Flugzeugbauer Hedgefonds drängt EADS zu Verkauf von Dassault-Anteil

Der Hedgefonds TCI ist für offensives Auftreten bekannt. Nun hat er EADS-Chef Enders aufgefordert, eine Beteiligung am französischen Flugzeugbauer Dassault Aviation zu verkaufen.

Falcon-Jets von Dassault: "Keine Rechtfertigung für Verzögerung"
AP

Falcon-Jets von Dassault: "Keine Rechtfertigung für Verzögerung"


Hamburg - Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS Chart zeigen soll seinen 46-prozentigen Anteil am französischen Flugzeugbauer Dassault Aviation verkaufen. Das verlangt der Hedgefonds TCI laut einem Bericht der "Financial Times" ("FT") in einem Brief an EADS-Chef Thomas Enders. TCI ist für offensive Forderungen dieser Art bekannt und hält nach eigenen Angaben Anteile von mehr als einem Prozent an EADS.

Dem Bericht zufolge kritisiert TCI die Beteiligung an Dassault als "schwachen Einsatz von Kapital", der keine Synergien bringe und "begrenzten strategischen Nutzen" habe". Zugleich verweist der Hedgefonds auf Äußerungen von Enders, wonach es sich bei EADS nun um ein normales Unternehmen handele, das den Interessen seiner Anteilseigner verpflichtet sei. "Dies wird ein wichtiger Test dieses Prinzips", heißt es in dem Schreiben. Es gebe "keine Rechtfertigung für irgendeine Verzögerung des Verkaufsprozesses".

EADS lehnte einen Kommentar zu der Forderung ab. Die "FT" zitierte einen Insider mit der Aussage, es gebe im Management Sympathie für die Forderung von TCI. Ein Verkauf sei jedoch aufgrund einer kürzlich erneuerten Abmachung nicht ohne weiteres möglich: Demnach muss der Konzern jegliche Entscheidung in Bezug auf den Dassault-Anteil in Absprache mit der französischen Regierung treffen. Diese betrachtet Dassault als wichtigen Teil der heimischen Rüstungsindustrie und besitzt ein Vorkaufsrecht.

In der vergangenen Woche hatte EADS einen umfassenden Konzernumbau angekündigt. Zu diesem gehört neben einer Umbenennung in Airbus auch die Zusammenlegung der Raumfahrt- und Rüstungssparten.

dab



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