Beschwerde des Buchhandels Kartellamt geht gegen Audible und Apple vor

Der Streit zwischen Buchbranche sowie der Amazon-Tochter Audible und Apple spitzt sich zu: Das Kartellamt hat ein Verfahren gegen die US-Konzerne eingeleitet. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels beschwert sich über deren Marktmacht bei Hörbüchern.

Ein Hör-Buch: Amazon-Tochter Audible hat Marktanteil von 90 Prozent
DPA

Ein Hör-Buch: Amazon-Tochter Audible hat Marktanteil von 90 Prozent


Das Bundeskartellamt prüft eine Beschwerde gegen die US-Handelsriesen Amazon Chart zeigen und Apple Chart zeigen. Dabei geht es um eine langjährige Vereinbarung über die Lieferung von Hörbüchern an den iTunes-Store, wie die Wettbewerbsbehörde mitteilte.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt kündigte an, die Behörde wolle die Vereinbarung zwischen Apple und der Amazon-Tochter Audible im Hörbuchbereich genau untersuchen: "Es muss sichergestellt sein, dass den Hörbuchverlagen für den Absatz ihrer digitalen Hörbücher hinreichende Ausweichalternativen zur Verfügung stehen", sagte er.

Die Wettbewerbshüter reagieren damit auf eine Beschwerde des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels: Die Download-Plattform missbrauche ihre Marktmacht und zwinge den meist kleinen deutschen Hörbuchverlagen existenzbedrohende Konditionen auf. Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, sieht dadurch die kulturelle Vielfalt gefährdet.

Audible hat einen Marktanteil von rund 90 Prozent beim Verkauf digitaler Hörbücher. Derzeit versucht das Unternehmen, die Verlage in ein Flatrate-Modell zu drängen, das ihnen deutlich niedrigere Umsätze bringen würde. Verlagen, die sich weigern, droht Audible mit Auslistung.

Beim Kartellamt liegen bereits weitere Beschwerden gegen Audible vor. Bereit im September hatte die EU-Wettbewerbskommission angekündigt, sich mit den Beschwerden der deutschen Buchbranche gegen Amazon zu beschäftigen.

apr/dpa



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insgesamt 16 Beiträge
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weiter_denken 16.11.2015
1. Blödsinn
Ich kann die Hörbücher auch selbst vertreiben und Audible hat nie und nimmer 90% bei den Hörbüchern. Allein Aldi, Lidl & co haben mit Ihren Aktionen vermutlich ein paar %. Vielleicht bei online und virtuell vertriebenen Hörbüchern. Da kann aber jeder hergelaufene einen Webshop aufmachen. Das macht aber keiner, weil nur Amazon mit seiner Marktmacht über die Preise verhandeln kann. Die restliche Konkurrenz haben die Verlage abgewürgt und ausgeschaltet.
sosume 16.11.2015
2. Apple Inc. Schon lange nicht mehr Apple Computer.
Das Bundeskartellamt sollte wenigstens die Namen der beteiligten Unternehmen kennen. Das Computer im Namen wurde schon lange gestrichen. Oder heißen die in Europa noch so?
der_durden 16.11.2015
3. Hört auf zu Jammern, bekommt eure Hintern hoch und seit mal endlich kreativ
Dem deutschen Buchhandel sind die Preise wahrscheinlich nicht genehm. Grundsätzlich mag man darüber ja diskutieren können, wenn nicht der Buchhandel selbst zum Teil durch die Buchpreisbindung in gewisser Weise und etwas zugespitzt ausgedrückt Missbrauch betreibt. Im Vergleich zu den englischen Büchern kosten die deutschen Versionen oft ein Vielfaches. Das wäre im gewissen Rahmen, wegen anfallender Kosten für Übersetzung und Lizenz zu verstehen, leider reicht selbst das dem deutschen Buchhandel häufig nicht aus und man teilt einen englischen Band (entsprechend auch Hörbücher) in zig deutsche Bände zum Vollpreis auf. So wird beispielsweise aus einem Band von A Song of Ice und Fire ganze 4 (!!) deutsche Bände. Ich finde es langsam etwas lästig, dass Deutschland und im Grunde ganz Europa sich nur noch mit dem Zerschlagen und Klagen gegen US-Konzerne beschäftigt. Eines steht nunmal fest, der Markt wurde hier verschlafen. Die Verlage und Verwerter haben sich hier auf allerlei Sonderrechtsstatus ausgeruht, waren sie doch unzählige Jahrzehnte die alleinige Hüter über das Wissen und nur sie durften dieses monetisieren. All dies verschlafend, jammert man heute herum, dass andere die Zeichen der Zeit erkannt haben. Das Geheule und Geklage gegen Google, Amazon und Co. ist das kreativlose Gehabe deutscher unflexibler Verleger, die meinen, dass der Kuchen auf alle Zeit so groß wie immer zu sein hat. Im Übrigen hat Otto sehr schön gezeigt wie es anders geht. Statt sich wegen Amazon im Selbstmitleid zu suhlen, hat man Taten sprechen lassen. Otto steht hervorragend da, neben Amazon und Co. Um es vorweg zu nehmen: Nein, der Vergleich hinkt nicht. Wäre der Buchhandel ähnlich kreativ gewesen, müssten sie sich heute nicht um ein Preisdiktat und über fehlende Ausweichmärkte beschweren. Auch Amazon gab im Grunde für Otto Preise vor. Otto hat diese aber nicht übernommen, ist zumeist hochpreisiger, konnte aber den Kundenservice und die Diversifikationsstrategien von Amazon für sich sehr gut kopieren und zu eigen machen.
Politische Bildung? 16.11.2015
4.
z.T. auch selbst drann schuld. Grade Hörbücher kosten horrende Summen. Die Hörbücher die ich von Stephen King habe hätten im Handel pro Stück 28 Euro gekostet... das ist m.M. nach unverhältnismäßig. Ohne Audible hätte ich mir die Hörbücher gar nicht erst gekauft
petermersch 16.11.2015
5. Wäre der Fall Pirincci ...
dann nicht genauso ein Fall fürs Kartellamt? Immerhin hat sich dabei der gesamte Buchhandel wie ein Kartell verhalten.
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