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Baumarkt-Insolvenz: Hedgefonds wollen Praktiker aus der Krise führen

Mehrere Hedgefonds haben Praktiker-Anleihen gekauft - und wollen den zahlungsunfähigen Baumarkt nun offenbar übernehmen. Der Insolvenzverwalter teilte mit, das Unternehmen möglichst nur als Ganzes verkaufen zu wollen.

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REUTERS

Praktiker-Markt in München: "Die Marke ist verbrannt"

Hamburg - Bereits eine Woche nach dem Insolvenzantrag des Baumarktkonzerns Praktiker ist das Tauziehen um die Zukunft des Unternehmens in vollem Gange. Nach Informationen des Saarländischen Rundfunks soll die Kette nach Möglichkeit nur in einem Stück verkauft werden. Mehrere Investoren hätten Interesse bekundet. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge haben sich Hedgefonds in eine 250-Millionen-Euro-Anleihe eingekauft und wollen die Verbindlichkeiten nun vollständig in Eigenkapital tauschen.

Die Hedgefonds seien bereit, das Unternehmen aus der Krise zu führen, so der Vertreter der Anleihegläubiger, Ingo Scholz, zur Agentur Reuters. Der Rechtsanwalt vertritt die größte Gläubigergruppe der Praktiker AG. Ziel sei es, rund 200 der 300 deutschen Baumärkte des Konzerns unter dem Namen Max Bahr weiterzuführen. "Die Marke Praktiker ist verbrannt", sagte Scholz.

Allerdings ist Max Bahr an Banken und Investoren verpfändet, die Praktiker beim Rettungsversuch im vergangenen Jahr noch einmal 75 Millionen Euro geliehen hatten. Sie könnten die Kette selbst übernehmen oder verkaufen und die insolvente Praktiker AG ihrem Schicksal überlassen. Gläubiger-Sprecher Scholz appellierte an die Banken, das nicht zu tun: "Wir wollen, dass Max Bahr in der Gruppe bleibt und nicht von den Gläubigern verwertet wird." Der Konzern dürfe nicht zerfleddert werden.

Für Praktiker gibt es nach den Angaben eines Unternehmenssprechers in Hamburg diverse Interessenten. Es seien aber unverbindliche Investorenbekundungen. Namen nannte der Sprecher nicht. Mehrere Baumarktketten wie Obi, Hornbach und Hagebau hatten ihr Interesse bereits öffentlich signalisiert, allerdings nur für einzelne Filialen und nicht als Gesamtpaket.

lei/dpa/Reuters

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