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Honigkraut: Danone setzt auf Zuckerersatz Stevia

Er ist dreihundertmal süßer als Zucker und hat kaum Kalorien: Für Lebensmittelkonzerne ist der Süßstoff Stevia ein Wundermittel - Danone führt ihn nun als erstes Unternehmen in Europa ein. In Holland wurde der bekannteste Trinkjoghurt des Unternehmens zur größten Werbelüge gewählt.

Wunderpflanze Stevia: Süß, natürlich, kaum Kalorien Fotos
AFP

Paris - Im Juni bringt der Lebensmittelkonzern Danone in Frankreich einen neuen Fruchtjoghurt auf den Markt. Das Besondere daran: Der Joghurt wird vor allem mit der aus Südamerika stammenden Stevia gesüßt. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Die auch als Honigkraut bekannte Stevia ist rund dreihundertmal süßer als Zucker. Der Reiz dieser Süße liegt darin, dass der Mensch sie zwar schmeckt, der Körper sie aber kaum verarbeitet: Stevia ist also ein fast kalorienfreier Süßstoff.

Weil der Süßstoff einen Nachgeschmack von Lakritze habe, werden dem neuen Fruchtjoghurt aber 2,5 Prozent Rohrzucker beigemischt, teilte Danone Chart zeigen mit. Während Stevia in ihrer Heimat seit Jahrhunderten zum Süßen dient, wurde sie außerhalb Südamerikas erst vor einigen Jahrzehnten eingeführt.

Frankreich hatte im Dezember die Verwendung des Süßkrautes erlaubt - als erstes Land der Europäischen Union. Die Genehmigung der EU-Kommission steht noch aus. Nach einem positiven Bescheid der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA vom April wird damit aber in den kommenden Monaten gerechnet.

Holländische Verbraucher wählen Actimel zur größten Werbelüge

Für den Trinkjoghurt Actimel erhält Danone zum zweiten Mal einen Negativ-Preis der Verbraucherorganisation Foodwatch. Nach den deutschen Verbrauchern 2009 wählten nun auch die Niederländer Actimel zur größten Werbelüge. Bei einer Online-Abstimmung bekam der Trinkjoghurt 37 Prozent der 14.000 Stimmen.

Bart van Opzeeland, Leiter von Foodwatch Niederlande, verlieh Danone dafür das "Gouden Windei 2010" (Goldenes Windei). Danone lehnte den Preis laut Foodwatch ab, der niederländische Geschäftsführer des Unternehmens habe sich jedoch der Diskussion vor den TV-Kameras gestellt.

Foodwatch-Sprecher Martin Rücker sagte: "Der Versuch, einen überteuerten Joghurt als Gesundheitswunder zu verkaufen, ist von den Verbrauchern entlarvt worden." Daraus solle Danone die Konsequenzen ziehen und "solche Mogelstrategien aus dem Geschäftsmodell entfernen".

Danone nennt die Vorwürfe nicht zutreffend und weist sie als "gezielte Verbrauchertäuschung" zurück. Actimel aktiviere nachweislich die Abwehrkräfte, dies sei durch mehr als 30 wissenschaftlichen Studien belegt.

In Deutschland bekam der "Monte Drink" von Zott in diesem Jahr die Negativ-Auszeichnung "Goldener Windbeutel". Das Getränk enthält laut Foodwatch "mehr Zucker als Cola und doppelt so viel Kalorien wie Fanta". 37,5 Prozent der rund 81.500 Teilnehmer wählten das Milcherzeugnis auf Platz eins.

