Verzicht auf Kontrollen Hollister-Mitarbeiter dürfen allein zur Toilette

Was in den meisten Firmen selbstverständlich ist, mussten Angestellte der Modekette Hollister erstreiten. Sie dürfen künftig auch ohne Begleitung durch Wachleute die Toilette aufsuchen. Die Einigung gilt jedoch bislang nur für eine Hollister-Filiale.

Hollister-Kundin in Stuttgart: Gerichtstermin aufgehoben
DPA

Hollister-Kundin in Stuttgart: Gerichtstermin aufgehoben


Frankfurt - Die Surfermode der US-Kette Hollister gilt als lässig, ihr Verhältnis zu den eigenen Mitarbeitern aber ist alles andere als locker. Bereits im vergangenen Jahr klagte der Betriebsrat der Frankfurter Hollister-Filiale gegen aus seiner Sicht überzogene Kontrollen der Angestellten, zu denen Taschendurchsuchungen und Leibesvisitationen gehörten. Im April einigten sich Unternehmen und Betriebsrat darauf, dass die Überprüfungen bis zum Abschluss einer endgültigen Betriebsvereinbarung nur noch stichprobenartig stattfinden.

Nun konnten der Betriebsrat einen weiteren Erfolg vermelden: Hollister wird die Frankfurter Mitarbeiter vorerst nicht mehr durch Wachleute zur Toilette begleiten lassen. Das Unternehmen habe die Kontrollen eingestellt, teilten Anwälte des Arbeitnehmergremiums am Dienstag mit. Das Arbeitsgericht Frankfurt bestätigte, dass ein angesetzter Gerichtstermin aufgehoben wurde. Der Betriebsrat hatte eine einstweilige Verfügung gegen die Kontrollen beantragt.

Die Einigung gilt nur für die Frankfurter Filiale, auch wenn der Gewerkschaft Ver.di zufolge die Arbeitsbedingungen in anderen Läden der Kette in Deutschland ähnlich sind. Eine weitere Arbeitnehmervertretung gibt es Ver.di zufolge bisher nur in Ludwigshafen. Viele Beschäftigte hätten Angst, dass ihre befristeten Verträge nicht verlängert würden, wenn sie sich im Betriebsrat engagieren. Hollister gehört zum US-Konzern Abercrombie & Fitch.

Das Unternehmen hatte die Kontrollgänge in der Frankfurter Filiale nach Angaben der Anwältin Tania Ihle unter anderem mit Beschädigungen der Toilettentüren begründet. Abercrombie & Fitch war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

dab/dpa



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insgesamt 90 Beiträge
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Seite 1
AlHaqq 20.08.2013
1.
Zitat von sysopDPAWas in den meisten Firmen selbstverständlich ist, mussten Angestellte der Modekette Hollister erstreiten. Sie dürfen künftig auch ohne Begleitung durch Wachleute die Toilette aufsuchen. Die Einigung gilt jedoch bislang nur für eine Hollister-Filiale. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/hollister-mitarbeiter-duerfen-ohne-aufpasser-zur-toilette-gehen-a-917614.html
Einfach mal solche Firmen die sich merkwürdig benehmen (wenigstens) bei uns verbieten. Nächste Prüfung für den gewerbeschein: Alle 10 Jahre.
nano-thermit 20.08.2013
2. Ich bin mit sicher...
...dass die "Beschädigungen" an den Toilettentüren in die Millionen gingen und dass es deshalb rechnerisch lohnenswert war Sicherheitspersonal zum überwachen und kontrollieren der Taschen des Personals, der Klogänge selbiger und andere Kontrollen rechtfertigte. Und bei den niedriegen Preisen von a&f, verstehe ich, dass die klotüren die jährlichen Gewinne stark minimieren. Nicht umsonst muss jedes Marketingopfer in dland diese dämliche Marke tragen.
Antiseptisch 20.08.2013
3. Ach ja!
Nach diesem Artikel sollte im Normal-Fall das Tragen von Bekleidung der Marke Hollister zum Peinlichstes gehören, was es für die anvisierte, ach so coole Zielgruppe gibt. Aber ich gehe davon aus das diese hippen Mitbürger weiterhin fleißig dort einkaufen gehen. Vielleicht könnte man den Dudes und Bettys - wie Hollister Herren- und Damen-Mode so schön trennt - in Zukunft anbieten sie auf die Toilette zu begleitet, damit sie sich auch so cool fühlen können, wie ein Angestellter dieser Firma. :D
schlabbermaul 20.08.2013
4. Unfassbar
Tja, was soll man dazu sagen? Findet dieser "Begleitschutz" beim Toilettengang auch außerhalb von Deutschland statt? Gibt es dort auch beschädigte Toilettentüren? Unfassbar das ganze. Unfassbar ...
solna 20.08.2013
5. Klagewelle
Die Kette der Klagen gegen A&F ist in den USA um einiges laenger und auch belangreicher. Immerhin: hier kann die Gewerkschaft endlich mal beweisen, dass sie Gutes tun kann.
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