Der Zorn des US-Präsidenten Harley-Davidson verliert Einnahmen in den USA

Zwischen den Fronten im Handelsstreit: Harley-Davidson hat mit der teilweisen Verlagerung ins Ausland Trumps Ärger auf sich gezogen. Die Verkäufe in den USA brachen ein.

Harley-Davidson Motorrad
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Harley-Davidson Motorrad


Motorradhersteller Harley-Davidson hat im vergangenen Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich weniger verdient. Der Nettogewinn sei um mehr als sechs Prozent auf 242,3 Millionen Dollar gefallen, hieß es in einer Pressemitteilung des Motorradbauers. Der Umsatz sank um gut drei Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar. Analysten hatten noch deutlich stärkere Rückgänge befürchtet.

Die 115 Jahre alte US-Traditionsfirma hatte im Juni angekündigt, wegen der Vergeltungszölle der Europäischen Union einen Teil ihrer Produktion nach Europa zu verlagern. Damit hatte Harley den Zorn Donald Trumps auf sich gezogen. Der US-Präsident drohte dem Unternehmen mit dem "Anfang vom Ende" und kündigte an: "Wir werden das nicht vergessen!"

Bei Harley-Davidson ist der US-Präsident besonders empfindlich, denn vor dem Zerwürfnis hatte er die Firma noch als Inbegriff von "Made in America" umgarnt. Nach seinem Amtsantritt lud er die Harley-Chefs ins Weiße Haus ein und jubelte: "Wir sind stolz auf euch!"

Die Charme-Offensive kam nicht von ungefähr: Harley steht mit seinem "Easy Rider"-Image zwar noch immer als Symbol für Freiheitsliebe und Individualismus. Als Stammkunden gelten aber keine linken Althippies, sondern eher konservative weiße Männer - vereint etwa in der Initiative "Bikers for Trump", die schon Wahlkampf für 2020 macht.

Die Quartalszahlen zeigten auch, wie wichtig das internationale Geschäft für den Hersteller ist. Während die Motorrad-Verkäufe im US-Heimatmarkt um 6,4 Prozent schrumpften, gab es im Ausland immerhin ein kleines Plus von 0,7 Prozent.

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Harley-Davidson kämpft schon länger mit sinkender Nachfrage. Als Problem gilt unter anderem die alternde US-Stammkundschaft. Trumps Attacken, die dessen Anhänger künftig noch weiter von Harley-Käufen abhalten könnten, und die neuen EU-Zölle dürften das Geschäft in Zukunft eher noch schwieriger machen.

ans/dpa/Reuters

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