Halbierter Gewinn: Neuer Rückschlag für die Deutsche Bank

Bankchefs Fitschen (l.) und Jain: "Gute Ergebnisse geliefert" Zur Großansicht
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Bankchefs Fitschen (l.) und Jain: "Gute Ergebnisse geliefert"

Die Konkurrenz in den USA verdient schon wieder prächtig, die Deutsche Bank kämpft noch immer mit den Lasten der Vergangenheit. Im zweiten Quartal musste sie erneut 630 Millionen Euro für Rechtsstreitigkeiten zurücklegen. Der Gewinn fiel entsprechend dürftig aus.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal weniger verdient als erwartet. Der Vorsteuergewinn lag laut einer Mitteilung der Bank bei 792 Millionen Euro - rund 18 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und sogar 67 Prozent weniger als im ersten Quartal 2013. Dabei hatten die meisten Analysten mit einem Milliardengewinn gerechnet.

Grund für das schwache Ergebnis waren weitere Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten. Bereits zuvor hatte die Bank bereits rund 2,5 Milliarden Euro für Risiken wie den Kirch-Prozess, den Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze und Klagen wegen Hypothekengeschäften in den USA zurückgelegt. Nun erhöhte sie diesen Betrag um weitere 630 Millionen Euro.

Unter dem Strich lag der Gewinn im zweiten Quartal bei 335 Millionen Euro, nur etwa halb so viel wie im Vergleichsquartal des Vorjahres. Dabei galt das schon als eher schwaches Ergebnis. Damals hatte die Zuspitzung der Euro-Krise das Ergebnis im Investmentbanking belastet.

Diesmal lief es im wichtigsten Bereich der Bank zwar besser, die Erträge stiegen dort um knapp zehn Prozent. Mit den Traum-Ergebnissen der amerikanischen Konkurrenz konnte die Deutsche Bank jedoch nicht mithalten.

Das machte sich auch beim Aktienkurs bemerkbar. Zum Handelsstart gab das Papier der Deutschen Bank Chart zeigen mehr als vier Prozent nach.

Die beiden Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain gaben sich in einer ersten Mitteilung dennoch optimistisch. "Im zweiten Quartal haben unsere Kerngeschäftsfelder gute Ergebnisse geliefert", hieß es.

Jain und Fitschen verwiesen zudem auf den neuen Wertekanon, den die Bank in der vergangenen Woche intern eingeführt hatte. Man habe damit "einen wichtigen Schritt auf dem Weg gemacht, die Deutsche Bank beim Kulturwandel in der ersten Reihe zu positionieren. In den kommenden Monaten werden wir zusammen mit den Führungskräften aus allen Bereichen der Bank an der Verankerung dieser Werte arbeiten."

Die Bank kündigte zudem an ihre Bilanzsumme zu verringern. Auf diese Weise wolle man "die Anforderungen in Hinblick auf das Verhältnis von Bilanzsumme zu Kapital" verbessern. Diese sogenannte Leverage Ratio misst den Verschuldungsgrad von Banken und soll nach neuesten Überlegungen von Aufsichtsbehörden künftig stärker bei der Bankenregulierung eingesetzt werden.

Die bereinigte Bilanzsumme könne ohne maßgebliche Auswirkungen auf das Ergebnis um 250 Milliarden Euro oder 16 Prozent gedrückt werden, erklärte die Bank am Dienstag. Bereits in der vergangenen Woche hatte die "Financial Times" berichtet, die Deutsche Bank wolle ihre Bilanzsumme um rund 20 Prozent senken.

stk/Reuters/dpa

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insgesamt 30 Beiträge
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1. ....
Mesrine 30.07.2013
335 millionen euro ein schwaches ergebnis...da sieht man mal, dass nicht aus der krise gelernt wurde. es müssen immer milliarden sein, damit ruhe ist, gell? perverse welt.
2. ....
Mesrine 30.07.2013
335 millionen euro ein schwaches ergebnis...da sieht man mal, dass nicht aus der krise gelernt wurde. es müssen immer milliarden sein, damit ruhe ist, gell? perverse welt.
3. Auf welcher Basis verdient die Konkurrenz so prächtig?
mielforte 30.07.2013
Blüht die Wirtschaft drüben so sehr? Detroit ist also nur eine optische Täuschung? Die Deutsche Bank verhält sich wie das ganze Land. Sie päppelt andere Wirtschaften auf und kommt auf Dauer nicht in den Tritt. Das ist gewollt. Siehe Siemens und andere.
4. warum
sitiwati 30.07.2013
fällt mir da spontan Siemens ein-Ackermann hat bei der DB ungefähr das gemacht, was Löscher bei Siemens gemacht hat.Gewinnmaximierung die in Hose ging, Ackermann ging mit 30.000.000€ in Rente, Löscher bekommt so ungefähr 10.000.000 oder ein bischen mehr !
5. Ja, die dreckigen Zocker in den USA
MHB 30.07.2013
Verdienen prächtig ... und stürzen uns absehbar in die nächste Finanzkrise.
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