HSH-Affären Aufsichtsratschef Kopper rechnet mit Politik und Justiz ab

Den Job als Aufsichtsratschef der HSH Nordbank hat sich Hilmar Kopper wohl anders vorgestellt. Er fühle sich als "Trümmerfrau, die nun saubermacht", sagt er im SPIEGEL. Zudem attackierte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Staatsanwälte und Landespolitiker: "Da raste ich manchmal aus."

Hilmar Kopper (r.) und Dirk Jens Nonnenmacher: "Formulierungen, die sprachlos machen"
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Hilmar Kopper (r.) und Dirk Jens Nonnenmacher: "Formulierungen, die sprachlos machen"


Hamburg - Lange hat sich Hilmar Kopper mit öffentlichen Aussagen zurückgehalten. Doch im SPIEGEL rechnet der Aufsichtsratschef der HSH Nordbank nun mit den Ermittlungen gegen die angeschlagene Landesbank ab: "Die staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen laufen seit zwei Jahren und haben bisher zu nichts geführt", sagte Kopper. Dies sei ein Trauerspiel für die hiesige Rechtspflege.

Aber auch seine Hauptaktionäre aus den Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein geht der ehemalige Vorstandschef der Deutschen Bank scharf an: "Die Crux der HSH sind die Eigner." Über die "Tonalität" der Landespolitiker sei er "bisweilen schon entsetzt. Da raste ich manchmal auch aus - als Staatsbürger, nicht als Banker".

Auf die Frage, ob er sich als neuen Großaktionär der HSH eine chinesische Staatsbank vorstellen könnte, sagte Kopper: "Warum nicht? In der Not frisst der Teufel Fliegen." Weiter sagte Kopper: "Die Abgabe der Aktienmehrheit durch Hamburg und Schleswig-Holstein würde ich gern beschleunigen."

"Die HSH ist wie ein Schweizer Käse"

Wer die Spinne im HSH-Affärennetz war, scheint für den 75-Jährigen mittlerweile klar zu sein: "Die Spinne heißt Prevent, glaube ich. Im Nachhinein war es wohl ein Fehler, Prevent zu engagieren. Bei allem, was wir jetzt aufdecken: Dauernd stoßen wir auf Prevent. Da kann ja was nicht stimmen."

Kopper glaubt, die Firma habe so unter Druck gestanden, dass sie "meinte, Erfolgsmeldungen produzieren zu müssen". Kopper weiter: "Diese Sicherheitsleute lieben Geheimdienst-Schnurren und halten sich gelegentlich selbst für Agenten."

Prevent hat unter anderem belegen wollen, dass der Vorstand Frank Roth Interna verraten hatte. Der Vorwurf wurde mittlerweile widerlegt, Roth aber zuvor geschasst - für Kopper "eine schlimme Geschichte". Kopper sagte weiter: "Der Vorfall tut mir leid, und ich drücke Herrn Roth mein Bedauern darüber aus." Aber nach wie vor sei die HSH "wie ein Schweizer Käse. Jedes Papier, das hier produziert wird, ist innerhalb von 24 Stunden in den Medien."

Nach SPIEGEL-Informationen hat das umstrittene Detektivunternehmen Prevent für einen "Projekt Shisha" genannten Türkei-Auftrag der HSH weitaus mehr Geld bekommen, als im Beratungsvertrag mit der Bank vereinbart worden war. Das geht aus einem "streng vertraulich" klassifizierten Bericht hervor, den die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG jüngst für die Bank erstellt hat.

Noch-Chef Nonnenmacher könnte vier Millionen Euro kassieren

Dem Report zufolge hatte Prevent mit der Bank für "Shisha" einen Festpreis von rund 250.000 Euro vereinbart. Doch "die Prevent rechnete für ihre Tätigkeit über den im Vertrag vereinbarten Festpreis hinaus weitere Leistungen i.H.v. 932.000 Euro ohne vertragliche Grundlage ab", so KPMG. Weiter heißt es: "Schriftliche Nachweise der abgerechneten Leistungen liegen uns nicht vor."

