Automatischer Paketbote Hermes testet Zustellung per Lieferroboter

Der Paketdienst Hermes wird Lieferroboter auf deutsche Gehwege schicken: Im Sommer will das Unternehmen einen Pilottest für die Zustellung mit Starship-Robotern starten.

Lieferroboter Starship
REUTERS

Lieferroboter Starship


Flugzeuge, Lkw, Autos, Fahrräder - im Lieferdienst sind menschenbetriebene Fahrzeuge nicht mehr das Maß der Dinge: DHL und Amazon Chart zeigen setzen auf Drohnen, Hermes will jetzt die Zustellung mit Lieferrobotern ausprobieren. Ein erster Pilottest in Deutschland mit Geräten der Firma Starship solle im Sommer starten, kündigten die Unternehmen an. Wo genau der stattfinden wird, sei noch nicht entschieden.

DHL-Drohne (2013)
dpa

DHL-Drohne (2013)

Hermes unterstütze Starship als exklusiver Logistikpartner in Deutschland finanziell und mit Infrastruktur. Die Starship-Roboter, die manche an einen großen Mars-Rover erinnern, andere an einen Staubsauger ohne Saugrohr, können bis zu 15 Kilogramm auf eine Entfernung von fünf Kilometern befördern. In Zukunft sollen sie vollautomatisch auf den Gehwegen unterwegs sein.

Im Video: So funktioniert der Starship-Roboter

In ein Fach im Inneren passen etwa zwei bis drei Einkaufstüten. Der Roboter fährt Bordsteine herauf und herunter. Das Gerät erfasst seine Umgebung dafür mit neun Kameras.

Bei bisherigen Tests in anderen Ländern wurden die Roboter meist noch von Menschen mitgesteuert, später soll ein Mitarbeiter per Internet 50 bis 100 der Fahrzeuge überwachen und notfalls eingreifen können. Starship peilt Kosten von rund einem Dollar pro Zustellung an.

Amazon-Drohne (2013)
AFP/ Amazon

Amazon-Drohne (2013)

In Deutschland gibt es noch keine Regelungen für den Betrieb solcher Roboter, deswegen sind für Tests auf der Straße Ausnahmegenehmigungen erforderlich.

Anfang der Woche gab schon der Handelskonzern Metro bekannt, dass er Starship-Roboter teste - allerdings vorerst nur auf dem Firmengelände. Auch andere Anbieter arbeiten an solchen Lösungen: So testete die Pizza-Kette Domino's einen eigenen Lieferroboter in Australien.

nck/dpa

insgesamt 86 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Rohrbruch 10.06.2016
1. Gestern autonom fahrende Züge ...
... heute Zustellroboter. Einfache Berufe werden aussterben. Leider werden sie nicht durch andere einfache Berufe ersetzt. Und leider erkennt die Politik diesen Wandel in der neuen digitalen Welt nicht. Ergo wird es immer mehr Abgehängte in unserer Gesellschaft geben. Wozu all diese "Optimierungen"? Gewinnoptimierung um jeden Preis? Muss der böse einfache Arbeiter weichen, komme was wolle? Gesellschaftliche Verantwortund der Wirtschaft... alles Schnee von vorgestern.
stinkfisch1000 10.06.2016
2. Toll
Und wenn der Roboter ge- oder beklaut wird, hat der Kunde halt Pech gehabt ...
stefan-arte 10.06.2016
3. Geilo!!!
... Sehe schon Muttern wie wild mit ihrem Gehstock auf die putzigen Kleinen eindreschen... Manche kommen nie raus aus ihrer Sandkiste...Harr Harr!
chucho 10.06.2016
4. Neue Chancen für Diebe!
Ob das für Hermes wirklich lukrativ ist? Einfacher können Diebe nicht an neue Ware kommen. Zwei maskierte Diebe greifen den Rover, packen ihn auf die Ladefläche eines Pickups mit vor Radiowellen schützendem Behälter. Und tschüß!
remcap 10.06.2016
5. Undurchführbar...
und das scheitert schon daran, das der Kunde nicht zuhause ist und niemand eine Benachrichtigung hinterlässt. Noch gar nicht erwähnt sind die Umwelteinflüsse regen, Schnee, Glatteis, Smog, Hitze..etc... Wenn schon Tests dann bitte auf Testgelände , wenn es schon schiefgeht, dann soll es die Öffentlichkeit bloss nicht wissen...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.