viertel des Terminals. Hamburg hat nach Angaben des Unternehmens zudem Vorteile wie die gute Bahnanbindung, die Nähe zu Skandinavien und Polen und Zubringerdienste in die Ostsee.

Die Entscheidung sei aber noch nicht endgültig. "Uns ist es ganz wichtig, zu sagen, dass sich die Pläne nicht gegen Bremerhaven richten", sagte ein Unternehmenssprecher. Es könne auch mal wieder eine Entscheidung in die andere Richtung geben. Auf jeden Fall werde die Linie nach Montreal in Bremerhaven bleiben.

Hapag-Lloyd machte im ersten Halbjahr der harte Konkurrenzkampf in der Schifffahrt und gestiegene Treibstoffpreise schwer zu schaffen. Unter dem Strich vergrößerte sich der Verlust im Jahresvergleich von knapp 43 auf fast 101 Millionen Euro, wie das Unternehmen vor knapp zwei Wochen mitgeteilt hatte. Die mittlerweile einzige große deutsche Linienreederei dirigiert 226 Schiffe.

hej/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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rainerwäscher 23.08.2018
1. In den Sand gesetzt
Die meisten Container werden ja per LKW befördert. Dazu baut man gerade für 200 Millionen den Hafentunnel von der Autobahn zum Terminal. Das ist nicht die erste Großinvestition in Bremerhaven, die bei Fertigstellung schon wieder überflüssig ist.
sucher533 23.08.2018
2. Teile und herrsche
Ein bisschen Druck hier und ein bisschen Druck da, dann kommen immer ein paar Forderungen und Zusagen zusammen - klassische Lobbyarbeit
fehleinschätzung 23.08.2018
3. Ich kapiere manches nicht
im Text steht "und gestiegene Treibstoffpreise schwer zu schaffen" - deshalb verlegt man die Route nach Hamburg, das noch weiter vom Meer entfernt ist, als Bremerhaven? Wo ist denn da die Logik? kann man das bitte mal dem kleinen Mann erklären?
quark2@mailinator.com 23.08.2018
4.
Zitat von fehleinschätzungim Text steht "und gestiegene Treibstoffpreise schwer zu schaffen" - deshalb verlegt man die Route nach Hamburg, das noch weiter vom Meer entfernt ist, als Bremerhaven? Wo ist denn da die Logik? kann man das bitte mal dem kleinen Mann erklären?
Wegen der Treibstoffpreise und der internationalen Konkurenz können sie sich keine Sentimentalitäten leisten und etwa in Bhvn bleiben, sondern müssen den ökonomisch günstigsten Weg gehen, auch wenn es fies für ihr bisheriges Zuhause ist. Als Zyniker könnte man aber auch sagen, daß das eine Ausrede ist und sie sowieso immer versuchen, den billigsten Weg zu gehen. Aber das kann man nicht wissen, ohne die Leute zu kennen. Warum nun das Entladen in HH in Summe ökonomischer ist, kann ich nicht sagen, aber ich bin sicher, die können da schon rechnen. Ich frage mich immer, warum wir in DE überhaupt mehrere Hochseehäfen brauchen, aber naja.
hbb258 23.08.2018
5.
Zitat von fehleinschätzungim Text steht "und gestiegene Treibstoffpreise schwer zu schaffen" - deshalb verlegt man die Route nach Hamburg, das noch weiter vom Meer entfernt ist, als Bremerhaven? Wo ist denn da die Logik? kann man das bitte mal dem kleinen Mann erklären?
Hapag-Lloyd verlegt die Routen nicht wegen den gestiegenen Treibstoffpreisen. Das war im Artikel nur eine allgemeine Info, dass es Hapag-LLoyd nicht so gut geht und sie dehalb unter Druck sind. Die hoffen offensichtlich, dass sich durch die Verlegung nach Hamburg andere finanzielle Vorteile ergeben.. selbst wenn es dann am Ende mehr Treibstoff braucht.
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