Streit um Bonuszahlung Ex-Manager fordert 1,4 Millionen Euro von VW

In Braunschweig ist eine Güteverhandlung zwischen VW und dem früheren Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer angesetzt. Der ist seit dem Abgasskandal beurlaubt - will aber dennoch einen Bonus einfordern.

Heinz-Jakob Neußer (Archivbild)
picture alliance / dpa

Heinz-Jakob Neußer (Archivbild)


Der frühere VW-Entwicklungsvorstand, Heinz-Jakob Neußer, hat den Volkswagen-Konzern auf die Nachzahlung eines Bonus in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro verklagt.

Am Donnerstag kommt es deshalb zu einer Güteverhandlung am Braunschweiger Arbeitsgericht. Neußer gehört zu einer Gruppe von sieben VW-Mitarbeitern, gegen die im Abgasskandal bislang Strafanzeige in den USA gestellt wurde. Ob er selbst zu der Verhandlung erscheint, ist unklar.

Neußer war von Juli 2013 bis September 2015 als VW-Markenvorstand zuständig für die Entwicklungsabteilung von VW-Pkw. Zuvor verantwortete er ab 2011 die Motorenentwicklung. Ihm wird vorgeworfen, VW-Ingenieure ab 2012 dazu angehalten zu haben, den Betrug bei den Abgasmessungen zu verschleiern. Erst 2015 soll Neußer auf einer Sitzung des Volkswagen-Markenvorstands vom Einbau der Schummel-Software in US-Modellen berichtet haben.

Erst in der vergangenen Woche durchsuchten mehr als hundert Polizisten und Staatsanwälte die Audi-Zentrale in Ingolstadt, das Werk in Neckarsulm, den VW-Konzernsitz in Wolfsburg und sieben weitere Standorte. Insgesamt 47 Personen listet der Durchsuchungsbeschluss namentlich auf.

Indes sitzt ein ehemaliger VW-Manager in den USA weiter in Haft. Auch er soll in den Abgasskandal verstrickt sein. Ein Kautionsantrag wurde abgelehnt. Ihm drohen 169 Jahre Gefängnis.

koe/dpa

insgesamt 59 Beiträge
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elke.blinick 23.03.2017
1.
Hohmann-Dennhard (SPD) bekommt 12 Millionen fuer 1 Jahr VW Mitgliedschaft. Winterkorn 3,000 Euro Rente am Tag und Millionen. Warum nicht auch dieser gute Herr? 1.4 Millionen, ist doch noch bescheiden.
spontanistin 23.03.2017
2. Ist der Ruf erst ruiniert...
... lebt's sich gänzlich ungeniert. Dann kann man auch problemlos öffentlich seine Gier zur Schau stellen. Das System der organisierten Verantwortungslosigkeit in den Chefetagen wird auch dazu führen, dass keiner der für die Vorgaben zur Entwicklung und zum Einsatz der Betrugssoftware Verantwortlichen je Schadensersatz leisten werden muss!
Hildegard I. 23.03.2017
3. Selbstverständlich
Bekommt er seine Boni, warum denn nicht, Boni werten nicht die Qualität seiner Arbeit, die Bankmanager egal was sie versemmelt haben, bekamen auch ihre Boni. Wir leben doch schließlich in einem Rechtsstaat.
johannesbueckler 23.03.2017
4. Es ist unklar ob er für die Verhandlung in die USA reist
Über den Satz lache ich mich schlapp....Der könnte ja aus Versehen seinen Spezi in "federal" U-Haft treffen, der schon einsitzt ...Und zwar ohne Kaution....Als Winterkorn würde ich trotz der vorhandenen Kohle auch nicht zum Shopping nach NYC reisen.....Obwohl es natürlich nur Schummelei war.
khg 23.03.2017
5.
Scheinbar haben unsere heutigen Manager, Herr Neußer ist da nicht allein vergessen was Bonus bedeutet. Eine Sonderzahlung für gute Leistung.
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