München - Einst gehörten sie zu den führenden Köpfen bei der BayernLB, nun droht ihnen die Bank mit einer Klage: Der frühere bayerische Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) und Ex-Sparkassenpräsident Siegfried Naser sollen der Landesbank wegen des Milliardendesasters mit der österreichischen Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) Schadenersatz bezahlen. Aus Sicht des Vorstandes haben die beiden ihre Überwachungspflichten in grob fahrlässiger Weise verletzt.
Eine eventuelle Klage habe daher Erfolgsaussichten, teilte die BayernLB mit. Zur Höhe des geforderten Schadenersatzes äußerte sich die Bank nicht. Nach Einschätzung aus Finanzkreisen geht es um eine Millionensumme.
Der Kauf der HGAA im Jahr 2007 hatte der BayernLB horrende Verluste eingebrockt und die Steuerzahler mit 3,7 Milliarden Euro belastet. Vor der Unterzeichnung des Kaufvertrags im Mai 2007 beriefen Naser und Faltlhauser keine Verwaltungsratssitzung mehr ein, um das Milliardengeschäft noch einmal zu überprüfen. Damit haben sie ihre Kontrollfunktion nach Ansicht des BayernLB-Vorstandes vernachlässigt. Angesichts der Größe und Bedeutung des Kaufs sowie der ungeklärten Risiken wäre diese Sitzung zwingend erforderlich gewesen, hieß es. Im Untersuchungsausschuss des bayerischen Landtages hatten Naser und Faltlhauser jede Verantwortung von sich gewiesen.
Statt einer Klage könnte der Streit aber noch durch einen Vergleich beigelegt werden. Als Vorbild könnte dabei das Beispiel Siemens dienen: Der Konzern hatte sich in der Schmiergeldaffäre mit mehreren Ex-Vorständen auf Vergleichszahlungen in Millionen-Höhe verständigt.
mmq/dpa/Reuters
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