Energiemarktwette: Hedgefonds macht Millionen mit deutschem Wetter

Der britische Hedgefonds Cumulus hat allein im vergangenen Dezember 39 Prozent an Wert gewonnen - und das nur, weil er vorausschauend auf mildes Weihnachtswetter in Deutschland gewettet hat.

15 Grad an Heiligabend in Stuttgart: Millionen verdient mit Wetterwette Zur Großansicht
DPA

15 Grad an Heiligabend in Stuttgart: Millionen verdient mit Wetterwette

London - Regen im Norden, fast 20 Grad in München - das Wetter an Heiligabend in Deutschland war alles andere als weihnachtlich. Was Kinder betrübte, freute Eltern, die Heizkosten sparten - und die Anleger des britischen Hedgefonds Cumulus Energy Fund. Der Fonds verwaltet fast 180 Millionen Dollar und investiert in komplexe Energiederivate. Der warme Dezember in Deutschland bescherte Cumulus ein sattes Plus von 39 Prozent. Der Hedgefonds hatte auf einen Rückgang der Energiepreise in Deutschland gewettet und dank des milden Wetters recht behalten.

2006 wurde Cumulus gegründet und hat die Investments seiner Kunden seitdem um 400 Prozent gesteigert, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg aus einem Brief an die Teilhaber zitiert. Der Hedgefonds-Manager Peter Brewer schreibt darin über die guten Gewinne 2012: "Der Hauptgrund war ein großer Gewinn im deutschen Energiemarkt, in dem gutes Wetter zu einem kompletten Einbruch der Spot-Preise während der Weihnachtstage führte". Auch in anderen europäischen Märkten, vor allem in Großbritannien und Skandinavien, seien die Gewinne üppig ausgefallen.

Die Preise am deutschen Spot-Markt, an dem Waren zum aktuellen Kurs und zur sofortigen Lieferung gehandelt werden, waren laut Bloomberg im Dezember um 4,3 Prozent gefallen - so stark wie zuletzt im Oktober 2010. Als Grund gilt der hohe Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland - die großen Energiekonzerne würden eher auf Gewinne verzichten, als ihre Kohle- und Gaskraftwerke herunterzufahren, auch wenn reichlich Sonnen- und Windenergie vorhanden sind.

Der Cumulus Energie Fonds wurde im vergangenen Jahr von einem Londoner Vermögensverwalter übernommen. Er verwaltet außerdem den Cumulus Fahrenheit Fonds, der sich auf Wetterwetten spezialisiert hat.

nck

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 77 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Schön zu sehen
snafu-d 09.01.2013
dass den Klimatolügen mit Ihren Wetter-Katastrophen-Meldungen niemand mehr so recht glaubt.
2. Was ich an dem Artikel so liebe
pepe_sargnagel 09.01.2013
Zitat von sysop[...] und dass nur, weil er vorausschauend auf mildes Weihnachtswetter in Deutschland gewettet hat.
Man kann also aufs Wetter "vorausschauend wetten"?! Alle, die nun einen Verlust zu tragen haben (Stromkunden) können somit ihre Energieversorger verklagen, weil diese sich nicht "vorausschauend auf das Wetter" vorbereitet haben. Find ich gut! Oder macht das keinen Sinn?
3. Richtig so
verpiler 09.01.2013
Nicht wettern, sondern wetten, ist das Motto.
4. Offensichtlich macht Cumulus
willibaldus 09.01.2013
Zitat von pepe_sargnagelMan kann also aufs Wetter "vorausschauend wetten"?! Alle, die nun einen Verlust zu tragen haben (Stromkunden) können somit ihre Energieversorger verklagen, weil diese sich nicht "vorausschauend auf das Wetter" vorbereitet haben. Find ich gut! Oder macht das keinen Sinn?
mit Wetten gegen die Klimawandel "Skeptiker" ordentlich Gewinn. Da hat wohl jemand die Zeichen der Zeit erkannt.
5. Man kann, aber nicht ganz so direkt.
Sique 09.01.2013
Zitat von pepe_sargnagelMan kann also aufs Wetter "vorausschauend wetten"?! Alle, die nun einen Verlust zu tragen haben (Stromkunden) können somit ihre Energieversorger verklagen, weil diese sich nicht "vorausschauend auf das Wetter" vorbereitet haben. Find ich gut! Oder macht das keinen Sinn?
Nicht direkt, man macht Warentermingeschäfte mit Energierohstoffen oder Energielieferungen. Cumulus hatte offenbar Optionen, zu einem bestimmten Zeitpunkt diese zu einem recht hohen Preis verkaufen zu dürfen. Da die tatsächlichen Preise aber niedriger waren, konnte Cumulus billig einkaufen und teuer verkaufen. Dass das möglich ist, liegt aber auch wieder daran, dass die Energieversorger vorausschauend sich Energierohstoffe oder Energie zu einem bestimmten Preis sicherten. Wenn es sehr kalt geworden wäre wie letztes Jahr, dann hätten sie statt teuer am Spotmarkt vergleichsweise günstig von Cumulus kaufen können.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Hedgefonds
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 77 Kommentare