Geldwäsche-Skandal: Großbank HSBC zahlt angeblich Rekordstrafe

Mit einer Rekordstrafe legt die britische Großbank HSBC offenbar ihren Geldwäsche-Skandal in den USA bei. Mindestens 1,9 Milliarden Dollar werde das Institut bezahlen, berichten mehrere Medien. Von den Transaktionen der Bank sollen Terroristen und Drogenhändler profitiert haben.

HSBC-Zentrale in London: Das Institut ist in einen schweren Geldwäsche-Skandal verwickelt Zur Großansicht
REUTERS

HSBC-Zentrale in London: Das Institut ist in einen schweren Geldwäsche-Skandal verwickelt

Washington - Die britische Großbank HSBC kann womöglich den Geldwäsche-Skandal in den USA durch die Zahlung einer Rekordstrafe beilegen. Die US-Behörden würden die Einigung am Dienstag bekanntgeben. HSBC werde mindestens 1,9 Milliarden US-Dollar zahlen, berichteten die Nachrichtenagenturen Bloomberg und AP sowie das "Wall Street Journal" am Montagabend unter Berufung auf Kreise. Ein Sprecher der Bank wollte sich mit Verweis auf die Vertraulichkeit der Gespräche nicht zu der Angelegenheit äußern.

HSBC soll über Jahre Geldwäsche unterstützt haben. Aus Ländern wie Mexiko, Iran und Saudi-Arabien sollen HSBC-Filialen Milliarden in die USA transferiert und Drogenhändlern sowie Finanzierern des Terrorismus in die Hände gespielt haben, hatte der US-Senat der Bank vorgeworfen. HSBC hatte im Sommer schwere Fehler eingeräumt und auch personelle Konsequenzen gezogen. So musste der Chefaufseher über die Unternehmenskultur ("Head of Compliance"), David Bagley, zurücktreten.

HSBC Chart zeigen ist nicht die einzige britische Bank, die wegen ihrer Geschäftspraktiken ins Visier der US-Behörden geraten ist. Wie am Montag bekannt wurde, muss Standard Chartered wegen unerlaubter Geschäfte mit Iran weitere 327 Millionen US-Dollar Strafe zahlen. Bereits im Sommer hatte sich Standard Chartered mit der New Yorker Finanzaufsicht auf die Zahlung von 340 Millionen Dollar wegen Sanktionsverstößen geeinigt.

mia/dpa/AP

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1. Mit einer Rekordstrafe legt die britische Großbank HSBC offenbar ihren Geldwäsche-Skandal in den USA bei
einsteinweiter 11.12.2012
Wenn ich mit meinen Fahrzeug eine Straftat begehe bin ich das Fahrzeug los. Begründung Tatwerkzeug, ebenfalls ist es mir nicht mögliche meine Straftat einfach gegen Bezahlung einer Strafe beizulegen, klarer kann einem nicht gemacht werden wo es lang geht in dieser Welt, ich hoffe nur das den Leuten diese Heuchelei immer klarer wird und sie diese Leuten die dafür Verantwortlich sind das verpasst was sie verdient haben.... einen kräftigen Tritt in den Allerwertesten.
2.
runzel 11.12.2012
Sollten die Gewinne aus den Geschäften ca. 900 Millionen Dollar entsprochen haben, wäre die Vereinbarung wohl in Ordnung. Ansonsten nicht. Gesalzene Geldstrafen sind leider die einzige Sprache, die die Geldmenschen verstehen.
3. optional
Uexkuell 11.12.2012
Eine Geldstrafe ist unzureichend. Es wäre wünschenswert, wenn mehr Bänker in engen Gefängniszellen sitzen würden, die nachweislich sich was zu schulden haben kommen lassen. Der Zurückgetretene hat sich zu verantworten. Leider schreckt die Justiz, auch in Übersee, vor solchen spürbaren Strafen zurück. Wozu eine Kuscheljustiz führen kann, lehrt uns jeden Tag das furchtbare Beispiel Großbritanniens. Und auch in unserem Land hat sich eine Klassenjustiz breitgemacht. Ganze Länder und Volkschaften haben sich in die ausweglose Sklaverei der Algorhithmen begeben (was gestern Knight Capital geschehen ist, kann morgen den Staaten blühen.) und hier ist kein einziger Schuss gefallen. Wenn auf die Menschheit noch Hoffnung ist, und diese kann nicht vor dem Erbe unserer tausende Jahre währenden Wanderschaft erlischen, so wird man sich wieder von diesem Joch befreien und sich verwundert fragen müssen, wie es dazu kommen konnte. Ich bin jedenfalls sehr froh, dass die FTD verschwunden ist. Denn sie haben falsch über den ganzen Vorgang berichtet, der zur Beinahe-Auflösung der Knight Capital Group führte. Hier, wie auch dort war die Rede von einer schadhaften Handelssoftware. Aber das ist nicht die Wahrheit. Die Wahrheit ist, dass längst auf dem Markt ein stiller und heimlicher Kampf der besseren Algorithmen tobt. Es sind keine zufälligen Vorkommnisse. Derjenige, der den Code besitzt, der andere Bots täuscht, kann das Geld vom Himmel regnen lassen. Hinter dem Rücken der hart arbeitenden Bürgerschaft geschehen die unverschämtesten Vorgänge.
4.
Pelao 11.12.2012
Manchmal hat man sich schon gefragt: Warum in den hinterletzten mexikanischen Käffern Filialen internationaler Großbanken zu finden sind ... und HSBC ist da nicht die einzige ...
5. In dem Punkt sind uns die USA
buntesmeinung 11.12.2012
eindeutig voraus. Ich wünschte, auch hier könnten Banken wegen gleichgelagerter Verstöße entsprechend zur Rechenschaft gezogen werden!
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