Sinkendes Anlagevermögen: Investoren lassen Hedgefonds-Star Paulson sitzen

Er galt als König der Hedgefonds - doch mittlerweile scheint John Paulson sein Gespür für Geschäfte verloren zu haben. Laut amerikanischen Medienberichten verwaltet der Manager mittlerweile weniger als 20 Milliarden Dollar. Zu seinen besten Zeiten war es beinahe doppelt so viel.

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Hedgefonds-Manager John Paulson: Weniger als 20 Milliarden Dollar

New York - Große Investoren vertrauen dem Hedgefonds-Manager John Paulson offenbar immer weniger Geld an. Nach übereinstimmenden Berichten des "Wall Street Journal" und der Nachrichtenagentur Bloomberg ist das von ihm verwaltete Vermögen auf 19,5 Milliarden Dollar gesunken. Auf dem Höhepunkt seines Erfolges hatte der Spekulant beinahe doppelt so viel Geld in seinen Fonds liegen.

Die schwache US-Konjunktur und die Schuldenkrise in Europa haben Paulson jedoch massive Verluste beschert und das Vertrauen seiner Anleger erschüttert.

Jüngster Rückschlag ist den Berichten zufolge die Entscheidung der Privatbankensparte der Citigroup, rund 410 Millionen Dollar aus vier von Paulsons Fonds abzuziehen. Es wird erwartet, dass das Geld zwischen März 2013 und März 2014 abfließt.

Paulson hatte auf eine Erholung der Wirtschaft gesetzt - und lag damit bisher daneben. Auch die steigenden Kreditkosten für Deutschland, auf die der Manager angeblich seit einiger Zeit wettet, sind bislang nicht eingetreten.

Dabei hatte Paulson zuvor oft das richtige Gespür bewiesen. So hatte er das Platzen der US-Immobilienblase ab dem Jahr 2007 vorausgesehen. Er wettete gegen den Hypothekenmarkt und gewann Milliarden. Das brachte ihm Ruhm an der Wall Street ein und katapultierte ihn in den Olymp der Hedgefonds-Manager.

Hedgefonds sammeln Gelder von Investoren ein und legen sie an. Sie haben den Vorteil, dass sie weniger scharf reglementiert werden als Banken. Hedgefonds wetten auf steigende oder fallende Kurse, auf Aktien, Anleihen, Währungen, Rohstoffe oder Immobilien und nutzen dafür teils obskure und wenig transparente Finanzvehikel. Sie können blitzschnell ihre Strategie wechseln oder sind in zig Anlageformen gleichzeitig aktiv. Ihre Unberechenbarkeit bringt ihnen immer wieder Kritik ein.

stk/dpa

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1. Wann lernen es die Leute?
chagall1985 24.08.2012
Niemand hat eine Kristallkugel! Alle Zocken und raten und haben keine bessere Quote als Schimpansen die Pfeile werfen und Aktien an der Wand treffen. Und nur weil ein Schimpanse 20 Mal hintereinander eine Aktie mit hohen Kursgewinnen trifft heißt das nicht, dass er ein Orakel ist. Das nennt man Glück! Egal ob Soros, Paulson oder Gordon Gecko sie alle zocken und riskieren um Ihre Gewinne zu generieren. Mal landen sie im Gefängnis (wenn sie erwischt werden) mal verzocken sie alles, mal haben sie bis zu Ihrem Ende Glück. grins
2. Mit den übergebliebenen Kröten ...
sltgroove 24.08.2012
... hat der "Experte" das Gold gekauft .... Sein Spionage-Insider-Netzwerk findet keine Muppets mehr, aber diesen Schicksal teilt er mit den 89% der Hedgies .... Wer kann noch irgendwas irgendwao stecken, wo Markt aus den Zombie-Algos der HFT-Systeme der TBTF besteht, deren Liquidität nur durch Tesa-Film dass die Strg P Tasten festhelt geleistet wird ??? Das Großte Hedgefund diese Erde ist trotzdem JPM, aka Feds ... und deren Market-Maker-Operationen werden die die Mullahs bald spühren ..... Tomahawks für den Aufschwung !!!!
3. Was sagt uns das.......
habnichviel 24.08.2012
Man beobachtet zur Zeit, daß ungeheure Mengen an Cash-Vermögen bereitstehen, um angelegt zu werden und bei verkehrter Anlage auch verbrannt zu werden. Das ist ein Hinweis, daß es mit der Geldwertstabilität gegen Null geht.
4.
DMenakker 25.08.2012
Zitat von habnichvielMan beobachtet zur Zeit, daß ungeheure Mengen an Cash-Vermögen bereitstehen, um angelegt zu werden und bei verkehrter Anlage auch verbrannt zu werden. Das ist ein Hinweis, daß es mit der Geldwertstabilität gegen Null geht.
Das glatte Gegenteil ist der Fall. Solange das Spielgeld im Kreislauf der Zocker bleibt, ist es für die Geldwertstabilität vollkommen irrelevant. Erst wenn die KOhle in der Privatwirtschaft ankommt, werden wir zuerst einen gigantischen Boom erleben, der in einem recht heftigen crash mündet. Da man das Spielchen aber kennt, kann man den Boom mitnehmen und den crash mit einem Grinsen aussitzen. Zum Thema. Paulson mag den Immo Crash vorhergesehen haben. Da ihn aber ALLE prophezeit haben kein wirkliches Kunststück. Ansonsten denkt der Kerl einfach zu amerikanisch, um auf internationale Währungsentwicklugnen zu wetten. DAS sollte er Fachleuten überlassen.
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