Illegale Waffenlieferungen nach Mexiko Fünf Ex-Heckler-&-Koch-Mitarbeiter angeklagt

Sie sollen ohne Exportgenehmigung G36-Sturmgewehre nach Mexiko geliefert haben: Das Landgericht Stuttgart hat Klage gegen fünf ehemalige Mitarbeiter des Waffenherstellers Heckler & Koch zugelassen.

G36-Sturmgewehre von Heckler & Koch
DPA

G36-Sturmgewehre von Heckler & Koch


Drei Angestellte und zwei Ex-Geschäftsführer des Waffenherstellers Heckler & Koch müssen sich wegen illegaler Waffenlieferungen nach Mexiko vor Gericht verantworten. Das Landgericht Stuttgart hat die Anklage der Staatsanwaltschaft zugelassen. Die Hauptverhandlung werde aber wohl nicht mehr dieses Jahr beginnen, sagte eine Sprecherin des Gerichts.

Die Anklage richtet sich gegen zwei ehemalige Geschäftsführer, zwei ehemalige Vertriebsleiter und eine Vertriebsmitarbeiterin. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, in den Jahren 2006 bis 2009 an 16 Lieferungen von G36-Sturmgewehren und Zubehörteilen nach Mexiko beteiligt gewesen zu sein. Die Waffen sollen in mexikanische Bundesstaaten geliefert worden sein, für die es keine Exportgenehmigungen gab. Gegen einen einst für die Firma in Mexiko tätigen Verkaufsrepräsentanten wurde das Verfahren mit Ausnahme einer Tat ebenfalls eröffnet. Den Angeklagten wird ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontroll- und Außenwirtschaftsgesetz vorgeworfen.

Gegen 13 weitere Beschuldigte waren die Ermittlungen eingestellt worden. Heckler & Koch hatte schon im Frühjahr alle Schuld an den Vorgängen von sich gewiesen. Der Waffenhersteller aus Oberndorf am Neckar hatte 2012 eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Untersuchung betraut und die Ergebnisse den Ermittlern zur Verfügung gestellt.

Aktenzeichen: 13 KLs 143 Js 38100/10

kpa/dpa



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