Hilfe von anderen Versicherern: Zwei Krankenkassen können Pleite verhindern

Sie sind vorerst gerettet: Die drohende Insolvenz der City BKK und der GBK ist abgewendet. Die übrigen Betriebskrankenkassen wollen bei ihrer Entschuldung und einer erforderlichen Fusion helfen. Das ist das Ergebnis eines Krisentreffens.

Berlin - Ihnen drohte das Aus: Doch die Schließung der angeschlagenen Krankenkassen City BKK und Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln (GBK) ist vorerst abgewendet. Die Mehrheit der rund 120 Betriebskrankenkassen-Vorstände entschied am Freitag, die von der Pleite bedrohte City BKK zu entschulden und der GBK bei der Fusion mit einer anderen BKK zu helfen. das teilte eine Sprecherin des BKK-Bundesverbandes nach dem Krisentreffen in Berlin mit. Es gebe bereits ein konkretes Angebot für eine Fusion.

Den beiden hochverschuldeten Kassen drohte laut einem Bericht der "Welt" die Schließung durch das Bundesversicherungsamt (BVA). Beide Krankenkassen hatten dem BVA bereits im Frühjahr ihre drohende Überschuldung gemeldet. Zu einer solchen Anzeige sind die Kassen verpflichtet, weil ihnen sonst ein Verfahren wegen Insolvenzverschleppung droht.

Die GBK hatte im vergangenen Jahr als erste Krankenkasse überhaupt einen Zusatzbeitrag von ihren Versicherten erhoben. Nach eigenen Angaben geriet die Kasse durch zwei seltene Fälle von Bluter-Erkrankungen bei Versicherten in finanzielle Schwierigkeiten.

Die BKK-Sprecherin betonte, die Entschuldung der in Stuttgart ansässigen City BKK werde mit harten Auflagen zur Sanierung verbunden, die streng kontrolliert werden sollten. Die Entschuldung soll bis Ende 2012 abgeschlossen sein. Vor wenigen Tagen war ein Interimsvorstand eingesetzt worden.

Die City BKK erhebt wegen ihres hohen Schuldenstands seit dem 1. April von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag von acht Euro pro Monat. Unter den gut 200.000 Versicherten befinden sich viele alte und kranke Menschen mit hohen Behandlungskosten. Laut Gesetz müssen die 124 Betriebskrankenkassen bei Finanzproblemen füreinander einstehen. Erst wenn dies nicht reicht, werden die anderen Krankenkassen herangezogen.

wit/AFP/Reuters

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