John Paulson: US-Spekulant greift nach deutschem Klinikkonzern

Der US-Hedgefonds-Manager John Paulson hat sich in den Übernahmekampf um den deutschen Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum eingeschaltet. Der Spekulant sicherte sich ein Aktienpaket. Nun rätselt die Branche, was Paulson plant.

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Hedgefonds-Manager John Paulson: Interesse an deutschem Klinikkonzern

Bad Neustadt - Im Gesundheitssystem wird nicht nur reichlich Geld verbrannt, sondern auch verdient. Das weckt offenbar das Interesse des US-Spekulanten John Paulson. Der Hedgefonds-Manager hat sich ein Aktienpaket des privaten Klinikbetreibers Rhön-Klinkum Chart zeigen gesichert.

Das Spannende an dem Kauf: Um das Unternehmen tobt derzeit ein Übernahmekampf. Fresenius Chart zeigen will Rhön-Klinikum für rund drei Milliarden Euro übernehmen und mit den eigenen Helios-Häusern zusammenführen. Dadurch entstünde Deutschlands größter privater Klinikkonzern mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro.

Nun funkt Paulson dazwischen: Der Investor habe am 22. Mai die Meldeschwelle von drei Prozent überschritten und zu diesem Zeitpunkt 3,65 Prozent der Stimmrechte gehalten, teilte Rhön-Klinikum mit. Das entspricht fünf Millionen Aktien.

Fresenius bietet den Rhön-Aktionären 22,50 Euro je Aktie. Aktuell liegt der Kurs der Rhön-Aktie mit 22 Euro allerdings noch unter dem Angebotspreis. Im Umfeld der Unternehmen wird nun über die Motive von Paulson gerätselt: Will er nur die Differenz zu seinem Einstiegskurs einsammeln oder hat er weitergehende Pläne?

"Paulson sollte sich keine großen Hoffnungen machen, dass der Angebotspreis für Rhön von Fresenius auf mehr als 22,50 Euro je Aktie erhöht wird", sagte ein Insider. Wenn er über den Markt weiter zukaufe, riskiere er, dass die Übernahme nicht zustande komme. Dann würde der Aktienkurs von Rhön nach Einschätzung von Analysten deutlich einbrechen. Am Freitag gehörten die Aktie des Unternehmens zu den Spitzenreitern im MDax Chart zeigen der mittelgroßen Werte.

Paulson hat den Ruf eines Zockers. Er machte in der Finanzkrise mit Wetten gegen Hypotheke-Ramschpapieren Gewinne in Milliardenhöhe. In den vergangenen Monaten musste der Amerikaner aber Rückschläge einstecken. 2011 soll sein Flaggschiff-Fonds fast die Hälfte seines Wertes verloren haben. Paulson könnte laut der Satzung von Rhön mit einem Aktienanteil von zehn Prozent plus eine Aktie eine Sperrminorität aufbauen.

mmq/dpa/Reuters

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insgesamt 17 Beiträge
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1. Verschachert nach Amerika,
fwittkopf 01.06.2012
die ehemaligen hessischen Landesbediensteten des Klinikums Marburg/Gießen. 1776 wurden 12000 Hessen an England verkauft, um gegen Amerika zu kämpfen. Die Hessen, ein geldbringendes Volk für die Macht. Und im Länderfinanzausgleich dürfen sie auch noch zahlen, für andere unwirtschaftliche Länder und deren nicht privatisierte Kliniken. Zu dumm, wenn man ein Hesse ist.
2. Dreimal darf geraten werden...
conny2 01.06.2012
Zitat von sysopREUTERSDer US-Hedgefonds-Manager John Paulson hat sich in den Übernahmekampf um den deutschen Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum eingeschaltet. Der Spekulant sicherte sich ein Aktienpaket. Nun rätselt die Branche, was Paulson plant. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,836453,00.html
Sicher plant er was Wohltätiges. So eine Art Volkskrankenhaus vielleicht, wo jede/r bestmöglich behandelt wird, egal wieviel Geld sie/er hat. Ganz bestimmt!
3. Ja, das wird er, ganz gewiß!
denkdochmal 01.06.2012
Zitat von conny2Sicher plant er was Wohltätiges. So eine Art Volkskrankenhaus vielleicht, wo jede/r bestmöglich behandelt wird, egal wieviel Geld sie/er hat. Ganz bestimmt!
Und mehr noch: gerüchteweise ist zu hören, daß er kleine Krankenhäuser, wie z.B. in Balve (Sauerland) retten, und die Landarzt-Misere beenden will. Was mit Heuschrecken geschieht ist eh bekannt. Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!
4.
king_pakal 01.06.2012
Zitat von sysopREUTERSDer US-Hedgefonds-Manager John Paulson hat sich in den Übernahmekampf um den deutschen Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum eingeschaltet. Der Spekulant sicherte sich ein Aktienpaket. Nun rätselt die Branche, was Paulson plant. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,836453,00.html
Ab 2 Millionen Jahreseinkommen --> 100 % Einkommenssteuer!!!
5. ............
janne2109 01.06.2012
Zitat von king_pakalAb 2 Millionen Jahreseinkommen --> 100 % Einkommenssteuer!!!
uiiiiiiii ist der Kommentar dumm, nur kein Neid und es ist der pure Neid der Menschen zu solchen Sätzen bringt. Seid mal alle froh über unsere jetzigen Gesetze sonst sind Eure Arbeitsplätze futsch und die Unternehmer, besonders die mittelständischen machen Kasse und gehen auf ihren Balkon.
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