cte/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 10 Beiträge
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1. Danone beim Namen nennen: Nestle
wakaba 25.05.2010
Nur negatives auf den ersten 100 Suchergebnissen. Für wie blöd halten die den durchschnittlichen Konsumenten eigentlich? Für wie gescheitert muss eine solche V-Strategie gelten bevor die Leitung eines Konzerns die Notbremse zieht. http://www.google.ch/search?q=danone+nestle&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a Babykiller, Karies, Diabetes, Fettmacher... die Liste ist endlos. Meinen Kindern bereitet es königliches Vergnügen die Schleimbranche schon im Supermarkt gezielt auszusortieren!
2. Heißhunger?
m.knappe 25.05.2010
Verursacht Stevia eigentlich auch diesen "Phantomzuckereffekt"? Ich meine damit die Reaktion des Körpers auf den süßen Geschmack hin Insulin auszuschütten und damit Unterzucker zu verursachen. Ich vermeide Lebensmittel mit Süßungsmitteln aus diesem Grund.
3. Stevia ist ein natürliches Süssungsmittel
Huuhbär, 25.05.2010
In Japan wird Stevia seit ca. 40 Jahren benutzt und weder sind Menschen vermehrt an Krebs noch an Unterzuckerung dahin gerafft worden. Ich habe eher den Eindruck, gerade weil Stevia ein Multimillarden-Markt erschließen kann. Reissen sich Konzerne jetzt darum um ihre Marktanteile zu sichern, bevor der Verbraucher es überhaupt begreift und die gleichen Monopole entstehen können wie bei der Zucker-Mafia.
4. Anzunehmen!
albgardis 25.05.2010
Zitat von m.knappeVerursacht Stevia eigentlich auch diesen "Phantomzuckereffekt"? Ich meine damit die Reaktion des Körpers auf den süßen Geschmack hin Insulin auszuschütten und damit Unterzucker zu verursachen. Ich vermeide Lebensmittel mit Süßungsmitteln aus diesem Grund.
Ich weiss das auch schon seit den 70ern, weil ich das Glueck hatte, eine potente Heilpraktikerin im Nachbardorf zu kennen, die so etwas wusste und Aufklaerungsarbeit leistete. Diabetes wird auf diese Weise geradezu gezuechtet, und ich moechte wetten, dass die Diabetesepidemie hier in den Staaten garantiert auch mit dem Suesstoff (allen Suesstoffen) zusammenhaengt. Ich bin ganz sicher, dass auch dieses neue "Wundermittel" wieder dieselbe Reaktion im Koerper ausloest, denn so sind wir nun einmal konzipiert: schmeckt die Zunge "suess", geht eine Meldung ans Hirn, von dort ein Befehl an die Bauchspeicheldruese, Insulin auszuschuetten, weil ja schliesslich "suess" geschmeckt wurde. Wenn dann der angeguendigte Zucker am Ende gar nicht kommt (weil es tatsaechlich Natreen, Assugrin, Stevia, Sacharin oder so war), dann ist das Insulin aber trotzdem ausgeschuettet, und wenn man das lange genug wiederholt, kann man sich schon bald ueber eine Diabetes freuen. Ich habe schon lange den Verdacht, dass diese Corporations alle Hand in Hand arbeiten. Hier zum Beispiel gibt es seit Ewigkeiten die Kampagne, dass Kinder in einer keimfreien Umgebung aufwachsen sollen. Ein Desinfektionsmittel, dass in etwa dem deutschen Sagrotan entspricht (Lysol), wird als Haushaltsreiniger excessiv benutzt, und inzwischen gibt es schon feuchte Einmal-Wischlappen, mit denen man alles abwischen soll, was Little Johnny anfassen koennte. So abgeschirmt von jeglichen Keimen, waechst Little Johnny natuerlich ohne Keimkontakt auf und kann daher nie Abwehrkraefte ausbilden. Sehr bald, nach wenigen Jahren, entwickelt Johnny dann Allergien, und damit ist er lebenslanger Dauerkunde bei derselben Firma, die seiner Mutter einst das Lysol verkauft hat. Hier hat "man" seine Allergien (jawohl, Plural!). "My allergies" ist ein Smalltalkthema, und wenn ich sage, dass ich keinerlei Allergien habe, wirklich ueberhaupt gar keine, nicht eine, dann glaubt das niemand. So etwas gibt es naemlich nicht, dass jemand keine Allergien hat, so 'was kennt man ja gar nicht. Ja, so weit ist es hier, und die Industrie tut alles, um diese Trends auch in Europa zu etablieren. Leider wird ja fast alles auch blindglaeubig von Deutschen uebernommen, was von hier kommt. Jedenfalls von der einfachen (mindergebildeten) Einwohnerschicht. Zum Steviafall zurueck: man sollte einmal untersuchen, inwieweit eigentlich eine Verbindung besteht zwischen den Nahrungsmittelproduzenten und den Pharmafirmen, die Diabetesmittel verkaufen. Sage mir niemand, ich sei zu zynisch - die Industrie ist noch hundertmal zynischer, und wenn es moeglich ist, lebenslange Kunden fuer ein Praeparat gezielt zu zuechten, dann tun die das auch!
5. mhm..
royalmitkaese 26.05.2010
Ihnen ist klar dass der einzige Treffer zu Phantomzuckereffekt bei google dieses Forum hier ist? Oder das die Insulinausschüttung nicht durch die Geschmacksrezeptoren der Zunge beeinflusst wird sondern durch den Blutzuckerspiegel? Aber gut, wer braucht schon Beweise irgendeiner Art wenn er "sich sicher" ist und noch dazu "schon lange den Verdacht hat".. Wenn ich eine Cola will kaufe ich das Original, keinen Verschnitt mit Süßstoff und gleich dreimal nicht mit Stevia, nur um das klarzustellen, ich bin kein Süßstoff-Fan, aber die "Argumentationsweise" hier in diesem Forum ist einfach zu oft sehr abenteuerlich. Hauptsache man ist im Alleinbesitz einer schrecklichen Wahrheit über ein Kartell, ob nun Pharma, Lebensmittel oder sonstwas, vor das man den Rest der Menschheit warnen muss..
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