Geschäfte mit Iran und Drogenmafia: Großbank HSBC zahlt Milliardenstrafe wegen Geldwäsche

Die britische Großbank HSBC transferierte über Jahre fragwürdige Gelder aus Iran, Mexiko oder Saudi-Arabien, nun muss sie dafür zahlen: Das Institut hat sich mit der US-Regierung auf eine Strafe in Höhe von fast zwei Milliarden Dollar geeinigt - eine Rekordsumme.

HSBC-Zentrale in London: Geschäfte mit iranischen Banken streng kontrolliert Zur Großansicht
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HSBC-Zentrale in London: Geschäfte mit iranischen Banken streng kontrolliert

Hongkong - Die Aussage von HSBC-Chef Stuart Gulliver ist ein klares Schuldeingeständnis: "Wir haben gesagt, dass es uns zutiefst leidtut und tun das noch einmal", sagte der Bankmanager am Dienstag. Zuvor hatte sich das britische Kreditinstitut im Zusammenhang mit einem Geldwäscheskandal mit der Regierung in Washington auf eine Rekordstrafe geeinigt. Die HSBC zahlt 1,9 Milliarden Dollar an den US-Staat, das wurde am Morgen offiziell bestätigt.

Ein Ausschuss des Senats hatte im Juli nach einjähriger Untersuchung festgestellt, dass die Bank Kunden über Jahre half, fragwürdige Gelder aus Ländern wie Mexiko, Iran, Saudi-Arabien und Syrien zu transferieren. In den USA werden Geschäfte mit iranischen Banken streng kontrolliert. Aus Angst vor einer Finanzierung des iranischen Atomprogramms werden sie sanktioniert.

Laut Senatsbericht soll die HSBC unter anderem

  • in Saudi-Arabien Geschäfte mit der Al Rajhi Bank gemacht haben - obwohl einige der Inhaber Terroristen finanziert haben sollen.
  • In Mexiko sollen zu den HSBC-Kunden auch Drogenbosse gehört haben.
  • Die Geschäfte mit Iran sollen in nur wenigen Jahren ein Volumen von 16 Milliarden Dollar gehabt haben. HSBC hatte schwere Fehler eingeräumt und auch personelle Konsequenzen gezogen. So musste der Chefaufseher über die Unternehmenskultur ("Head of Compliance"), David Bagley, zurücktreten. Die auf Asien fokussierte, in Großbritannien ansässige Bank hatte zudem Anfang November bereits 1,5 Milliarden Dollar zurückgelegt, um für mögliche Strafen gerüstet zu sein.

HSBC Chart zeigen ist nicht die einzige britische Bank, die wegen ihrer Geschäftspraktiken ins Visier der US-Behörden geraten ist. Wie am Montag bekannt wurde, muss Standard Chartered wegen unerlaubter Geschäfte mit dem Iran weitere 327 Millionen US-Dollar Strafe zahlen. Bereits im Sommer hatte sich Standard Chartered mit der New Yorker Finanzaufsicht auf die Zahlung von 340 Millionen Dollar wegen Sanktionsverstößen geeinigt. Die Bank Barclays erhielt in den USA im Zusammenhang mit dem Libor-Manipulationsskandal eine hohe Geldstrafe.

yes/Reuters/dpa

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1. Was tuts?
Daniel_R 11.12.2012
Wenn die Kosten dann zu hoch werden wird die Bank eh wieder durch unsere Steuergelder gerettet. Also wozu das Ganze? ;)
2. und wer steckt sich dann die 2 Milliarden ein?
Lutz Richter 11.12.2012
vielleicht trägt die USA dann auch mal was zur Euro Schuldenkriese bei? Griechenland könnte das Geld gut gebrauchen.
3. Da sind die Amerikaner besser,
Nörgelkopf 11.12.2012
Zitat von sysopDie britische Großbank HSBC transferierte über Jahre fragwürdige Gelder aus Iran, Mexiko oder Saudi-Arabien, nun muss sie dafür zahlen: Das Institut hat sich mit der US-Regierung auf eine Strafe in Höhe von fast zwei Milliarden Dollar geeinigt - eine Rekordsumme. HSBC zahlt 1,9 Milliarden Dollar Strafe wegen Geldwäsche - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/hsbc-zahlt-1-9-milliarden-dollar-strafe-wegen-geldwaesche-a-872119.html)
wenn die Bundesregierung ihre Gesetze für das Bankwesen im In-und Ausland genau so aufbauen würde, könnten diese Bankster an die Kette gelegt werden. Leider wird aber beim Kaffeeklatsch im Kanzleramt mit den Banken alles intern geregelt. Ich warte darauf, dass die deutschen Banken wegen ähnlicher Geschäfte verdonnert werden, und der deutsche Michel die Strafe zahlt, weil sonst die "Systemrelevante Bank" pleite ist.
4. Eine Entschuldigung,
bluemetal 11.12.2012
ein Rücktritt und viel Bargeld reichen also wie wieder aus. Geldwäsche in diesen Höhen ist eine schwere Straftat, aber in einer bestimmten Einkommenschicht wird nicht mehr bestraft/inhaftiert.
5.
Maya2003 11.12.2012
Zitat von sysopDie britische Großbank HSBC transferierte über Jahre fragwürdige Gelder aus Iran, Mexiko oder Saudi-Arabien, nun muss sie dafür zahlen: Das Institut hat sich mit der US-Regierung auf eine Strafe in Höhe von fast zwei Milliarden Dollar geeinigt - eine Rekordsumme. HSBC zahlt 1,9 Milliarden Dollar Strafe wegen Geldwäsche - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/hsbc-zahlt-1-9-milliarden-dollar-strafe-wegen-geldwaesche-a-872119.html)
Gleich und gleich gesellt sich gern. Wundert sich noch jemand ?
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