HRE Bad Bank kostet Steuerzahler bislang bereits 3,7 Milliarden Euro

Die Rettung der Hypo Real Estate kostet den Steuerzahler viel Geld: Fast 700 Millionen Euro Verlust weist die Abwicklungsanstalt der Bank allein für das erste Halbjahr 2011 aus - das Minus muss am Ende der Staat ausgleichen.

HRE-Zentrale in München: Am Ende steht der Staat für die Verluste der Bad Bank ein
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HRE-Zentrale in München: Am Ende steht der Staat für die Verluste der Bad Bank ein


München - Viele Verbraucher dürften sich nur noch schwach an die dramatische Rettung der Hypo Real Estate (HRE) in den Jahren 2008 und 2009 erinnern - doch immer noch drohen die Altlasten der Immobilienbank die Staatskasse erheblich zu belasten. Die sogenannte Bad Bank, in die das verstaatlichte Institut Risikopapiere eingebracht hat, hat von Januar bis Juni dieses Jahres einen Verlust von 690 Millionen Euro eingefahren. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie ein Minus von drei Milliarden Euro ausgewiesen.

Durch die neuerlichen roten Zahlen der Abwicklungsanstalt namens FMS Wertmanagement ist das ursprüngliche Budget für Verluste beim Abbau des einst 175 Milliarden Euro großen Portfolios so gut wie aufgebraucht: Von den insgesamt 3,8 Milliarden Euro sind demnach nur noch 110 Millionen Euro vorhanden.

Da auch in Zukunft wegen der teils langen Laufzeiten vieler Papiere mit weiteren Verlusten der FMS gerechnet werden muss, wird der Bund wohl bald wieder mit frischem Geld einspringen müssen. Bei neuerlich roten Zahlen stehe der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin in der Pflicht und müsse Geld nachschießen, sagte ein FMS-Sprecher.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sorgten vor allem griechische Papiere für die schlechte Bilanz der FMS. Den Wert dieser Anlagen korrigierte die Bad Bank um 808 Millionen Euro nach unten. Insgesamt hatte die FMS Ende Juni noch Staatsanleihen des überschuldeten Euro-Landes im Nominalwert von 7,2 Milliarden Euro in den Büchern. Dazu kommen weitere Kredite, etwa an griechische Gemeinden, in Höhe von 1,6 Milliarden Euro. Ohne die Griechenland-Belastungen hätte die FMS nach eigenen Angaben allerdings sogar einen Gewinn von 118 Millionen Euro verbucht.

Die Verantwortlichen der Bad Bank sehen aber auch positive Seiten der neuen Zahlen: Es sei erfreulich, dass die FMS bei ihrer Aufgabe vorankomme. So sei das Volumen der abzubauenden Papiere in den ersten sechs Monaten des Jahres um rund 8,7 Prozent auf 160,5 Milliarden gesunken.

fdi/dpa/Reuters

insgesamt 14 Beiträge
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Tolotos 18.10.2011
1. Eigenverantwortung sieht anders aus!
Zitat von sysopDie Rettung der Hypo Real Estate kostet den Steuerzahler viel Geld: Fast 700 Millionen Euro Verlust weist die Abwicklungsanstalt der Bank allein für das erste Halbjahr 2011 aus - das Minus muss am Ende der Staat ausgleichen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,792567,00.html
Und wie viel kassieren diejenigen, die den ganzen Schaden angerichtet haben?
Dietrich Müller 18.10.2011
2. Banken sind für sich selbst verantwortlich
Jede Bank ist verpflichtet, mit ihrem Geld-Haushalt sorgsam umzugehen. Wer das nicht tut, darf keine staatliche Hilfen erwarten. Die Schließung oder teilweise bzw. ganze Verstaatlichung ist dann gegeben. Steuergelder unserer Bürger dürfen keinesfalls den Banken als Hilfe übergeben werden, Das wäre eine volksfeindliche Politik, und dafür haben wir diese Regierung nicht gewählt! Also gegen Unterstützung der liederlichen und selbstversorgerischen Banken!
vantast64 18.10.2011
3. 68er Linke sprachen vom "Staat als Reparaturbetrieb des Kapitalismus",
heute hört man nichts mehr davon, man tut es. Es wäre schön, wenn die selbstgerechten Vertreter des Kapitalismus nicht mehr, wie üblich, auf den Staat schimpfen würden, der ihnen nur lästig ist. Wer reich ist, braucht keinen Staat, die anderen aber wohl. Wie arrogant sprachen sich diese Befürworter für die "kapitalgedeckte Rente" aus, schaut man nach Amerika, sieht man Arbeiter, die ihre Rente durch diese Jongleure verloren haben.
stormy_weather 18.10.2011
4. .
Zitat von sysopDie Rettung der Hypo Real Estate kostet den Steuerzahler viel Geld: Fast 700 Millionen Euro Verlust weist die Abwicklungsanstalt der Bank allein für das erste Halbjahr 2011 aus - das Minus muss am Ende der Staat ausgleichen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,792567,00.html
Aber ich hoffe doch sehr, dass da noch angemessene Boni drin liegen. :->> Hm, bei der HRE liegen die Schrottpapiere der Deutschen Bank trocken unterm Schirm, wobei Herr Ackermann nach der Krise natürlich *nie* staatliche Hilfe in Anspruch nahm. Er hatte der HRE mt seiner "Investition" ja auch nur "geholfen", ritterlich wie er nun mal ist. Und schwupptiwupp! - schon war sein Verlust von knapp 5 Milliarden Euro aus dem 4. Quartal 2008 ausgeglichen!
schweineigel 18.10.2011
5. too big to be real
Da haben die Anleger jahrelang profitiert. Hohe Zinsen - Hohes Risiko. Hohes Risiko - Hohe Zinsen... Durch diese hohen Zinsen haben die Anleger in den vergangenen Jahren ihren Einsatz schon längst wieder reingeholt. Mehr noch: Diese Hazardeure haben die Standards gesetzt. Ehrliche Banken mussten herbe Umsatzeinbußen hinnehmen, weil sie diese Risiken nicht eingehen wollten. So ist dann die HRE so groß geworden. Sie hat immer hart am Abgrund gewirtschaftet und hat den anderen die Geschäfte gestohlen. Und jetzt ist das Wetter schlechter geworden, und die Bank ist "too big to fail". Jetzt wird dieser Riese also wieder gestützt. Demnächst könnte es wieder Aufschwung geben, und dann kann wieder fett abgesahnt werden. Bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt "to big to fail"
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