Höhere Rendite Spezialfonds investiert nur in Firmen mit Chefinnen

Frauen - der beste Garant für eine sichere Kapitalanlage? Eine Schweizer Bank hat einen speziellen Fonds entwickelt, der nur in frauengeführte Firmen investiert: Sie sollen höhere Renditen erwirtschaften.

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London - Ab der kommenden Woche können Anleger den Risikofaktor Testosteron in ihrem Portfolio vermindern. Nach Informationen des "Guardian" wird es dann einen Fonds geben, der nur in Firmen mit einem ausgewogenen Verhältnis von Frauen und Männern in Führungspositionen investiert.

Schirmherrinnen des Fonds sind Cherie Blair, Gattin des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair, Kim Campbell und Jenny Shipley, ehemalige Regierungschefinnen aus Kanada und Neuseeland. Die Schweizer Bank Naissance Capital hat das Projekt gestartet.

Argumentative Unterstützung bekommt der Fonds von McKinsey. In einer 2007 veröffentlichten Studie fand die Unternehmensberatung heraus, dass eine ausgeglichene Geschlechterverteilung sowohl die Gehälter als auch die Aktienkurse in die Höhe treibt. In Europa gebe es allerdings nur elf Prozent weibliche Chefs. Am höchsten sei die Frauenquote in Norwegen (31 Prozent), Schweden (24 Prozent), Bulgarien und Lettland (jeweils 21 Prozent). In Spanien (4 Prozent), Italien (3 Prozent) und Luxemburg (1 Prozent) ist sie am niedrigsten.

Der Verantwortliche für den neuen Fonds, Daniel Tudor von Naissance Capital, hofft, dass er bis Jahresende 200 Millionen Dollar zum Investieren eingesammelt hat. Dem "Guardian" sagte er, sein Fonds sei kein wohltätiges Projekt. Er glaube wie McKinsey an Leistungssteigerung von Firmen durch mehr Frauen in der Führung: "Dies ist keine Übung, um Büstenhalter zu verbrennen, das ist Business. Wenn der Fonds gut abschneidet, werden die Menschen begreifen, dass Geschlechterdiversität gut fürs Geschäft ist."

Einen kleinen Teil des Fonds will Tudor deshalb dazu verwenden, Firmen davon zu überzeugen, mehr Chefinnen einzustellen. Die Firmen für den Fonds sucht er hauptsächlich in den USA und Europa. In anderen Regionen sei es schwieriger, Firmen zu finden, welche die Kriterien erfüllen - in Japan beispielsweise sei nur ein Prozent der Chefposten mit Frauen besetzt.

mip



Forum - Verbessern mehr Frauen in Führungspositionen die Leistung eines Unternehmens?
insgesamt 139 Beiträge
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Seite 1
semper fi, 27.10.2009
1.
Zitat von sysopEine schweizer Bank bietet als erstes Institut Anlegern die Chance, ihr Geld nur in Firmen mit einem gleichen Anteil von Frauen und Männern zu investieren. Damit soll eine höhere Rendite erzielt werden. Was halten Sie von dem Angebot - sind Unternehmen mit einem hohen Anteil an Frauen an der Spitze erfolgreicher?
Wenn die Frauen besser sind als die Männer: Ja. Wenn die Frauen schlechter sind als die Männer: Nein.
Dominik Menakker, 27.10.2009
2.
Zitat von semper fiWenn die Frauen besser sind als die Männer: Ja. Wenn die Frauen schlechter sind als die Männer: Nein.
Oder um es zusammenfassend zu sagen. Das Vorurteil, Frauen oder Männer seien alleine aufgrund ihres Geschlechts besser oder schlechter ist Schwachfug.
DanielaMund, 28.10.2009
3.
Zitat von Dominik MenakkerOder um es zusammenfassend zu sagen. Das Vorurteil, Frauen oder Männer seien alleine aufgrund ihres Geschlechts besser oder schlechter ist Schwachfug.
Und eigentlich könnten wir diesen Tread nach dieser wahren Aussage (die ja nicht nur für Männer und Frauen, sondern auch für Nationalitäten, Haar- und Hautfarben, Körpergrößen etc gilt) wirklich schließen. Bitte, bitte Sysop - schließ diesen Tread, und noch ein paar andere, die in Richtung Boulevard-Journalismus gehen, noch dazu - ansonsten muss man sich überlegen, ob man nicht irgendwo anders darüber diskutiert, ob der SPIEGEL wirklich noch besser als BILD ist.
nemansisab, 28.10.2009
4. Klischee
Zitat von sysopEine schweizer Bank bietet als erstes Institut Anlegern die Chance, ihr Geld nur in Firmen mit einem gleichen Anteil von Frauen und Männern zu investieren. Damit soll eine höhere Rendite erzielt werden. Was halten Sie von dem Angebot - sind Unternehmen mit einem hohen Anteil an Frauen an der Spitze erfolgreicher?
Das erinnert mich an einen Besuch bei einer Wahrsagerin. Haben wir es wirklich immer noch nötig, über die Vor- und Nachteile der Geschlechter zu diskutieren? Gute Frau = gute Ergebnisse. Schlechte Frau = schlechte Ergebnisse.
neoptolemos 28.10.2009
5. Na dann
Zitat von sysopEine schweizer Bank bietet als erstes Institut Anlegern die Chance, ihr Geld nur in Firmen mit einem gleichen Anteil von Frauen und Männern zu investieren. Damit soll eine höhere Rendite erzielt werden. Was halten Sie von dem Angebot - sind Unternehmen mit einem hohen Anteil an Frauen an der Spitze erfolgreicher?
Der Markt wird entscheiden. Niemand wird sein Geld riskieren, nur weil eine politisch korrekte Unternehmenskultur besteht. Soll man für Hundebesitzer auch einen Fonds gründen, bei dem alle Vorstände Hunde halten? Eins ist jedenfalls jetzt schon klar: Wenn nichts dabei herauskommt, wird die Unternehmung mit Häme und Spott übergossen werden. Auch von mir.
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