Privatisierung Ex-Landesbank HCOB beteiligt Gläubiger an Kosten

Die Hamburg Commercial Bank sieht sich bei der Privatisierung auf Kurs: Für das vergangene Jahr meldete die ehemalige HSH Nordbank einen Gewinn. Der geht auch auf Kosten der Gläubiger.

HCOB in Hamburg
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HCOB in Hamburg


Die Hamburg Commercial Bank (HCOB) hat Gläubiger an den Kosten für den Konzernumbau beteiligt. Daher konnte die ehemalige HSH Nordbank für 2018 einen Gewinn melden.

Das Vorsteuerergebnis liege bei 97 Millionen Euro nach einem Verlust von 453 Millionen Euro im Vorjahr. Wie 2017 sei auch 2018 von erheblichen außerordentlichen Effekten geprägt gewesen, teilte die HCOB mit. Im Zusammenhang mit der Privatisierung hatte die Bank Risiken abgegeben, die Bilanz um Altlasten bereinigt und Kosten reduziert.

Hamburg und Schleswig-Holstein mussten die HSH Nordbank in der Schiffs- und Finanzkrise im Jahr 2009 mit Milliardenhilfen vor dem Aus retten. Auf Druck der EU verkauften die Länder die Bank für rund eine Milliarden Euro an US-Finanzinvestoren um Cerberus und JC Flowers.

Mehr als 700 Vollzeitstellen gefährdet

Man habe alle Ziele für 2018 erreicht, sagte HCOB-Chef Stefan Ermisch. "Die erste Privatisierung einer Landesbank ist erfolgreich abgeschlossen, und wir haben bereits die Weichen für unseren mehrjährigen Transformationsprozess gestellt."

Das Restrukturierungsprogramm verläuft der Bank zufolge planmäßig und sorgte für Einmalbelastungen von 366 Millionen Euro. Unter den neuen Eigentümern soll das Institut deutlich schlanker und rentabler werden.

So soll die Zahl der Vollzeitbeschäftigten Kreisen zufolge von rund 1700 in den nächsten Jahren auf rund 930 sinken. Die Verwaltungskosten fielen 2018 bereits um 16 Prozent auf 402 Millionen Euro.

Gläubiger klagen

Die Gläubiger der Hybridinstrumente, die mit für den Gewinn verantwortlich waren, werfen den neuen HCOB-Eigentümern vor, sich auf ihre Kosten zu bereichern. Die ehemalige Landesbank habe den Wert der Papiere unzulässig heruntergeschrieben. Bei Hybridkapital handelt es sich um eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital. Deshalb haften Gläubiger hier oft für Verluste mit.

Im Streit über die Bewertung von Anleihen fordert eine Gruppe von Gläubigern von der HCOB eine Milliarde Euro und hat bereits Klage eingereicht. Samt indirekt begebenen Anleihen beläuft sich die Forderung den Investoren zufolge auf 1,4 Milliarden Euro.

brt/Reuters/dpa

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