Hoffnung für Schlecker-Mitarbeiter: dm will bis zu 80 Märkte übernehmen

Einige Schlecker-Beschäftigte können wieder hoffen: Nach der Pleite der Drogeriemarktkette ist der einst schärfste Konkurrent dm an Filetstücken des Unternehmens interessiert. Es geht um bis zu 80 Ihr Platz- und Schlecker-XL-Märkte.

Einkaufen bei dm: Die Drogeriemarktkette interessiert sich für Schlecker-Töchter Zur Großansicht
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Einkaufen bei dm: Die Drogeriemarktkette interessiert sich für Schlecker-Töchter

KARLSRUHE - Nach der Pleite der Drogeriemarktpleite können Mitarbeiterinnen von einigen Schlecker-Töchterfilialen wieder hoffen: Der einst größte Konkurrent dm ist an 80 Märkten des ehemaligen Familienkonzerns interessiert. Überwiegend gehe es um Filialen von Ihr Platz, auch an einzelnen Schlecker-XL-Läden sei dm interessiert. "Mit den Menschen von Ihr Platz, die dm als neuen Arbeitgeber haben wollen, führen wir gerne Gespräche", teilte das Unternehmen auf Anfrage mit.

Neun Standorte von Ihr Platz und Schlecker habe dm bereits übernommen. In die Modernisierung bestehender und in die Eröffnung neuer Märkte investiert dm im laufenden Jahr mehr als 100 Millionen Euro. Die Drogeriemarktkette will 2012 mindestens 130 neue Märkte eröffnen und liegt mit ihrer aktuellen Geschäftsentwicklung nach eigenen Angaben deutlich über Plan.

Man habe alle Standorte der Schlecker-Töchter Markt für Markt analysiert, hieß es weiter. Bei der Auswahl der Märkte sei neben der Größe auch der "Standort in seinem Umfeld" entscheidend gewesen. Im Falle einer erfolgreichen Übernahme würde es bis zur Neueröffnung unter dm-Logo nur wenige Monate dauern. Logistisch ließen sich die Märkte sofort integrieren, eine Umstellung auf unser Ladenbild könnten wir zeitnah vollziehen", sagte dm-Chef Erich Harsch.

dm mit historischem Umsatzplus

Bereits jetzt profitiert dm nach eigenen Angaben von der Pleite des einst größten Konkurrenten Schlecker: "Der Mai war mit einem Umsatzplus von 15 Prozent der mit Abstand beste in unserer fast 40-jährigen dm-Geschichte", sagte Harsch. "Es ist offenbar so, dass die Drogerie-Märkte momentan durch die Schlecker-Pleite viel Aufmerksamkeit erfahren", sagte er als Begründung.

Am vergangenen Freitag hatte sich der Münchner Investor Dubag zurückgezogen, der alle 490 Ihr Platz-Filialen sowie die 342 Schlecker-XL-Märkte übernehmen wollte. Die Suche nach Alternativen für Ihr Platz ist in vollem Gange. Insolvenzverwalter Werner Schneider prüfe derzeit noch Optionen, hieß es.

Der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Roeb von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hatte sich am Wochenende skeptisch über eine Lösung für die beiden Töchterunternehmen geäußert. "Ich glaube nicht, dass es da noch zu einem positiven Ende kommen wird", sagte er. Der Münchner Finanzinvestor Dubag war am Freitag in letzter Minute abgesprungen, nachdem er sich mit dem Hauptgläubiger, dem Warenversicherer Euler Hermes, nicht einig wurde. Nun werde sich wohl kein neuer potentieller Geldgeber finden lassen, sagte Roeb.

Staatsanwaltschaft prüft Anfangsverdacht

Die Schlecker-Pleite hat auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart auf den Plan gerufen. Die Behörde prüfe, ob die Pleite mit möglichen Straftatbeständen wie Bankrott, Untreue oder Betrug in Verbindung stehe, sagte Sprecherin Claudia Krauth. Es handele sich um ein routinemäßiges Vorgehen bei Insolvenzen. So werde nun in einer sogenannten Vorprüfung geklärt, ob Insolvenzverschleppung vorliegt. Es handele sich dabei nicht um ein Ermittlungsverfahren. Vielmehr prüft die Staatsanwaltschaft, ob ein Anfangsverdacht gegeben sein könnte.

lei/dpa/dapd

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1.
h.hass 11.06.2012
Zitat von sysopDPAEinige Schlecker-Beschäftigte können wieder hoffen: Nach der Pleite der Drogeriemarktkette ist der einst schärfste Konkurrent dm an Filetstücken des Unternehmens interessiert. Es geht um bis zu 80 Ihr Platz und Schlecker-XL-Märkte. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,838221,00.html
Allerdings steht da nicht, dass dm auch die Frauen von Schlecker übernehmen will. Da die Unternehmenskulturen komplett verschieden sind, ist ja nicht gesagt, dass die Schlecker-Mitarbeiterinnen zu dm passen. Bei dm scheint mir das Anforderungsprofil für die Mitarbeiterinnen etwas anspruchsvoller zu sein.
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