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Haushaltsdefizit: US-Notenbankchef Bernanke schlägt Alarm

Das ausufernde Haushaltsdefizit gefährdet nach Einschätzung des US-Notenbankchefs die wirtschaftliche Zukunft Amerikas. Bernanke fordert einen entschlossenen Kampf gegen die Schulden - die Politik müsse jetzt Opfer bringen.

US-Notenbankchef Bernanke: "Die Politik muss sehr schwierige Entscheidungen treffen" Zur Großansicht
REUTERS

US-Notenbankchef Bernanke: "Die Politik muss sehr schwierige Entscheidungen treffen"

Washington - US-Notenbankchef Ben Bernanke fürchtet die Folgen des US-Haushaltsdefizits für die Wirtschaft des Landes. Die Haushaltsmisere stelle eine "wachsende und reale Gefahr" für die US-Wirtschaft dar, sagte Bernanke am Montag (Ortszeit) in einer Rede im US-Bundesstaat Rhode Island. Der Chef der "Fed" forderte die verantwortlichen Politiker auf, einen "glaubhaften Plan" zum Schuldenabbau vorzulegen. Angesichts der Haushaltslage müsse die Politik nun sehr schwierige Entscheidungen treffen und Opfer bringen.

Zwar lasse die gegenwärtige Wirtschaftslage kaum Spielraum, um das Defizit in den nächsten ein bis zwei Jahren spürbar zu verringern. Ein zu frühes Gegensteuern könnte sogar die konjunkturelle Erholung gefährden. "Doch mittel- und langfristig sieht die Geschichte anders aus", sagte Bernanke. "Wenn die gegenwärtige Politik fortgesetzt werden sollte, dann begeben sich die Staatsfinanzen auf einen nicht nachhaltigen Pfad", warnte der Notenbankchef. "Wir sollten diese fiskalpolitischen Herausforderungen nicht unterschätzen." Wenn es nicht gelingen sollte, eine Antwort auf dieses Problem zu finden, würden die USA ihre wirtschaftliche Zukunft gefährden.

Bernanke schlug vor, dass der Kongress sich selbst strengere Haushalts- und Ausgabenregeln auferlegen soll. Ein solcher Schritt sei auch ein wichtiges Signal an die Bürger, dass der Kampf gegen das Haushaltsdefizit ernstgenommen werde. "Dies wäre gut für das Vertrauen", erklärte Bernanke. Er verwies dabei ausdrücklich auf die guten Erfahrungen europäischer Länder, in denen solche haushaltspolitischen Regeln festgeschrieben worden seien.

Im Haushaltsjahr 2008/2009 lag das Haushaltsdefizit der USA bei 1,42 Billionen Dollar (etwa eine Billion Euro), der höchste Wert seit Ende des Zweiten Weltkriegs und rund zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). In den ersten elf Monaten des laufenden Haushaltsjahres, das im September endete, belief sich das Defizit auf 1,26 Billionen Dollar. Bis 2013 will die US-Regierung das Defizit auf 4,3 Prozent des BIP drücken.

anr/AFP/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 34 Beiträge
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1. "Kampf gegen die Schulden "
hr_schmeiss 05.10.2010
...ist halt ein kriegerisches Land, Krieg auf allen Fronten. Wurden bestimmt mit "voller Wucht" getroffen... -seufz-
2. Fangt mal an
ofelas 05.10.2010
Da faellt mir spontan die 600 Mrd vom Militaerhaushalt ein (von Verteidigung zu sprechen ist ein Hohn), es werden sich sicherlich noch einige dutzend Mrd aus verschiedenen Haushalten der CIA, NSA und weitere finden.
3. Oh
susie.sunshine 05.10.2010
Zitat von sysopSeine Warnung ist eindringlich: Das ausufernde Haushaltsdefizit gefährdet nach Meinung von US-Notenbankchef Bernanke die wirtschaftliche Zukunft Amerikas. Bernanke fordert einen entschlossenen Kampf gegen die Schulden - die Politik müsse "Opfer" bringen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,721248,00.html
Müssen die nun etwas von ihrem Gehalt an die Manager abgeben? Oder können wir nicht helfen? Wir helfen doch gerne!
4. Na dann mal los Herr Bernanke
pommer79 05.10.2010
Zitat von sysopSeine Warnung ist eindringlich: Das ausufernde Haushaltsdefizit gefährdet nach Meinung von US-Notenbankchef Bernanke die wirtschaftliche Zukunft Amerikas. Bernanke fordert einen entschlossenen Kampf gegen die Schulden - die Politik müsse "Opfer" bringen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,721248,00.html
Bin gespannt wie sich die USA aus diesem Dilemma lösen wollen. Treiben sie die Inflation voran und holen sich das Geld vom kleinen Mann oder werden mal die großen Konzerne zur Kasse gebeten? Klar ist auf jeden Fall, dass die USA auf dem absteigenden Ast sitzen und leider zu träge und borniert sind auf einen anderen Ast zu springen... Mit etwas Glück erkenne das hiesige Entscheidungsträger und hören auf sich an den USA ein Beispiel zu nehmen. Wir dürfen gespannt sein
5. ...
tristar73, 05.10.2010
Hey, wir haben doch gestern noch hier den Aufschwung gefeiert! Jetzt schon wieder so eine miesmacherische Nachricht von Helicopter Ben? Wird wohl wieder Zeit für ihn die Notenpresse anzuwerfen. Und die sinnvollste Massnahme die die US-Regierung einleiten könnte? Vielleicht wieder die Kontrolle über das Geldmonopol zurückbekommen? Nein, viel zu Utopisch.... Lieber den Bürger weiter malträtieren und hoffen das der eigene Geldspeicher nicht platzt.
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