Höchster Stand seit Mitte Mai Euro sticht den Dollar wieder aus

Comeback des Euro: Seit Wochen gewinnt die noch vor kurzem verschmähte europäische Gemeinschaftswährung wieder an Wert. Am Donnerstag kostete ein Euro bereits rund 1,27 Dollar. Das ist der höchste Stand seit Mitte Mai.

Logo der Europaeischen Zentralbank: Hoffnung auf ein kräftiges Wachstum
ddp

Logo der Europaeischen Zentralbank: Hoffnung auf ein kräftiges Wachstum


Frankfurt am Main - Im Frühjahr, zur Hochzeit der Griechen-Krise, kannte der Euro nur eine Richtung: nach unten. Doch seit rund vier Wochen legt die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar wieder zu. Am Donnerstag erreichte sie im Verhältnis zur Welt-Leitwährung sogar den höchsten Stand seit Mitte Mai. Damals verabschiedete die EU ein gigantisches Rettungspaket für den Euro.

In der Spitze war ein Euro am Donnerstag 1,27 Dollar wert. Am späten Nachmittag kostete er noch 1,2681 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,2660 (Mittwoch: 1,2567) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7899 (0,7957) Euro.

"Festere Aktienmärkte sorgen für Kursgewinne beim Euro", sagte Devisenexperte Thomas Amend vom Bankhaus HSBC Trinkaus. Dieses Bild sei weiterhin intakt. Entscheidende fundamentale Impulse seien mangels neuer Daten aus den USA ausgeblieben.

Deutscher Aufschwung hilft dem Euro

Etwas Unterstützung für die Märkte und damit auch für den Euro hätten die Aussagen von EZB- Präsident Jean-Claude Trichet gebracht. Im Kern habe Trichet zwar keine Überraschungen geliefert. Er habe aber angedeutet, dass die EZB den Märkten trotz der jüngsten positiven Signale auch weiterhin zur Seite stehe. Die EZB wolle offenbar nicht zu früh auf die Bremse treten.

Zuletzt hatten insbesondere Daten aus Deutschland die Hoffnung auf ein kräftiges Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal genährt. So gewann laut Daten vom Donnerstag nicht nur der Außenhandel kräftig an Fahrt, auch die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe legte überraschend stark zu. Bereits optimistische Markterwartungen wurden jeweils deutlich übertroffen.

Einen kleinen Wermutstropfen stellt der Auftragseingang der deutschen Industrie dar, der im Mai nach Zahlen vom Mittwoch überraschend zurückging. Ökonomen werteten das Minus aber lediglich als Gegenbewegung auf die kräftigen Zuwächse in den Vormonaten und verwiesen auf geringere Großbestellungen im Mai.

böl/dpa-AFX



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