Langjähriger Chef der Kaffee-Kette Howard Schultz verlässt Starbucks

Howard Schultz begann seine Karriere bei Starbucks vor 36 Jahren, er war maßgeblich an der Expansion des Unternehmens beteiligt. Nun zieht er sich zurück - und widmet sich möglicherweise der Politik.

Howard Schultz (2015)
REUTERS

Howard Schultz (2015)


Der langjährige Starbucks-Chef Howard Schultz will sich komplett aus dem Unternehmen zurückziehen. Er ist seit 1982 für die Café-Kette tätig - und wird am 26. Juni auch das Direktorium verlassen und den Verwaltungsratsvorsitz abgeben. Schultz soll anschließend den Ehrentitel Chairman Emeritus tragen. Das teilte das Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss mit.

In einem Brief an Mitarbeiter fachte Schultz die seit Langem kursierenden Gerüchte über eine möglicherweise bevorstehende Karriere in der Politik wieder an. "Ich denke über eine Reihe an Optionen nach, von der Philanthropie bis zum öffentlichen Dienst", schrieb Schultz den Starbucks-Angestellten. "Aber ich bin noch weit davon entfernt zu wissen, was die Zukunft bereithält."

Schultz, 64, ist ein Vertrauter von Ex-Präsident Barack Obama und unterstützte im vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf Hillary Clinton. Während Starbucks unter Schultz' Leitung in der EU stets wegen angeblicher Steuertricks in der Kritik stand, positionierte der Manager das Unternehmen in den USA politisch klar - und zwar betont liberal und weltoffen (mehr zum jüngsten rassistischen Vorfall in einer Starbucks-Filiale in Philadelphia lesen Sie hier). In seinem Brief schreibt Schultz nun, die Mitarbeiter sollten sich daran erinnern, dass Starbucks dann am besten sei, "wenn unsere Filialen und Büros Orte sind, an denen jeder willkommen ist".

Von einem Laden in Seattle zu 28.000 Filialen weltweit

2011 hatte Schultz amerikanischen Politikern Versagen vorgeworfen und sie für die anhaltende Wirtschaftskrise verantwortlich gemacht. Im Interview mit dem SPIEGEL sagte er damals, er versuche, seine prominente Position zu nutzen, um zu sagen, was viele Menschen frustriere. "Wir haben eine echte Führungskrise. Den Politikern beider Parteien ist Ideologie wichtiger als das Wohlergehen der Bürger. Dadurch verspielen sie das Vertrauen und den Kredit, den die USA in der Welt genießen."

Schultz gilt als Schlüsselfigur der rapiden Starbucks-Expansion der vergangenen Jahre. Starbucks Chart zeigen ist innerhalb von vier Jahrzehnten von einem einzigen Laden in Seattle zu einem Kaffee-Imperium mit über 28.000 Filialen weltweit aufgestiegen. Schultz war zunächst von 1987 bis 2000 Konzernchef, er hatte das Spitzenamt dann abgegeben und 2008 wieder übernommen. Im April 2017 trat er als Vorstandschef zurück und kümmerte sich seitdem als Chairman um die Entwicklung eines neuen Premiumgeschäftsbereichs und soziale Initiativen.

Neuer Verwaltungsratschef soll dem Unternehmen zufolge Myron Ullman werden, seine Stellvertreterin wird demnach Mellody Hobson.

aar/dpa/AP



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