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HSH Nordbank: Bankchef Nonnenmacher ließ Kritiker bespitzeln

Das Sicherheitsunternehmen Prevent hat im Auftrag der HSH-Nordbank ein Quellennetzwerk aufgebaut, um missliebige Kritiker zu beobachten. Nach SPIEGEL-Informationen operierte die Firma geradezu als privater Geheimdienst für Bankchef Nonnenmacher.

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HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher: Sicherheitsfirma mit "Project Silence" beauftragt

Hamburg - Die Prevent AG hat 2009 Dienstleistungen für mehr als sieben Millionen Euro bei der HSH Nordbank und deren Tochterunternehmen abgerechnet. In einem Dokument, das das Unternehmen Anfang dieses Jahres an die HSH Facility Management Holding geschickt hat, geht es um das "Projekt Silence". Unter diesem Decknamen firmierten Sicherheitsmaßnahmen, die Dirk Jens Nonnenmacher direkt betrafen - offenbar fungierte Prevent als Privatgeheimdienst für den Vorstandsvorsitzenden Nonnenmacher.

Dazu zählten "verdeckte Besuche von öffentlichen Veranstaltungen und geladenen Gesellschaften zum Thema HSH". Auch "ein Monitoring aller relevanten Diskussionsforen" schien den Detektiven zum Schutze ihres Klienten erforderlich zu sein - plus "eingehenderer Recherche und Dokumentation, ggfs. auch Identifizierung der besonders auffälligen Blogger, Poster etc.".

Ein HSH-Sprecher rechtfertigt die Überwachungsaufträge damit, dass "mit Beginn des Jahres 2009 die Bank und ihre Mitarbeiter zunehmend massiv bedroht" worden seien. Deshalb habe sich "die Bank entschieden, ein Projekt zum Personen- und Objektschutz aufzusetzen", in dessen Rahmen "kontinuierliche Analysen der Sicherheits- und Gefährdungslage für die Bank sowie deren Vertreter vorgenommen" wurden.

Spitzelnetzwerk zum Schutz der Bank

Punkt 14 der Tätigkeitsfelder des Projekts Silence klingt, als sei er aus einem Jahresplan der Stasi abgeschrieben: "Ausweitung, Pflege und Führung des Quellennetzwerkes." Welche Spitzel in diesem Netzwerk bereits im Einsatz waren und wer hinzugewonnen werden sollte, wird nicht ausgeführt. Prevent ließ mitteilen, das Unternehmen könne Fragen zu Silence nicht beantworten, weil es seinen Mandanten "immer Vertrauensschutz" gewähre und gegenüber Vertragspartnern "zur Verschwiegenheit verpflichtet" sei.

Am 6. Oktober hatten rund hundert Polizisten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kiel in Hamburg, München und Frankfurt die Büros der Sicherheitsfirma Prevent AG durchsucht. Die Fahnder gehen dem Verdacht nach, die Bank könnte im Frühjahr 2009 eine falsche Spur gelegt haben, um ihr Vorstandsmitglied Frank Roth als angeblichen Informanten der Presse zu belasten.

Kurz danach war Roth fristlos gekündigt worden. In Kiel wird die Prevent AG zurzeit als Zeugin geführt. In einem weiteren Ermittlungsverfahren gehört hingegen offenbar ein hochrangiger Prevent-Manager zu den Beschuldigten: Die New Yorker Staatsanwaltschaft untersucht die dubiose Umstände des Rauswurfs des dortigen HSH-Chefs. Hier lautet der Vorwurf, dass dem Filialleiter Kinderporno-Fotos untergeschoben wurden, um ihn entlassen zu können. Prevent bestreitet in beiden Fällen nachdrücklich jedes ungesetzliche Handeln.

Die Ermittlungen berühren auch die Rolle von Nonnenmacher: Nach SPIEGEL-Informationen hat der HSH-Vorstandschef einen Vertrag mit Prevent im Alleingang abgeschlossen und damit allem Anschein nach gegen die Vorschriften der Bank verstoßen. Zwei weitere Verträge mit Prevent waren anderen HSH-Vorständen nicht bekannt.

ore

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1. Warum?
CHANGE-WECHSEL 16.10.2010
Zitat von sysopDas Sicherheitsunternehmen Prevent hat im Auftrag der HSH-Nordbank ein Quellennetzwerk aufgebaut, um missliebige Kritiker zu beobachten. Nach SPIEGEL-Informationen operierte die Firma geradezu als privater Geheimdienst für Bankchef Nonnenmacher. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,723503,00.html
Warum laufen diese Kriminellen eigentlich noch frei herum? Nur weil Nonnenmacher auch pikante Informationen über Politiker und Beamte hat? Und diese nicht wollen, dass die Informationen an die Öffentlichkeit gelangen? Ein Wespennest ist im Vergleich zu diesem kriminellen Filz ein Hort der Gemütlichkeit!
2. Bankchef Nonnenmacher
Saltamontes 16.10.2010
Seltsam, der Nonnenmacher entpuppt sich immer mehr zu dem, wie er aussieht.
3. Da ist der Rechtsstaat gefragt.
titurel 16.10.2010
Es wird wieder Zeit für den Promi-Bonus: Fette Abfindung, moderate Geldstrafe und 2 Jahre Haft auf Bewährung.
4. Nonnenmacher ist ein ganz böser Finger, die ...
Sapientia 16.10.2010
Zitat von sysopDas Sicherheitsunternehmen Prevent hat im Auftrag der HSH-Nordbank ein Quellennetzwerk aufgebaut, um missliebige Kritiker zu beobachten. Nach SPIEGEL-Informationen operierte die Firma geradezu als privater Geheimdienst für Bankchef Nonnenmacher. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,723503,00.html
Kreise um ihn werden enger.
5. ...
John.Moredread 16.10.2010
"Spitze des Eisbergs" würde das ganze nicht treffend beschreiben. Eher "Gipfel der Spitze des Eisbergs". Derartige Maßnahmen sind gang und gäbe in entsprechenden Positionen. Was hier wahrgenommen wird, ist nicht mal nur die Oberfläche, sondern bestenfalls ein Teilausschnitt des Schattens, den die Oberfläche wirft.
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