Größter Markt Heckler & Koch baut Waffenfabrik in den USA

Der schwäbische Waffenhersteller Heckler & Koch errichtet erstmals ein eigenes Werk im Ausland. Dass es im US-Bundesstaat Georgia entsteht, liegt auch an der Handelspolitik von Präsident Donald Trump.

Sturmgewehre von Heckler & Koch in der Firmenzentrale
DPA

Sturmgewehre von Heckler & Koch in der Firmenzentrale


Die Waffenfirma Heckler & Koch baut zum ersten Mal ein Werk im Ausland, das sie selbst betreibt. Im US-Bundesstaat Georgia werde für 23 Millionen US-Dollar ein Werk für Pistolen sowie Sport- und Jagdgewehre errichtet, sagte Firmenchef Norbert Scheuch und bestätigte damit einen Bericht der "Welt".

Heckler & Koch hat in der Vergangenheit Waffenfabriken als sogenannte Kauflizenzen zum Beispiel in Saudi-Arabien und in Pakistan gebaut. Zu diesen Werken hat das Unternehmen aber nach eigenen Angaben keinen Kontakt mehr.

Firmenchef Scheuch sagte zur Begründung des Baus in der Stadt Columbus: "Der amerikanische Markt ist der mit Abstand größte zivile Waffenmarkt auf der Welt." Fast 40 Prozent des Gesamtumsatzes von gut 200 Millionen Euro machte Heckler & Koch 2016 mit Verkäufen für den zivilen US-Markt, also mit Pistolen sowie Sport- und Jagdgewehren - im Vergleich zu 2015 war das ein Plus von knapp 50 Prozent.

Dieses hohe Wachstumsniveau erklärte Scheuch unter anderem mit einer Art Ausverkaufseffekt - viele Waffennutzer hätten vor der US-Wahl noch groß eingekauft, weil sie einen Wahlsieg von Hillary Clinton erwartet und dann strengere Waffengesetze befürchtet hätten.

Die Investition in das neue Werk werde dabei helfen, nicht von möglichen Import-Erschwernissen durch US-Präsident Donald Trump getroffen zu werden, sagte Scheuch. "Wegen der Devise 'America First' dürfte es immer schwerer werden, in die USA zu exportieren - die Amerikaner wollen nun mal eine lokale Produktion vor Ort." Zudem entschärfe man damit mögliche negative Effekte durch Wechselkurse.

Der Manager betonte, dass in dem US-Werk keine Waffen für das Militär produziert würden. "Das sind Pistolen und Sport- und Jagdgewehre, die in den USA entwickelt und hergestellt werden und nur auf den zivilen US-Markt kommen", sagte Scheuch. Sturmgewehre, Maschinengewehre und Granatwerfer wiederum würden wie bisher ausschließlich in der schwäbischen Firmenzentrale gefertigt. "Nur in Oberndorf stellen wir Waffen für Militärs und die Polizei her."

dab/dpa

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