Kriselnde Landesbank Chinesen und Finanzinvestoren haben Interesse an HSH

Die kriselnde HSH Nordbank könnte amerikanisch oder chinesisch werden: Der Finanzinvestor Apollo und die ICBC-Bank interessieren sich für die Landesbank. Die Politik gibt sich zufrieden.

Zentrale der HSH in Hamburg
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Zentrale der HSH in Hamburg


Die zum Verkauf stehende HSH Nordbank hat das Interesse weltweiter Finanzschwergewichte geweckt. Unter den möglichen Bietern ist laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters auch der US-Finanzinvestor Apollo und die chinesische Bank ICBC. Insgesamt hätten sich eine Handvoll von Interessenten bis zum Ablauf der Frist am Montag gemeldet.

Ein HSH-Sprecher wollte sich zur Zahl der Interessenten nicht äußern. Die Investmentbank Citigroup organisiert den Verkauf für die Mehrheitseigner Hamburg und Schleswig-Holstein. Entgegen anders lautenden Berichten winkt der Rivale NordLB ab. "Wir haben kein Interesse, die HSH Nordbank zu kaufen", sagte ein Sprecher der niedersächsischen Landesbank.

Die bisherigen Interessenten müssen nun bis zum 31. März ein sogenanntes "indikatives", also noch unverbindliches Angebot abgeben. Ab April werden dann die Bieter, mit denen die Länder konkret verhandeln wollen, ausgewählt. Die Bieter können dann in einem streng vertraulichen "Datenraum" interne Zahlen der HSH einsehen.

"Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden", ließ Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) mitteilen. Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) sagte: "Jeder Schritt, den wir auf dem Weg der Privatisierung vorankommen, ist ein guter Schritt für unser Land. Wir können zwar nicht garantieren, dass der Verkauf gelingt, aber wir tun alles, um den Verkauf zu ermöglichen." Es gehe darum, das Landesvermögen zu schonen. Die beiden Bundesländer bürgen mit mehr als zehn Milliarden Euro für die HSH Nordbank.

Die HSH hatte zu erkennen geben, dass sie mit schwierigen Verhandlungen rechnet. Es sei anspruchsvoll, gleichzeitig eine profitable Kernbank und eine defizitäre Abbaubank zu veräußern, sagte Vorstandschef Stefan Ermisch Anfang Februar. Hamburg und Schleswig-Holstein hätten sich deshalb bis zum Jahresende Zeit genommen, um einen oder mehrere Käufer auszuwählen.

Die HSH muss auf Druck der EU-Kommission bis Februar 2018 verkauft werden - sonst wird sie abgewickelt. Die HSH Nordbank besteht aus einer profitablen Kernbank und einer Bad Bank, in der hohe Risiken, unter anderem Schiffskredite, lagern.

man/Reuters/dpa-AFX



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spaceagency 01.03.2017
1. 10 Milliarden Bürgschaft für eine Landesbank
und man spricht von kriselnd....es ist immer wieder Lustig wie die Relationen sind und die Berichterstattung. Werden italienische Grossbanken mit 20 Milliarden gerettet dann heisst es ....das Krisenland Italien zieht alle in die Tiefe....dann zur Unicredit Kapitalerhöhung wird sogar noch drei Tage NACH DEM ERFOLGREICHEN UND VORZEITIGEN ERREICHEN von der Krisenbank gefaselt. Bei den deutschen Landesbanken heisst es dann einfach beiläufig 10 Milliarden Bürgschaft. Ich vermisse immer noch den Beitrag zur Unicredit und damit dass Deutschland dadurch wieder den schwarzen Peter der absolut schlechtesten Banken des Stresstests Europas in den Händen hält.
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