Kopper sagte in dem SPIEGEL-Interview weiter, er selbst fühle sich in all den Affären "wie die Trümmerfrau, die nun saubermacht". Er wolle aber auch "nicht auf halber Strecke abspringen" und werde nun "länger bleiben, als ich ursprünglich wollte", um den neuen Vorstandschef Paul Lerbinger mit einzuarbeiten, der im März sein Amt antritt.

Zugleich kündigte Kopper an, dass der scheidende Chef Dirk Jens Nonnenmacher noch Anspruch auf Boni habe. Kopper gestand: "In den alten Verträgen gab es Formulierungen, die sogar mich sprachlos gemacht haben."

Nach Informationen des "Focus" erhält Nonnenmacher knapp vier Millionen Euro Abfindung. Darauf hätten sich Kopper und Nonnenmacher geeinigt, berichtete das Magazin. Neben dem Fixgehalt von jährlich 500.000 Euro bis zum Vertragsende im Oktober 2012 umfasse die Summe Ansprüche zur Altersvorsorge zuzüglich bereits aufgelaufener erfolgsabhängiger Boni.

böl/dapd

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Regulisssima 18.12.2010
1. Bemerkenswert
Bemerkenswert, dass Herr Kopper erst im Pensionsalter begreift, dass er in einem Beamtenstaat lebt.
Oscar Madison 18.12.2010
2. Erstaunlich
Zitat von sysopDen Job als Aufsichtsratschef der HSH Nordbank*hat sich Hilmar Kopper wohl anders vorgestellt. Er fühle sich als "Trümmerfrau, die nun saubermacht", sagte er dem SPIEGEL. Gleichzeitig attackierte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank*die Staatsanwälte und Landespolitiker. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,735440,00.html
... wenige Wortmeldungen, obwohl der Begriff "Deutsche Bank" im Artikel vorkommt. Wann wird uns eigentlich klar, dass das Bankenhauptproblem in Deutschland nicht die DeuBa und Co. sind, sondern die korruprten, selbstbedienerischen und politisch kontrollierten Landesbanken. Wann endlich geht die Anti-Stuttgart21-Generation dagegen auf die Straße? Die verhauen DIREKT unsere Steuergelder. Nicht mal über den Umweg von Bürgschaften. Die Verträge machen sie sich selbst, die Posten werden nach Sympathie vergeben. Wenn die Deutsche Bank aber ihre Immobilie in FFM verkaufen will, tobt das SPON-Forum. Fragen über Fragen...
jrwei09 18.12.2010
3. Kopper der Herr der Peanuts
Liebe Freunde, eine solche Prollfigur wie Kopper, der Herr der Peanuts und der Erbe von Willy Brandts-Frau , ist eine Witzblattfigur. Der sollte in die Wüste geschickt werden. Wer sich so uneinsichtig zeigt wie dieser Schlabberonkel ,und dann noch fordert der Steuerzahler solle zahlen, gehört aufs Altenteil. Gruß JW
nicolaus2010 18.12.2010
4. Trümmerfrau?
"Er fühle sich als 'Trümmerfrau, die nun saubermacht'". Aha, "Trümmerfrau". Wo lebt dieser Mensch eigentlich? "Trümmerfrau", wenn ihm zu diesem Bild nichts qualifizierteres einfällt, als seine Arbeit, kann man eigentlich nur sagen: Halt dein M. und mach' deinen Job verdammtnochmal so, wie es sich gehört!
fleischwurstfachvorleger 18.12.2010
5. Ja spinn ich denn??
Zitat von sysopDen Job als Aufsichtsratschef der HSH Nordbank*hat sich Hilmar Kopper wohl anders vorgestellt. Er fühle sich als "Trümmerfrau, die nun saubermacht", sagte er dem SPIEGEL. Gleichzeitig attackierte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank*die Staatsanwälte und Landespolitiker. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,735440,00.html
Wer hat denn den Vertrag mit Herrn Nonnenmacher ausgekaspert? Wer war denn zu dem Zeitpunkt Aufsichtsratschef? Verlangt man nun die zuviel bezahlten 932.000 € von Prevent zurück?? Was ist das eigentlich für ein kriminelles Schmierentheater, was uns da vorgespielt wird??
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