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Zocker in der Krise: Fast 1000 Hedgefonds machen dicht

Schlechte Stimmung in der Finanzbranche: Im vergangenen Jahr sind 979 Hedgefonds geschlossen worden - so viele wie seit 2009 nicht mehr. Folge der Flaute: Luxusimmobilien werden billiger.

Schild an der New Yorker Wall Street Zur Großansicht
AFP

Schild an der New Yorker Wall Street

Für die einen sind Hedgefonds ein großes Risiko für das globale Finanzsystem, andere sehen sie als lukrative Quelle für schnelles Geld. Doch bei den Gewinnen sah es zuletzt mau aus. 2015 wurden so viele Hedgefonds abgewickelt wie nie zuvor seit der Finanzkrise, meldet die "Financial Times" unter Berufung auf neue Zahlen.

Demnach gab es im vergangenen Jahr 979 Hedgefonds-Schließungen und damit so viele wie seit 2009 nicht mehr. 2014 machten 864 Fonds dicht. Grund für die schlechten Geschäfte sind die Turbulenzen an den Finanzmärkten. Die hohen Risiken schreckten Anleger ab. Zudem seien Investoren unzufrieden mit den geringen Ausschüttungen, zitiert die "FT" einen Branchenexperten.

Entsprechend ging auch die Zahl der Neugründungen bei den Hedgefonds zurück. Im vierten Quartal 2015 wurden lediglich 183 Fonds eröffnet, im Vorquartal waren es noch 269.

Wie schlecht es in der Branche läuft, zeigen auch prominente Beispiele. So kündigte der Gründer des US-Hedgefonds Bluecrest, Michael Platt, im Dezember an, seinen bis dahin acht Milliarden Dollar schweren Fonds deutlich zurückzufahren. Er werde den externen Investoren ihr Geld auszahlen und sich darauf konzentrieren, Vermögen für sich, seine Partner und Angestellten anzulegen, sagte Platt damals. Bei Bluecrest sollen die Einlagen von externen Investoren sieben Milliarden Dollar ausgemacht haben.

Der in London ansässige Fonds Lucidus Capital Partners kündigte im Dezember an, man werde das Geschäft komplett dichtmachen und 900 Millionen Euro an Anleger zurückzahlen.

Zurückhaltende Anleger

Wie schwer es für Hedgefonds geworden ist, an frisches Geld zu kommen, zeigen laut "FT" neue Daten. Demnach sammelten im vergangenen Jahr die - gemessen an den Einlagen - größten 20 Prozent der Branche 80 Prozent des frischen Geldes von Investoren ein.

Normalerweise sei der Februar für die Branche ein lukrativer Monat, um frisches Geld einzutreiben, schreibt die "FT". Im vergangenen Monat seien aber nur drei Milliarden Dollar zusammengekommen. Im Vorjahresmonat seien es noch 18,6 Milliarden Dollar gewesen. Grund für die Zurückhaltung der Anleger dürfte gewesen sein, dass die Hedgefonds-Branche im Januar so wenig ausschütten konnte, wie zuletzt im Januar des Finanzkrisenjahres 2009.

Die Flaute bei den Hedgefonds und die Turbulenzen auf den Finanzmärkten schlagen sich bereits in der Welt der Reichen nieder. Etwa in den Hamptons, dem Erholungsmekka der Wall-Street-Absahner nahe New York. Dort, so melden Immobilienexperten, seien die Preise für Luxushäuser rückläufig. So ging der Durchschnittspreis für die teuersten Immobilien innerhalb eines Jahres um 20 Prozent auf 35,5 Millionen Dollar zurück.

mmq/AP

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1. Hedgefonds
Ichbines2 18.03.2016
gehen Pleite... aber WO bleibt das Geld? Jemand anderes hat es ja. Es wäre interessant zu wissen, wer das Geld eingesackt hat. Wäre das nicht mal eine Recherche wert? Das Treiben an den Börsen, vor allem am Dax wird ja immer unerträglicher, allein, wenn man sich den Zick-Zack-Kurs der letzten Monate ansieht. Jemand steuert das so und zockt damit andere ab. Kasino ist seit 8 Uhr offen. Heute Mittag gehen die alten WETTEN raus und man kann wieder fürs nächste viertel Jahr neu WETTEN. Mal sehen, wohin gezockt wird und wer dadurch wieder zugrunde gerichtet wird. Der Verlust des einen ist immer auch der Gewinn des anderen....ganz einfach
2. getrübte Glaskugeln? Glasklar hilft, ganz sicher
kv21061929 18.03.2016
Es wird immer schwieriger für die Wahrsager der Finanzbranche in die Zukunft zu sehen. Selbst den größten GURUS der Branche sind die Reinigungsmittel für ihre Glaskugeln ausgegangen, sie fischen im trüben. Gestern hieß es noch, die Immobilienpreise sind ziemlich hoch, haben aber noch Luft nach oben, eine Blase ist nicht in Sicht. Heute heißt es, es könnte aber anders sein. Gestern noch schoß der Dax ohne erkennbare Gründe nach oben, heute stürzt der Dax ohne erkennbare Gründe wieder ab. Die Dax- Erklärer, wie Anja Kohl von der ARD dürfen jeden Abend Gründe dafür suchen die es nicht gibt damit der Kleinanleger sich wichtig und bestätigt fühlen kann. Also immer schön Glasklar kaufen, finden sie in jeder Buchhandlung oder im Internet.
3. Kaum Bedauern
dirsch 18.03.2016
...mein Bedauern hält sich wirklich in Grenzen. (Die meisten) Hedgefonds braucht kein Mensch....für andere Konstrukte, Produkte und Spekulationen im Sekundentakt trifft das übrigens auch zu.
4. da die Hedgefonds
hakmak 18.03.2016
mit viel Fremdkapital als Hebel arbeiten, ist das Eigenkapital mal schnell verbraucht. Da bleibt dann nur die Schließung.
5. getrübte Glaskugeln? Glasklar hilft, ganz sicher
kv21061929 18.03.2016
Es wird immer schwieriger für die Wahrsager der Finanzbranche in die Zukunft zu sehen. Selbst den größten GURUS der Branche sind die Reinigungsmittel für ihre Glaskugeln ausgegangen, sie fischen im trüben. Gestern hieß es noch, die Immobilienpreise sind ziemlich hoch, haben aber noch Luft nach oben, eine Blase ist nicht in Sicht. Heute heißt es, es könnte aber anders sein. Gestern noch schoß der Dax ohne erkennbare Gründe nach oben, heute stürzt der Dax ohne erkennbare Gründe wieder ab. Die Dax- Erklärer, wie Anja Kohl von der ARD dürfen jeden Abend Gründe dafür suchen die es nicht gibt damit der Kleinanleger sich wichtig und bestätigt fühlen kann. Also immer schön Glasklar kaufen, finden sie in jeder Buchhandlung oder im Internet.
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