Betrug mit Kunstobjekten Achenbach muss Aldi-Clan 19 Millionen Euro zahlen

Urteil im Betrugsprozess: Der Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach muss dem Albrecht-Clan Schadenersatz zahlen. Er hatte die Milliardärsfamilie mit Kunstwerken betrogen.

Kunstberater Achenbach: Niederlage vor Gericht
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Kunstberater Achenbach: Niederlage vor Gericht


Düsseldorf - Helge Achenbach ist vor dem Landgericht Düsseldorf verurteilt worden. Er muss der Albrecht-Familie rund 19 Millionen Euro Schadenersatz zahlen.

Der Düsseldorfer Kunstberater hatte für den 2012 verstorbenen Aldi-Nord-Erben Berthold Albrecht Luxuswaren gekauft. Dieser war ein Sohn des ebenfalls bereits gestorbenen Aldi-Gründers Theo Albrecht.

Für die Vermittlung hatte Achenbach teils hohe Aufschläge auf den Kaufpreis erhoben, zu denen er nicht berechtigt gewesen sei, stellte die 6. Zivilkammer am Dienstag fest.

Insgesamt ging es vor Gericht um 14 Bilder, darunter die "Famille du Jardinier" von Pablo Picasso (Link zum Bild). Babette Albrecht, die Witwe von Berthold Albrecht, warf Achenbach in einem parallelen Strafverfahren vor, er habe ihrem Mann insgesamt neun Oldtimer vermittelt, mit denen er wegen seiner schweren Krankheit gar nichts anfangen konnte.

Bei den Käufen soll Achenbach zum Teil weit mehr als die vereinbarten fünf beziehungsweise drei Prozent Provision abgerechnet und dazu in mindestens 33 Fällen Belege gefälscht haben.

Achenbach sitzt seit Monaten in Untersuchungshaft und hat in Teilen gestanden. Er habe Geld gebraucht, unter anderen wegen der Verluste seiner Restaurantkette Monkey's, sagte der Unternehmer.

Achenbach soll laut Staatsanwaltschaft mit einem mitangeklagten Ex-Geschäftspartner zwei weitere schwerreiche Kunden bei Kunstverkäufen getäuscht haben.

ssu/dpa



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insgesamt 37 Beiträge
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freespeech1 20.01.2015
1.
Auch wenn es natürlich richtig ist, dass bei Betrug Schadenersatz zu leisten ist, so ist doch erstaunlich, dass sich die Spitze der erfolgreichsten Unternehmerfamilie in Deutschland so hintergehen ließ. Mutig von Frau Albrecht, die Sache vor Gericht zu bringen.
ihatezensur 20.01.2015
2. Verhandelt vor dem LG Essen
Verurteilt vom LG Düsseldorf? Wie geht denn das?
spassamarbeiten 20.01.2015
3. 19 millionen
davon kann sich jetzt Frau Albrecht noch ein paar löwen statuen kaufen. aber im ernst: was für eine armselige Familie und vor allem geistig arme Familie ist das bitte. Krämerseelen. einerseits gibt Frau Albrecht zur aussage das sie ein paar schritte hinter achenbach auf der Kunstmesse gegangen ist, da ja sonst die Kunsthändler höhere Aufschläge genommen hätten, wenn man weiss das es sich um die reichen Albrechts handelt - aber dann achenbach hinterher den Vorwurf machen, er hätte höhere Aufschläge genommen. vielleicht hat sie ihn überhaupt mit der aussage auf diese Idee erst gebracht - auch wenn betrug oder betrügerische Absichten nachweisbar sind. so ekelt man sich doch vor der Habgier und Dummheit dieses Aldi-Clans. Im übrigen - das Preisdumping was die bei ihren Zulieferern machen - das ist kein Betrug ?! Ich hoffe das sich zukünftig die Kunden von Aldi überlegen ob sie bei einem solchen geldgeier-clan einkaufen. Das wäre die angemessenste Strafe.
leser008 20.01.2015
4. Die Richtigen beisammen......
Zitat von freespeech1Auch wenn es natürlich richtig ist, dass bei Betrug Schadenersatz zu leisten ist, so ist doch erstaunlich, dass sich die Spitze der erfolgreichsten Unternehmerfamilie in Deutschland so hintergehen ließ. Mutig von Frau Albrecht, die Sache vor Gericht zu bringen.
Da haben sich wohl die Richtigen gefunden. Albrecht brauchte den A. als Deckung, um nicht Aldi-Preise zahlen zu müssen. Hat sich aber dann um Details nicht mehr gekümmert. Und 3 Proz Aufschlag, zumal ein Rückgaberecht vereinbart war, decken weder Kosten noch Risiko. Da werden in der Branche allemal Kickbacks vereinbart. Und wenn Achenbachs Monkey Restaurants keinen Gewinn machten, hätte er sie abstossen oder dichtmachen müssen. Tolle Kaufleute waren da am Werk.
les2005 20.01.2015
5. absurder Vorwurf
Daß Albrecht Oldtimer gekauft hat, mit denen er wegen seiner Krankheit nichts anfangen konnte, wird sie jetzt aber nicht wirklich Achenbach zum Vorwurf machen wollen, oder? Das Gejammer, daß ihr Autohändler ständig Autos andrehen wollten, finde ich ziemlich peinlich.
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