Deutsche-Bank-Großaktionär HNA will bei Hilton aussteigen

Der chinesische Konzern HNA hat sich mit einer ausgedehnten Einkaufstour offenbar überhoben. Um wieder flüssig zu werden, will sich das Unternehmen von seiner Beteiligung an der Hotelkette Hilton trennen.

Hilton-Hotel in Kiew (Archiv)
REUTERS

Hilton-Hotel in Kiew (Archiv)


Der Deutsche-Bank-Großaktionär HNA ist hochverschuldet. Deshalb erwägt der Mischkonzern den Verkauf seiner Anteile an der US-Hotelkette Hilton. HNA wolle sein 26-prozentiges Paket ganz oder in Teilen verkaufen, teilte der chinesische Konzern mit.

An der Börse ist Hilton fast 25 Milliarden Dollar wert. Das HNA-Paket könnte dem Aktionär somit gut sechs Milliarden Dollar einbringen. Der Zeitplan möglicher Verkäufe hänge von den jeweiligen Marktbedingungen ab, hieß es.

Der Aktienkurs von Hilton reagierte zwischenzeitlich mit einem Kursrückgang um bis zu drei Prozent, glich die Verluste aber schnell wieder aus. HNA war erst 2017 mit 6,5 Milliarden Dollar bei Hilton eingestiegen.

Warnung vor Liquiditätsengpass

HNA hatte in den vergangenen Jahren mithilfe von Krediten für rund 50 Milliarden Dollar in aller Welt Beteiligungen und Immobilien erworben. Anfang 2017 war HNA groß bei der Deutschen Bank eingestiegen, hat seine Beteiligung aber in diesem Jahr bereits mehrfach leicht gesenkt.

Beobachter befürchten, dass sich das Unternehmen durch die zahlreichen Übernahmen verhoben haben könnte. Zuletzt hatte die Führung des Mischkonzerns die Gläubiger vor einem Liquiditätsengpass gewarnt.

Inzwischen hat HNA damit begonnen, sich von einem Teil der Investments zu trennen, um wieder an flüssige Mittel zu kommen. Im ersten Halbjahr soll der Konzern Verkaufserlöse von insgesamt rund 100 Milliarden Yuan (15,9 Milliarden Dollar) anstreben.

Der geplante milliardenschwere Börsengang des Schweizer Bordverpflegungs-Unternehmens Gategroup scheiterte allerdings Ende März.

Bereits im März hatte HNA seine Anteile an zwei zuvor vom Hilton-Konzern ausgegliederten Ablegern für zusammen 2,34 Milliarden Dollar verkauft.

brt/dpa/Reuters

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