Hauptversammlung Lufthansa-Chef verspricht Dividende für 2010

Leichtes Spiel Wolfgang Mayrhuber: Für die finanziellen Tiefschläge in den vergangenen Monaten konnte der Lufthansa-Chef andere verantwortlich machen. Auf der Hauptversammlung in Berlin gab er sich trotzdem zuversichtlich für den Geschäftsverlauf im laufenden Jahr.

Lufthansa-Chef Mayrhuber: Politisch Verantwortliche im Wochenende
ddp

Lufthansa-Chef Mayrhuber: Politisch Verantwortliche im Wochenende


Berlin - Für Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber war der Tag denkbar einfach. Auf der Hauptversammlung der Fluglinie drohte Widerspruch nun in Nuancen. Denn es gab einen gemeinsamen Gegner - das verbindet.

Der Gegner war Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), der nach dem Vulkanausbruch in Island angesichts der über Europa schwebenden Aschewolke ein umfangreiches Flugverbot verhängt hatte. Die Lufthansa Chart zeigen hätten die Flugverbote fast 200 Millionen Euro gekostet, echauffierte sich Mayrhuber. Mayrhuber forderte einen Lernprozess, um die Defizite im Krisenmanagement aufzuarbeiten. Heute sei klar, "dass die Gefahrensituation überschätzt und ihre Folgen unterschätzt worden sind".

Und Aufsichtsratschef Jürgen Weber sekundierte: "Während sich in Deutschland und anderswo ein wolkenloser Himmel über das Land spannte, begaben sich die politisch Verantwortlichen ins Wochenende." Aschekonzentration und Gefährdungsgrad seien nicht umgehend durch Messungen überprüft, Erfahrungen der Fluggesellschaften und Flugzeughersteller nicht genutzt worden, sagte Weber. Die Verantwortlichen hätten "Milliardenschäden hingenommen". Europa dürfe sich "nicht noch einmal ein solches Armutszeugnis geben".

Den Vorwurf von Ramsauer, die Fluggesellschaft rechne Umsatzausfälle gegen die Sicherheit der Menschen auf, wertete Weber als "rufschädigend für Lufthansa und alle Lufthanseatinnen und Lufthanseaten".

Dividende angekündigt

Alleine im deutschen Luftraum waren infolge der Flugverbote Mitte April rund 40.000 Flüge ausgefallen; Millionen Reisende saßen fest. Der Lufthansa fehlen nun "fast eine Woche Produktionserlöse" bei erhöhten Kosten. Im Februar waren wegen eines Streiks der Piloten bereits 2000 Flüge gestrichen worden. Die Lufthansa hatte die Belastung damals auf 48 Millionen Euro beziffert.

Im eigentlichen Geschäft erkennt die Lufthansa inzwischen wieder ermutigende Anzeichen. Bei den Interkontinentalflügen gebe es eine Marktbelebung, und auch bei der Luftfracht gehe es aufwärts, sagte Mayrhuber. "Im ersten Quartal entwickelte sich der Absatz wieder besser." Der operative Gewinn soll 2010 weiterhin höher ausfallen als im Vorjahr. "Genauere Prognosen wären allerdings zu diesem Zeitpunkt unseriös."

Nach dem Verlustjahr 2009 will die Lufthansa für 2010 wieder eine Dividende zahlen: "Mit dem, was wir an Maßnahmen eingeleitet haben, müsste das 2010 wieder möglich sein", sagte Mayrhuber. Für 2009 sollen die Anteilseigner auf eine Dividende verzichten, nachdem die Lufthansa unter dem Strich einen Verlust von 112 Millionen Euro erwirtschaftet hatte.

Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf die Nachrichten. Bis zur Mittagszeit legte das Papier um 2,95 Prozent auf 12,565 Euro zu und gehörte damit zu den stärksten Werten im Dax. Analyst Ingo Schmidt von der Hamburger Sparkasse wertete die Aussagen des Lufthansa-Chefs als Zeichen für eine Konjunkturerholung. Er blieb jedoch skeptisch, ob es der Fluggesellschaft tatsächlich gelingt, 2010 unter dem Strich ein positives Ergebnis zu erwirtschaften.

