Trotz Geldwäscheskandals: HSBC verdient 8,4 Milliarden Dollar
Europas größte Bank macht 8,4 Milliarden Dollar Gewinn in sechs Monaten - obwohl sie im Zentrum eines gewaltigen Geldwäscheskandals steht. Die HSBC hatte über Jahre Geld aus dunklen Kanälen in die USA geschleust und musste erst kürzlich 700 Millionen Dollar Strafe zahlen.
London - Dubiose Geschäftspraktiken in der Vergangenheit und ein schwaches Europa-Geschäft drücken auf den Gewinn der britischen Großbank HSBC. Unterm Strich jedoch steht noch immer ein sattes Plus: Im ersten Halbjahr verdiente Europas größte Bank 8,44 Milliarden Dollar, wie das Institut am Montag in London mitteilte.
Im Vergleich zum vorigen Halbjahr ging der Überschuss um 8,3 Prozent zurück. Damit verfehlten die Briten die Erwartungen von Analysten. Im Europa-Geschäft schrieb die Bank einen Verlust von 667 Millionen Dollar nach einem Gewinn von gut 2,1 Milliarden vor einem Jahr. Das Institut musste zudem weitere 1,3 Milliarden Dollar zurücklegen - für die Entschädigung von britischen Kunden, die mit Lohnausfallversicherungen falsch beraten worden waren.
Hinzu kamen 700 Millionen Dollar für Strafen wegen des Geldwäscheskandals in den USA. Vor rund zwei Wochen hatte das Institut sein Fehlverhalten offiziell eingeräumt. Ein Bericht des US-Senats hatte zuvor offengelegt, dass die Bank über Jahre Geldwäsche unterstützt hatte.
Verwaltungsratschef Douglas Flint entschuldigte sich am Montag erneut: "HSBC hat in der Vergangenheit Fehler gemacht, die ich sehr bedauere." Dem Untersuchungsbericht des US-Senats zufolge haben HSBC-Filialen über Jahre Milliarden aus Ländern wie Mexiko, Iran und Saudi-Arabien in die USA transferiert und Drogenhändlern sowie Finanziers des Terrorismus in die Hände gespielt.
Über mögliche Auswirkungen des Libor-Skandals um manipulierte Zinssätze im Geldmarkthandel traute sich das Institut noch keine Einschätzung zu. Es sei zu früh, mögliche Auswirkungen zu beziffern.
ssu/dpa-AFX
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