Schweizer Großbank im Visier Hedgefonds will Credit Suisse aufspalten

Der Schweizer Hedgefonds RBR Capital hat Aktien der Credit Suisse im Wert von rund 100 Millionen Franken erworben und will das Institut in drei Teile aufspalten. Ob es tatsächlich dazu kommt, ist aber noch unklar.

Schweizer Großbank Credit Suisse
REUTERS/Arnd Wiegmann

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Die Schweizer Großbank Credit Suisse ist ins Visier eines großen Hedgefonds geraten: RBR Capital will die Bank in drei Teile aufspalten und damit ihren Börsenwert verdoppeln, sagte ein Sprecher. Ziel sei es, das Institut in eine Investmentbank, einen Vermögensverwalter für Privatkunden und einen Fondsanbieter aufzuteilen. Der Hedgefonds hat Aktien im Wert von 100 Millionen Franken gekauft, das entspricht einem Anteil von 0,2 Prozent an dem Geldhaus.

Laut der Schweizer Zeitung "Finanz und Wirtschaft", hat der Fonds bereits die Fühler zu mehr als hundert weiteren Investoren ausgestreckt, die er von seinem Plan überzeugen und als Mitinvestoren gewinnen will. Der frühere Credit-Suisse-Investmentbanking-Chef Gael de Boissard, der im Zuge eines Management-Umbaus 2015 gehen musste, habe seine Unterstützung für die Pläne von RBR zugesagt.

Experten bezweifeln aber, ob sich RBR Capital mit seinen Plänen durchsetzen kann. "Um sich durchzusetzen ist RBR auf die Unterstützung von Großaktionären angewiesen", heißt es aus Finanzkreisen. Die Credit Suisse steht derzeit massiv unter Druck, weil das Institut an der Börse weniger wert ist als ihr Eigenkapital.

Angesichts der Investorenattacke gibt sich das Credit-Suisse-Management gelassen. "Wir begrüßen die Sichtweise von jedem unserer Aktionäre, konzentrieren uns aber auf die Umsetzung unserer Strategie und unseren Drei-Jahres-Plan", teilte das Unternehmen mit. Konzernchef Tidjane Thiam hatte vor zwei Jahren begonnen, das Institut krisenfester zu machen. Mit zwei Kapitalerhöhungen stärkte er die Bilanz. Er dampfte das Investmentbanking ein und setzte verstärkt auf die stabilere Vermögensverwaltung.

cop/Reuters



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