mik/dpa-AFX/Reuters/ddp/AFP



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GrafZahl 29.04.2010
1. Dividende aus Steuergeldern
Die Flugbranche ist einer der größten Empfänger von Subventionen, Steuerbefreiungen und politischer Protektion und zeichnet sich durch die Abwesenheit jedes Gewissens gegenüber fluglärmgeplagten Anwohnern und der Umwelt aus. Denken Sie mal darüber nach, während Sie ihren sparsamen, mit Katalysator oder Filter ausgestatteten Wagen betanken: Sie bezahlen pro Liter 1,20 bis 1,50. Der Jumbo über Ihnen, der ganze Regionen mit einem Lärm- und Feinstaubteppich verseucht, hat weder einen Filter noch einen Katalysator, aber er wird für ca. 30 Cent pro Liter betankt. Ihre Steuern machen es möglich. So mit Steuergeldern gefüttert kann nun ein nicht für großartige Leistungen oder allzu hohe moralische Ansprüche bekannter Angehöriger unserer "Managerelite" natürlich das Geld raushauen. Übrigens, in den letzten Tagen konnte man sehen, welch ökonomischer Unsinn durch künstlich niedrige Preise für Flugtickets und Luftfracht getrieben wird: - Müssen exotische Blumen in Afrika angepflanzt und im Stundentakt eingeflogen werden? Wo ist der gesellschaftliche Nutzen? Wieviele Ehen werden so gerettet? - Muß Obst eingeflogen werden, das zu Dumpingpreisen und mit verbotenen Pflanzenschutzmitteln in Südamerika produziert wird? Wo ist der gesellschaftliche Nutzen? Sind Vitamine mit DDT bekömmlicher? Warum werden unsere Obstbauern in einen ruinösen Wettbewerb mit Billigst-Importware gezwungen? - Muß jeder immer per Flugzeug in fernste Länder verreisen, obwohl er unser eigenes Land und die interessanten Nachbarländer nicht kennt? Wo ist der gesellschaftliche Nutzen? - Muß man das Chinaplagiat bei ebay kaufen und einfliegen? Welchen gesellschaftlichen Nutzen hat Markenpiraterie?
jboese2, 29.04.2010
2. Alles Blödsinn
Zitat von GrafZahlDie Flugbranche ist einer der größten Empfänger von Subventionen, Steuerbefreiungen und politischer Protektion und zeichnet sich durch die Abwesenheit jedes Gewissens gegenüber fluglärmgeplagten Anwohnern und der Umwelt aus. Denken Sie mal darüber nach, während Sie ihren sparsamen, mit Katalysator oder Filter ausgestatteten Wagen betanken: Sie bezahlen pro Liter 1,20 bis 1,50. Der Jumbo über Ihnen, der ganze Regionen mit einem Lärm- und Feinstaubteppich verseucht, hat weder einen Filter noch einen Katalysator, aber er wird für ca. 30 Cent pro Liter betankt. Ihre Steuern machen es möglich. So mit Steuergeldern gefüttert kann nun ein nicht für großartige Leistungen oder allzu hohe moralische Ansprüche bekannter Angehöriger unserer "Managerelite" natürlich das Geld raushauen. Übrigens, in den letzten Tagen konnte man sehen, welch ökonomischer Unsinn durch künstlich niedrige Preise für Flugtickets und Luftfracht getrieben wird: - Müssen exotische Blumen in Afrika angepflanzt und im Stundentakt eingeflogen werden? Wo ist der gesellschaftliche Nutzen? Wieviele Ehen werden so gerettet? - Muß Obst eingeflogen werden, das zu Dumpingpreisen und mit verbotenen Pflanzenschutzmitteln in Südamerika produziert wird? Wo ist der gesellschaftliche Nutzen? Sind Vitamine mit DDT bekömmlicher? Warum werden unsere Obstbauern in einen ruinösen Wettbewerb mit Billigst-Importware gezwungen? - Muß jeder immer per Flugzeug in fernste Länder verreisen, obwohl er unser eigenes Land und die interessanten Nachbarländer nicht kennt? Wo ist der gesellschaftliche Nutzen? - Muß man das Chinaplagiat bei ebay kaufen und einfliegen? Welchen gesellschaftlichen Nutzen hat Markenpiraterie?
