Hohe Energiepreise Shell verdoppelt Gewinn

Der Ölkonzern Shell profitiert von gestiegenen Energiepreisen: Der Gewinn im dritten Quartal verdoppelte sich auf fast sieben Milliarden Dollar. Auch beim Konkurrenten BP laufen die Geschäfte gut - das Unternehmen will nun wieder im Golf von Mexiko nach Öl bohren.

Shell-Station in London: Hoher Gewinn dank hohem Ölpreis
AFP

Shell-Station in London: Hoher Gewinn dank hohem Ölpreis


Amsterdam - Europas größter Ölkonzern Royal Dutch Shell kann dank hoher Energiepreise einen enormen Gewinnsprung vorweisen. Das Unternehmen hat im dritten Quartal unterm Strich fast sieben Milliarden Dollar verdient und damit doppelt so viel wie im Vorjahresquartal (3,46 Milliarden Dollar). Höhere Ölpreise und Milliardeneinnahmen aus dem Verkauf einer Raffinerie in Großbritannien trugen zu dem Gewinnsprung bei, teilte Shell Chart zeigen mit.

Der Umsatz stieg um 33 Prozent auf 127 Milliarden Dollar. Zwar ging die Gesamtproduktion bei Öl um zwei Prozent auf 3012 Millionen Barrel pro Tag zurück, doch die hohen Ölpreise machten das wieder wett.

BP darf wieder im Ölpest-Gebiet bohren

Auch der britische Ölkonzern BP hatte am Dienstag einen deutlichen Gewinnanstieg gemeldet. Noch im vorigen Jahr hatte der Konzern wegen Rückstellungen für die Ölpest im Golf von Mexiko erheblich schlechtere Zahlen ausgewiesen.

Doch nicht nur in der Bilanz scheint die Katastrophe langsam zu verblassen. Auch die US-Behörden zeigen sich BP gegenüber wieder wohlgesonnen. Erstmals seit der verheerenden Explosion auf einer Bohrinsel im April 2010 im Golf von Mexiko hat der Konzern wieder eine Genehmigung für eine neue Tiefseebohrung in dem Gebiet erhalten. Das Unglück im vergangenen Jahr kostete elf Menschen das Leben und löste die größte Ölkatastrophe in der US-Geschichte aus.

Die US-Behörden begründeten die umstrittene Entscheidung zur Bohrlizenz damit, dass das Unternehmen seit dem Unglück strenge Sicherheitsvorkehrungen eingeführt habe. Die Förderlizenz bezieht sich den Angaben zufolge auf ein Ölfeld etwa 400 Kilometer südlich des Bundesstaats Louisiana. Am Ort der geplanten Bohrung liege die Wassertiefe bei etwa 1800 Meter.

mmq/dpa-AFX



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onkelbobo 27.10.2011
1. Schon mal was von Kalkulation gehört?
Zitat von sysopDer Ölkonzern Shell profitiert von gestiegenen Energiepreisen: Der Gewinn im dritten Quartal verdoppelte sich auf fast sieben Milliarden Dollar. Auch beim Konkurrenten BP laufen die Geschäfte gut - das Unternehmen will nun wieder im Golf von Mexiko nach Öl bohren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,794336,00.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Handelskalkulation ... = Selbstkostenpreis + Gewinn = Barverkaufspreis ... Falsch: »Profitiert von gestiegenen Energiepreisen ... Gewinn verdoppelt«. Richtig: Der Ölpreis wurde so kalkuliert, DASS Gewinn sich verdoppelt!
Ernesto_de_la_Vita 27.10.2011
2. shell
ist der größte Preistreiber überhaupt, dass sich das lohnt, zeigen die Zahlen. Dank der letzten öffentlichen Bankrotterklärung des Kartellamtes, braucht auch keiner von denen ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Vielleicht hat sogar die Preisfindungsabteilung mehr Personal bekommen, so hat neben dem Finanzministerium auch das Arbeitsministerium Grund zur Freude.
crocodil 27.10.2011
3. Öl
Die Energieunternehmen scheffeln und scheffeln. Was macht unser Kartellamt? Still in die Sitze for.... Ist doch nicht normal, wenn der Heizölpreis so steigt: 2009 - 55 ct 2010 - 65 ct 2011 - 87 ct Bekommen die Rentner jetzt auch 50 % mehr für die letzten 3 Jahre???
baseman 27.10.2011
4. noch schlimmer
Zitat von crocodilDie Energieunternehmen scheffeln und scheffeln. Was macht unser Kartellamt? Still in die Sitze for.... Ist doch nicht normal, wenn der Heizölpreis so steigt: 2009 - 55 ct 2010 - 65 ct 2011 - 87 ct Bekommen die Rentner jetzt auch 50 % mehr für die letzten 3 Jahre???
Ist eigentlich noch viel schlimmer: Gewinn bei 1l Diesel Okt 2009 - 10,8 ct Okt 2010 - 14,1 ct Okt 2011 - 29,1 ct Hat sich ihr Gehalt in den letzten 3 Jahren auch verdreifacht? (Quelle: www.benzinpreis.de)
rolforolfo 27.10.2011
5. Abschöpfen Ende
Zitat von basemanIst eigentlich noch viel schlimmer: Gewinn bei 1l Diesel Okt 2009 - 10,8 ct Okt 2010 - 14,1 ct Okt 2011 - 29,1 ct Hat sich ihr Gehalt in den letzten 3 Jahren auch verdreifacht? (Quelle: www.benzinpreis.de)
Hier ist nicht das Kartellamt gefragt, sondern die Politik. Wenn der Straftatbestand des Wuchers hier nicht erreicht wird, einfach einen neuen Paragraphen beschliessen, der solche Gewinne beim Öl per-se als Wucher ansieht und auch direkt abschöpft. Hier gehts nicht um Luxusartikel sondern um Heizmaterial und Fortbewegunsmittel...
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