Auf den Verpackungen prangen Apfelschnitze und Beeren, drapiert auf einer Picknickdecke. In der Verpackung stecken Pulvertees für Kleinkinder, gesüßt mit einer Menge Zucker. Die Lobbygruppe Foodwatch hatte die Instant-Tees des Nahrungsmittelherstellers Hipp vor vier Monaten zur "dreistesten Werbelüge" des Jahres gekürt. Jetzt reagierte das Unternehmen und nahm die von den Verbraucherschützern kritisierten Kindertees vom Markt.
Seit November gebe es nur noch einen neuen zuckerfreien Instant-Tee, sagte Firmenchef Claus Hipp dem Berliner "Tagesspiegel". Das Unternehmen halte die Kritik zwar nicht für gerechtfertig. Man habe den Verbraucher aber nicht verunsichern wollen, begründete Claus Hipp das Ende der Tees. "Die üble Nachrede ist immer stärker als der Werbeaufwand", sagte er der Zeitung.
Rund 130.000 Verbraucher haben sich laut Foodwatch an der Wahl zum "Goldenen Windbeutel 2012" beteiligt. Die Verbraucherorganisation vergibt den Preis für die "dreisteste Werbelüge", 44.000 Menschen stimmten für die Werbekampagne der Instant-Kindertees "Früchte", "Waldfrüchte" und "Apfel-Melisse" von Hipp. Der Hersteller empfiehlt die Produkte für Kleinkinder ab dem zwölften Lebensmonat.
Foodwatch kritisiert, dass die Granulat-Tees umgerechnet zweieinhalb Stücke Würfelzucker pro 200-Milliliter-Tasse enthalten und damit den Ernährungsempfehlungen für Kleinkinder widersprechen. Hipp wehrte sich direkt gegen den Vorwurf: Auf der Verpackung werde der Zuckergehalt transparent angegeben und entspreche dem einer Apfelsaft-Schorle. Zudem hätten "herkömmliche Säfte und Getränke für Kinder einen wesentlich höheren Zuckergehalt".
irb/dapd
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