Kriseninstitut HSH Nordbank schreibt 450 Millionen Euro Vorsteuergewinn

Der Verkauf der HSH Nordbank ist beschlossene Sache. Nun meldet die angeschlagene Landesbank für das vergangene Jahr einen Gewinn von 450 Millionen Euro - vor allem wegen aufgelöster Rückstellungen.

HSH-Nordbank-Filiale in Hamburg
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HSH-Nordbank-Filiale in Hamburg


Die HSH Nordbank hat 2015 vor Steuern 450 Millionen Euro verdient. Das sind fast zwei Drittel mehr als die 278 Millionen Euro im Jahr zuvor, teilte die Bank mit. Als Grund für das hohe Gewinnplus nannte die HSH Nordbank die Auflösung von Rückstellungen, die die Bank für künftige Garantiegebühren gebildet hatte.

Das erste Quartal 2016 sei ebenfalls zufriedenstellend verlaufen, auch wenn ein Verlust von 36 Millionen Euro ausgewiesen werde, sagte der scheidende Vorstandschef Constantin von Oesterreich. Dieser Verlust zu Jahresanfang sei auf eine hohe Bankenabgabe zurückzuführen.

Die Aufspaltung und der Verkauf der HSH Nordbank sind beschlossene Sache. Im Oktober einigten sich EU-Kommission und die Regierungschefs von Hamburg und Schleswig Holstein, Olaf Scholz und Thorsten Albig (beide SPD), die angeschlagene Landesbank von faulen Krediten in der Bilanz zu befreien und bis 2018 zu verkaufen. Gelingt das nicht, muss die Bank spätestens 2020 abgewickelt werden.

Weitere Abschreibungen auf Schiffskredite

"Nach einem deutlich positiven Geschäftsjahr haben wir eine gute Basis dafür, den bevorstehenden Eigentümerwechsel mit all seinen Herausforderungen zu gestalten", sagte von Oesterreich. Der überwiegende Anteil des Gewinns entfiel auf die Kernbank. Zugleich hätten weitere Abschreibungen wegen der Schifffahrtskrise auf das für den Verkauf vorgesehene Altportfolio von bis zu 8,2 Milliarden Euro das Ergebnis belastet.

In der Bilanz machen sich die monatelangen Debatten zwischen der EU-Kommission und den Eignern über die Zukunft des Geldhauses bemerkbar. So schrumpfte das Neugeschäft von 9,5 Milliarden auf 8,8 Milliarden Euro. Laut einem Bericht des NDR hatten EU und die Bank die Kredite in der Bilanz unterschiedlich bewertet - dadurch sei sogar die Existenz der Bank in Gefahr gewesen.

Im Zuge des Verkaufs ist vorgesehen, dass die HSH, die wie keine andere deutsche Bank unter der Krise in der Schifffahrt leidet, zunächst faule Kredite mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro in eine Zweckgesellschaft der Länder auslagern. Anschließend sollen weitere Portfolien von 3,2 Milliarden Euro am Markt verkauft werden.

fdi/dpa/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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Georg_Alexander 09.06.2016
1. So, so
die machen jetzt also wieder ordentliche Gewinne. Springen die jetzt auch wieder für ihre faulen Kredite ein? Risiko heißt, es auch zu tragen - oder etwa nicht?
andib81 09.06.2016
2. wohl kaum
erstmal müssen die Prämien an die Mitarbeiter erhöht werden. Wenn dann noch was übrig bleiben sollte, dann... ach nein. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass eine Bank für ihr Verschulden aufkommen muss. Dafür haben wir doch die Gutmenschen in Deutschland.
appenzella 10.06.2016
3. Wer macht Gewinne?
"... faule Kredite mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro in eine Zweckgesellschaft der Länder auslagern." So. da werden den Bürgern Hamburgs und Schleswig-Holsteins dann mal so eben 5000 Millionen au der Tasche geleiert, und wer hat die Bürgschaft unterschrieben? War das nicht Peter "dirty Harry" Carstensen für Schl-Holstein und der schwule Adlige aus HH, Beust oder so, der sich dann kurz darauf mit seinem Lover ins Privatissimè zurückzog? Politiker und Verantwortung, harhar! Das wären ja revolutionäre Verhältnisse - da muß man über den Einsatz der Bundeswehr im Innern wohl noch mal gründlich nachdenken...
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