Pleite-Leuchtenhersteller: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 15 Personen bei Hess

Mitarbeiter des Leuchtenherstellers Hess AG (Archiv): Deutliche Fehler in der Bilanz Zur Großansicht
dapd

Mitarbeiter des Leuchtenherstellers Hess AG (Archiv): Deutliche Fehler in der Bilanz

Eine geschönte Bilanz und Beihilfe zur Erstellung von Scheinrechnungen: Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat ihre Ermittlungen gegen die Pleitefirma Hess ausgeweitet. Inzwischen sind 15 Personen im Visier der Fahnder.

Villingen-Schwenningen - Neue Entwicklung im Skandal um den Leuchtenspezialisten Hess: Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat ihre Untersuchungen wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation ausgeweitet. Es werde inzwischen gegen 15 Personen ermittelt, sagte ein Sprecher am Freitag auf Anfrage. Neu seien Personen hinzugekommen, die möglicherweise Beihilfe zur Erstellung von Scheinrechnungen geleistet hätten. Ein Ende des Verfahrens sei nicht absehbar. Die Ermittler interessieren sich auch für ein Gutachten, das der Aufsichtsrat des Unternehmens zu dem Vorwurf der geschönten Bilanz in Auftrag gegeben hatte.

Demzufolge hat es in der Vergangenheit deutliche Fehler in der Bilanz gegeben. Danach seien für das Geschäftsjahr 2011 der Umsatz um rund neun Millionen Euro sowie der Jahresüberschuss um rund sechs Millionen Euro zu hoch ausgewiesen worden, hatte das Schwarzwälder Unternehmen am Donnerstagabend mitgeteilt. Für 2012 seien die Erlöse um rund 15 Millionen Euro sowie der Gewinn um rund neun Millionen Euro zu hoch angegeben worden. Aufgrund dieser Ergebnisse erwarte die Gesellschaft für 2012 einen Verlust von mindestens 15 Millionen Euro.

Die Landesbank Baden-Württemberg hatte kürzlich bereits einen Strafantrag gegen Hess gestellt. Die Bank fühlt sich getäuscht, weil Hess knapp vier Monate nach dem Börsengang pleite ging. Finanzkreisen zufolge zählt die LBBW zu den größten Gläubigern des Unternehmens.

yes/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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1. blindeWPs
zberg 15.03.2013
die übliche leier .wirtschaftsprüfer drücken gegen viel geld die augen zu und den stempel drauf. keine ahnung,keine lust,keine mühe,keine quervergleiche und plausibilitätsprüfungen. bei den DAX buden weltweit aktiv is noch mehr fantasie in der bilanz
2. Aufsichtsrat ? Wirtschaftsprüfer?
kritischerleser50 15.03.2013
Bei solchen Vorkommnissen frage ich mich immer wieder, wozu Aufsichtsräte und Wirtschaftsprüfer eigentlich da sind. Beide kosten einen Haufen Geld, und wofür ? WAS bitte prüfen Wirtschaftsprüfer ? WAS bitte beaufsichtigen Aufsichtsräte. Mittlerweile wird, vor allem in Aktiengesellschaften, ein Zertifizierungsfetischismus betrieben, ein Formulismuss auch noch. Und ? Hat das alles die Bilanzskandale verhindert ? Ein Punkt mag sein, dass heute Verwaltungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen nur noch extrem kurze Zeit gelassen wird, und den Prüfungsgesellschaften für die Prüfungen auch. Denn es muss ja 15 Tage nach Jahresabschluss der geprüfte (!) Jahresabschluss vorliegen. Das wollen die Vorstände mittlerweile so. Nur sind solche Abschlüsse kaum das Papier wert, auf dem sie stehen. Meine Meinung: Weg von diesem IFRS-Irrsinn, und wieder solide Abschlüsse nach HGB, und dafür eine angemessene Zeit.
3. kontrollfrei
genugistgenug 15.03.2013
Zitat von kritischerleser50Bei solchen Vorkommnissen frage ich mich immer wieder, wozu Aufsichtsräte und Wirtschaftsprüfer eigentlich da sind. Beide kosten einen Haufen Geld, und wofür ? WAS bitte prüfen Wirtschaftsprüfer ? WAS bitte beaufsichtigen Aufsichtsräte. Mittlerweile wird, vor allem in Aktiengesellschaften, ein Zertifizierungsfetischismus betrieben, ein Formulismuss auch noch. Und ? Hat das alles die Bilanzskandale verhindert ? Ein Punkt mag sein, dass heute Verwaltungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen nur noch extrem kurze Zeit gelassen wird, und den Prüfungsgesellschaften für die Prüfungen auch. Denn es muss ja 15 Tage nach Jahresabschluss der geprüfte (!) Jahresabschluss vorliegen. Das wollen die Vorstände mittlerweile so. Nur sind solche Abschlüsse kaum das Papier wert, auf dem sie stehen. Meine Meinung: Weg von diesem IFRS-Irrsinn, und wieder solide Abschlüsse nach HGB, und dafür eine angemessene Zeit.
Du darfst Vorstand machen, wenn ich Aufsichtsrats spielen darf - und umgekehrt - und jeder deckt den anderen! Wo die Aufsichtsräte geblieben sind? Ein Bekannter hat bei einigen Landesbanken mal die Aufsichtsräte angefragt, wie die Probleme ungesehen entstehen konnten. Antwort eins Politikers (ohne Berufsausbildung/abg. Studium, aber gut kaschiert) - dass man dort die Aufgabe hat dem Vorstand neue Projekte/Aufgabengebiete/usw. vorzuschlagen - die Aufgaben eines Aufsichtsrates (Kontrolle des Vorstandes) waren völlig unbekannt - diese Position diente nur dazu parteigenehme Projekte irgendwie finanzieren zu lassen
4. Aufsichtsrat ist kein Ehrenamt
cleanstate 16.03.2013
Fast alle Aufsichtsräte werden immer noch aus dem persönlichen Freundeskreis der Hausbanker oder der Gesellschafter, mit Parteigenossen, Golfclubkumpels und ohne jegliche Prüfung der fachlichen und persönlichen Qualifikation besetzt. Heute benötigt schon der Aufsichtrat eines Mittelständlers selbst eine langjährige Praxis aus dem Top - Management, um auf Augenhöhe mit der Unternehmensführung agieren und wirken zu können. Nur so kann das Unternehmen wirklich kontrolliert und gefördert werden.
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