HSH-Nordbank-Affäre Staatsanwalt verwirft Nonnenmachers Beschwerde

Es wird eng für HSH-Nordbank-Chef Nonnenmacher. Nach SPIEGEL-Informationen hat der Schleswiger Generalstaatsanwalt eine Beschwerde der Bank zurückgewiesen - und stattdessen den Vorwurf erhoben, dass im Konflikt mit Ex-Manager Roth "falsche Spuren gelegt" worden sein könnten.

HSH-Chef Nonnenmacher: Landesregierungen beraten über seine berufliche Zukunft
dpa

HSH-Chef Nonnenmacher: Landesregierungen beraten über seine berufliche Zukunft

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Hamburg - Für Dirk Jens Nonnenmacher geht es in diesen Tagen um alles. Die Landeskabinette von Schleswig-Holstein und Hamburg wollen in Kürze zusammenkommen, um über die Zukunft der HSH Nordbank zu beraten. In den Sitzungen soll es auch um das berufliche Überleben des Vorstandsvorsitzenden Nonnenmacher gehen.

Und nun noch dies: Die Generalstaatsanwaltschaft des Landes Schleswig-Holstein hat nach SPIEGEL-Informationen eine Beschwerde zurückgewiesen, mit der die Bank gegen die Einstellung von Ermittlungen gegen das frühere Vorstandsmitglied Frank Roth vorgegangen war.

Von vorne. Die Bank hatte Roth im April 2009 fristlos gefeuert - mit der Begründung, er habe Geschäftsgeheimnisse an Journalisten verraten. Deswegen hatte sie Roth auch angezeigt. Schon im Juni stellte die Staatsanwaltschaft Kiel das Verfahren allerdings ein. Stattdessen ging sie gegen Verantwortliche der Bank vor, Vertraute von Nonnenmacher, wegen falscher Verdächtigung von Roth. Die Bank legte dagegen beim Generalstaatsanwalt Beschwerde ein.

"Eine Indiskretion hätte hilfreich sein können"

Diese Beschwerde hat der Generalstaatsanwalt in Schleswig nun zurückgewiesen - und zwar mit deutlichen Worten. Im fünfseitigen Beschluss heißt es: "Vielmehr spricht einiges dafür, dass er (Roth, d. Red.) Opfer einer Aktion geworden ist, mit der falsche Spuren gelegt worden sind." Und weiter:

"Vor diesem Hintergrund trägt auch das vermeintliche Tatmotiv des Beschuldigten Roth nicht. Wenn es dazu heißt, der Beschuldigte Roth habe gewusst, dass der Vorstandsvorsitzende Professor Dr. Nonnenmacher ihn bei nächstmöglicher Gelegenheit habe aus dem Vorstand entfernen lassen wollen, Professor Dr. Nonnenmacher sei mithin die einzige Gefahr für sein weiteres Verbleiben im Vorstand der HSH Nordbank gewesen, dann ergibt dies auch umgekehrt einen Sinn."

Im Klartext: Roth könnte gut Recht haben mit seinem Verdacht, dass die Bankspitze ihn mit Tricks loswerden wollte. Nonnenmacher habe es nämlich "nicht in der Hand gehabt (...), den Beschuldigten Roth zu entlassen", schreibt der Generalstaatsanwalt. Demnach "hätte eine - vermeintliche - Indiskretion des Beschuldigten Roth hilfreich sein können, seine sofortige Abberufung - ohne Abfindung - zu bewirken".

Außerdem beschuldigt der Generalstaatsanwalt Wolfgang Gößmann, Nonnenmacher-Vertrauter und mittlerweile freigestellter Justiziar der Bank, er habe im Rahmen der Ermittlungen in einem Punkt "offenkundig die Unwahrheit gesagt". Gößmann hat stets betont, er sei in keinerlei unrechtmäßige Aktionen verwickelt gewesen.

"Außer einigen Ungereimtheiten kein schuldhaftes Verhalten"

Gößmann hatte Roth in dem ersten Ermittlungsverfahren belastet und war selbst an einer Aktion beteiligt, bei der Roth angeblich Geheimnisverrat nachgewiesen wurde.

Der Einstellungsbeschluss des Generalstaatsanwalts stammt schon vom 18. Oktober, wird aber erst jetzt bekannt. Roths Sprecher Stephan Holzinger teilte mit, durch den Beschluss des Generalstaatsanwalts sei "nicht nur die Unternehmenskommunikation der HSH demaskiert. Auch der Aufsichtsrat hat sich wohl erneut blamiert: Denn spätestens mit der Vorlage des Wilme-Hale-Berichts hätte er nachfragen müssen, wie es denn um die Beschwerde beim Generalstaatsanwalt steht".

Am 21. Oktober war dem HSH-Aufsichtsrat ein Bericht der Anwaltskanzlei Wilmer Hale vorgelegt worden. Laut der Bank ergab sich daraus angeblich, dass es außer einigen Ungereimtheiten kein schuldhaftes Verhalten von Mitarbeitern und Nonnenmacher gegeben habe.

Ein Sprecher der HSH Nordbank sagte nun auf Anfrage zum Bericht des Generalstaatsanwalts, die Bank habe den Einstellungsbeschluss erst am Freitagabend erhalten. Nonnenmacher sei von der Rechtsabteilung der Bank erst am Montag informiert worden.



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
sic tacuisses 26.10.2010
1. Peanuts - Kopper ist so schweigsam ???
Zitat von sysopEs wird eng für HSH-Nordbank-Chef Nonnenmacher. Nach SPIEGEL-Informationen hat der Schleswiger Generalstaatsanwalt eine Beschwerde der Bank zurückgewiesen - und stattdessen den Vorwurf erhoben, dass im Konflikt mit Ex-Manager Roth "falsche Spuren gelegt" worden sein könnten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,725324,00.html
Keine Ehrenerklärung für Nonnenmacher ?
CHANGE-WECHSEL 26.10.2010
2. Bananenrepublik
Zitat von sysopEs wird eng für HSH-Nordbank-Chef Nonnenmacher. Nach SPIEGEL-Informationen hat der Schleswiger Generalstaatsanwalt eine Beschwerde der Bank zurückgewiesen - und stattdessen den Vorwurf erhoben, dass im Konflikt mit Ex-Manager Roth "falsche Spuren gelegt" worden sein könnten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,725324,00.html
So etwas gibt es nur in einer Bananenrepublik, dass sich ein Krimineller auch noch beschweren kann!
esopherah 26.10.2010
3. wenn man keine ahnung hat....
Zitat von CHANGE-WECHSELSo etwas gibt es nur in einer Bananenrepublik, dass sich ein Krimineller auch noch beschweren kann!
Natürlich kann sich jeder gegen beschuldigugnen und einstellungen von verfahren beschweren. Wäre es nicht so, dann wäre es die berühmte banannenrepublik. Früher gabs mal sowas wie logisches denken und gesunder menschenverstand. Das wurde anscheinend durch rtl2 ersetzt...
frubi 26.10.2010
4. .
Zitat von CHANGE-WECHSELSo etwas gibt es nur in einer Bananenrepublik, dass sich ein Krimineller auch noch beschweren kann!
Er kann sich doch beschweren. Mit anderen Verbrechern aus dem Finanzwesen sind wir ja auch ziemlich milde umgegangen. Ich glaube immer noch nicht an Konsequenzen für Dirk. Der lacht sich doch Abends beim Wein schlürfen kaputt.
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