Lieber Graf Zahl: ist es denn ok, wenn wir 1,50 für den Liter Benzin zahlen? Kein anderes Land hat so hohe Spritpreise wie wir, das geht alles an den Staat. Luftverkehr bezahlt sich selbst. Müssen Sie bei der Bahn Zuschläge für die Überwachung und Sicherheit am Bahnhof zahlen? Mit verbotenen Pflanzenschutzmitteln können Sie gar nichts in die EU importieren, wir akzeptieren ja auch Millionen Malariatote jedes Jahr wegen unserer panischen Angst vor DDT. Und die Leute, die z.B. in Kenia Obst und Gemüse packen dürfen dann verhungern? Da werden die aber nicht so glücklich drüber sein. Statt immer auf den Luftverkehr zu schimpfen sollten Sie lieber mal näherliegende Themen anpacken. Aber meistens kann man ja am besten das einsparen, was andere, aber nicht man selber benutzt. Gruss, ein überzeugter Vielflieger
semper fi, 29.04.2010
3. -
Zitat von jboese2Lieber Graf Zahl: ist es denn ok, wenn wir 1,50 für den Liter Benzin zahlen? Kein anderes Land hat so hohe Spritpreise wie wir, das geht alles an den Staat. Luftverkehr bezahlt sich selbst. Müssen Sie bei der Bahn Zuschläge für die Überwachung und Sicherheit am Bahnhof zahlen? Mit verbotenen Pflanzenschutzmitteln können Sie gar nichts in die EU importieren, wir akzeptieren ja auch Millionen Malariatote jedes Jahr wegen unserer panischen Angst vor DDT. Und die Leute, die z.B. in Kenia Obst und Gemüse packen dürfen dann verhungern? Da werden die aber nicht so glücklich drüber sein. Statt immer auf den Luftverkehr zu schimpfen sollten Sie lieber mal näherliegende Themen anpacken. Aber meistens kann man ja am besten das einsparen, was andere, aber nicht man selber benutzt. Gruss, ein überzeugter Vielflieger
Da schliesse ich mich Ihnen - als überzeugter Vielflieger, aber auch so - voll an. Danke.
semper fi, 29.04.2010
4. -
Zitat von sysopLeichtes Spiel Wolfgang Mayrhuber: Für die finanziellen Tiefschläge in den vergangenen Monaten konnte der Lufthansa-Chef andere verantwortlich machen. Auf der Hauptversammlung in Berlin gab er sich trotzdem zuversichtlich für den Geschäftsverlauf im laufenden Jahr. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,692070,00.html
Und der Analyst der Hamburger Sparkasse sieht das skeptisch. Hamburger Sparkasse ..., ich lach' mich schibbelig.
nanokain 29.04.2010
5. .
Zitat von jboese2Lieber Graf Zahl: ist es denn ok, wenn wir 1,50 für den Liter Benzin zahlen? Kein anderes Land hat so hohe Spritpreise wie wir, das geht alles an den Staat. Luftverkehr bezahlt sich selbst. Müssen Sie bei der Bahn Zuschläge für die Überwachung und Sicherheit am Bahnhof zahlen? Mit verbotenen Pflanzenschutzmitteln können Sie gar nichts in die EU importieren, wir akzeptieren ja auch Millionen Malariatote jedes Jahr wegen unserer panischen Angst vor DDT. Und die Leute, die z.B. in Kenia Obst und Gemüse packen dürfen dann verhungern? Da werden die aber nicht so glücklich drüber sein. Statt immer auf den Luftverkehr zu schimpfen sollten Sie lieber mal näherliegende Themen anpacken. Aber meistens kann man ja am besten das einsparen, was andere, aber nicht man selber benutzt. Gruss, ein überzeugter Vielflieger
Bezahlt der luftverkehr, als private industrie, denn auch die bundesbeamten die an jedem flughafen dienst tun? Ansonsten, es bleibt die tatsache, dass es nirgendwo hochwertigen treibstoff so spottbillig gibt, wie an der "flughafentanke" und das liegt auch an der nicht vorhandenen besteuerung. So viel zum thema bezahlt sich selbst. Der rest war einfach nur unfug. War übrigens auch mal vielflieger, und zwar rund um die welt. Ändert nichts an meiner sicher der dinge und die ist negativ im bezug auf das geschwafel von dividenden, die wohl durch steuergelder gedeckt werden, weil man ja jetzt so schön die patschehändchen aufhalten kann weil mal etwas asche in der luft war. Ein imbisbuden- oder eisdielen besitzer kriegt auch keine staatshilfe wenn der ganze sommer wieder mal scheisse war. Das war noch nie so.
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