Frankfurt am Main - Europas Händler haben den ersten Schrecken nach der Rating-Herabstufung mehrerer Euro-Staaten offenbar bereits verdaut: Der Dax
gab am Montag in den ersten zwei Handelsstunden leicht nach. Am späten Vormittag drehte der deutsche Leitindex sogar ins Plus. Auch der Euro erholte sich etwas von seinem jüngsten Kursrutsch.
Am Freitag hatte die US-Rating-Agentur S&P Frankreich und Österreich die Top-Bonitätsnote "AAA" entzogen und sieben weitere Länder der Euro-Zone herabgestuft. Die Börsen in Asien hatten am Morgen mit einem Minus von etwas mehr als einem Prozent geschlossen.
"Die Herabstufung Frankreichs war allgemein erwartet worden", sagte Andrew Wells, der die Anlage-Entscheidungen am Anleihemarkt beim Vermögensverwalter Fidelity verantwortet. Schlimmer wäre es gewesen, wenn auch Deutschland seine Top-Note verloren hätte. Auch für Stefan Schilbe, Chefvolkswirt bei HSBC Trinkaus, stellte der Schritt der Rating-Agentur keinen großen Belastungsfaktor dar. "Man muss ja auch sehen, dass es Abstufungen rund um den Globus gab."
Die Reaktion auf die Herabstufungen durch S&P dürfte einem Händler zufolge erst in den kommenden Tagen ihre volle Wirkung zeigen: Bereits an diesem Montag platziere Frankreich neue Anleihen im Volumen von 8,5 Milliarden Euro. Am Dienstag folge der EFSF mit 1,5 Milliarden Euro. Am Donnerstag stehe dann noch Spanien auf der Agenda mit einer größeren Auktion. Die Renditen der zehnjährigen Anleihen heruntergestufter Staaten wie Frankreich, Österreich oder Italien zogen bereits am Montagvormittag an.
Im Zuge der S&P-Aktion gerate die Situation in Griechenland etwas in den Hintergrund, sagte der Händler weiter. Aber hier bestehe momentan die größte Unsicherheit für den Markt.
yes/dpa-AFX
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