Berlin - Die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg wird voraussichtlich auf Herbst 2013 verschoben. Das bestätigte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Der neue Technikchef Horst Amann werde dies in einer Aufsichtsratssitzung am kommenden Freitag vorschlagen, sagte Platzeck am Dienstag dem Berliner "Tagesspiegel" und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Das Gremium werde dann über einen neuen Termin im Oktober 2013 beraten. Die "Bild"-Zeitung nennt den 27.Oktober als neuen Termin für den Start.
Der Eröffnungstermin war bereits zweimal verschoben worden. Der Flughafen sollte eigentlich im Juni in Betrieb genommen werden. Wegen Problemen beim Brandschutz war die Eröffnung jedoch schon einmal auf März 2013 verschoben worden. Seither sollen die Bauarbeiten nahezu stillstehen.
Wegen der Verzögerungen hatte der Flughafen zuletzt mit Mehrkosten von gut 1,1 Milliarden Euro gerechnet. Auf der kommenden Aufsichtsratssitzung soll auch über ein neues Finanzierungskonzept beraten werden. Gesellschafter des Flughafens sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund. Im August hatte der Aufsichtsrat beschlossen, die drohende Zahlungsunfähigkeit des Flughafens mit einer Finanzspritze abzuwenden.
Der neue Chefplaner Amann wolle erst alle Planungen für das Milliardenprojekt aktualisieren, um weiteres Chaos auf der Baustelle zu vermeiden, berichtete die "Berliner Morgenpost" unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Demnach plädiert Amann für einen mindestens halbjährigen Probebetrieb des Flughafens mit Testpassagieren, bei dem alle Funktionen ausgiebig getestet werden müssten. Erst dann könne der reguläre Betrieb aufgenommen werden.
Dies befürwortet auch die Lufthansa. "Wir benötigen einen verlässlichen Eröffnungstermin", sagte ein Unternehmenssprecher. Dazu gehöre, dass die Bauarbeiten endgültig beendet, eine ausreichend lange Probephase absolviert sowie eine Pufferzeit vorgesehen sei.
Die Berliner Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop sagte, die erneute Verschiebung sei eine "schlechte Nachricht für den Steuerzahler, jeder Monat Verschiebung kostet Millionen". Der Aufsichtsrat müsse ein ehrliches Finanzkonzept vorlegen. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Oliver Luksic, sprach von einer "Blamage erster Klasse".
lei/mmq/dpa
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