Hamburg - Bei der HSH Nordbank bleibt es turbulent: Marktvorstand Torsten Temp hat im ersten Anlauf offenbar nicht die erforderliche Mehrheit für die Verlängerung seines Vertrags erhalten. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, fehlte dem 52-Jährigen bei einer Abstimmung im Aufsichtsrat die notwendige Zweidrittelmehrheit. Temps Vertrag läuft im Frühjahr 2013 ab.
Temp verantwortet seit Frühjahr 2010 das Kerngeschäft der Nordbank, also etwa die Schiffs- und Immobilienfinanzierung sowie das Firmenkundengeschäft. Ein Sprecher der HSH Nordbank sagte lediglich, über die Verlängerung werde im Januar entschieden. Aus Finanzkreisen verlautete, bei einer ersten Abstimmung im Aufsichtsrat hätten nicht alle Arbeitnehmer für Temp gestimmt.
Temp ist in der Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein der "FTD" zufolge nicht unumstritten. Ihm wird angelastet, dass das Neugeschäft zeitweise nur schleppend verlaufen ist. Die Abstimmungsniederlage kann auch als weitere Schlappe für Aufsichtsratschef Hilmar Kopper gewertet werden. Zwar reicht in einem zweiten Wahlgang die einfache Mehrheit, der Zeitung zufolge könnte aber Temp nun selbst nicht mehr auf die Verlängerung bestehen.
Kopper hatte schon im Herbst deutliche Kritik geerntet, als er im Oktober den Vorstandschef Paul Lerbinger ohne Gründe gefeuert hatte. Spekulationen kamen auf, dass die Bank größere Probleme hat, als öffentlich bekannt ist. Die HSH Nordbank machte jüngst mit der Nachricht Schlagzeilen, dass Ex-Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher dank seines Vorstandsvertrages eine Millionenabfindung behalten darf, selbst wenn er im drohenden Prozess wegen Untreue verurteilt werden sollte.
nck/Reuters
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