HSH Nordbank Nonnenmacher geht zum 31. März

HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher muss seinen Posten bis zum 31. März 2011 räumen - die Frage nach seiner möglichen Abfindung blieb offen. Nachfolger an der Spitze der Landesbank wird der Investmentbanker Paul Lerbinger.

Dirk Jens Nonnenmacher: Ablösung im kommenden Jahr
dapd

Dirk Jens Nonnenmacher: Ablösung im kommenden Jahr


Hamburg - Wochenlang wurde über den Zeitpunkt spekuliert, nun steht fest: Dirk Jens Nonnenmacher verlässt die HSH Nordbank zum 31. März 2011. Darauf einigte sich der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am Mittwoch. Zuvor war bekannt geworden, dass der Investmentbanker Paul Lerbinger Nonnenmachers Nachfolger wird. Schon zum 1. März wird Lerbinger Mitglied des Vorstands.

Mit dem 55-Jährigen rückt ein Mann ohne wesentliche politische Erfahrung an die Spitze der Landesbank. Lerbinger hat praktisch seine gesamte Karriere bei Investmentbanken verbracht: Er startete bei UBS Warburg, ging dann zu JP Morgan, ehe er zur Deutschen Bank wechselte - dort arbeitete damals auch Hilmar Kopper, der heutige Aufsichtsratschef der HSH Nordbank.

Bei der Deutschen Bank leitete Lerbinger zuletzt das Geschäft für Aktienplatzierungen im deutschsprachigen Raum, bevor er 2002 als Co-Chef für das deutsche Investmentbanking bei der US-Großbank Citigroup anheuerte. Dort beriet er Konzerne bei deren Fusionsplänen und konzentrierte sich dabei auf die Konstruktion komplizierter Finanzierungsprodukte. Im Sommer dieses Jahres trat er zurück - und zog nach München. Er wollte sich auf die Arbeit in diversen Aufsichtsräten konzentrieren, schreibt die "Süddeutsche Zeitung".

Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, die 85 Prozent der Bank besitzen, hatten Kopper aufgefordert, die Trennung von Nonnenmacher herbeizuführen. Der Bankchef war bei den Haupteignern wegen Hinweisen auf interne Spitzelsysteme in die Kritik geraten.

Zu möglichen Abfindungszahlungen an Nonnenmacher wollte sich die HSH nicht äußern. Er könnte ohne Abfindung von seinem Posten entfernt werden, wenn ihm Pflichtverstöße nachgewiesen würden. Schleswig-Holstein und Hamburg erwarten dies von Kopper - doch der Aufsichtsratschef hatte bislang immer betont, er sehe keine Pflichtverletzungen bei Nonnenmacher. Die Forderung der Landesregierungen seien ein "Rachefeldzug der Politik", sagte Kopper.

Gegen Nonnenmacher wird wegen einer Reihe von Vorwürfen ermittelt, unter anderem wegen umstrittener Finanzgeschäfte der HSH, die vorübergehend die Existenz der Bank bedrohten, und wegen einer Spitzelaffäre, bei der missliebigen Managern fingierte Beweismittel untergeschoben worden sein sollen, um sie ohne Abfindung loszuwerden. Nonnenmacher beteuert seine Unschuld.

hut/dapd/AFP

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Seite 1
RaMaDa 15.12.2010
1. Banker = Verbrecher in Nadelstreifen
Die Antwort auf die Frage blieb offen - warum wohl? Bei der Antwort würde wahrscheinlich jedem anständigen Menschen schlecht werden. Diese Verbrecher in Nadelstreifen haben weder Anstandt noch Moral und werden dafür noch belohnt....
Mocs, 15.12.2010
2. ...
Zitat von RaMaDaDie Antwort auf die Frage blieb offen - warum wohl? Bei der Antwort würde wahrscheinlich jedem anständigen Menschen schlecht werden. Diese Verbrecher in Nadelstreifen haben weder Anstandt noch Moral und werden dafür noch belohnt....
Wäre billiger gewesen ihn an die Wand zu stellen... Gleich mal so als Mahnung für die anderen Jungs aus diesem Zweig der organisierten Kriminalität.
chefkoch1 15.12.2010
3. ...
Zitat von sysopHSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher muss seinen Posten bis zum 31. März 2011 räumen - offen bleibt die Frage nach seiner möglichen Abfindung blieb offen. Nachfolger an der Spitze der Landesbank wird der Investmentbanker Paul Lerbinger. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,734837,00.html
"Zu möglichen Abfindungszahlungen an Nonnenmacher wollte sich die HSH nicht äußern. Er könnte ohne Abfindung von seinem Posten entfernt werden, wenn ihm Pflichtverstöße nachgewiesen würden. Schleswig-Holstein und Hamburg erwarten dies von Kopper - doch der Aufsichtsratschef hatte bislang immer betont, er sehe keine Pflichtverletzungen bei Nonnenmacher... " (ARTIKELAUSZUG) Selbstverständlich erhält Nonnenmacher eine Abfindung. Als ob ihm Pflichtverstöße nachgewiesen werden (sollen). Wer trotz von staatlicher Seite gedeckelter Bezüge in erpresserischerweise auf Zahlung seiner 2,9 Mio. Bonus pocht, der spielt so oder so moralisch in einer anderen Liga. Wie z. B. von Pierer bei Siemens (DER Korruptionsskanda schlechthin), Mehdorn bei der DB (Bespitzelung der Mitarbeiter), Esser beim Mannesmannprozess spielt Nonnenmacher bei den gegen ihn gerichteten Vorwürfen den Ahnungslosen. Kungelein in Hinterzimmern zahlt sich für diesen Abschaum immer aus. http://www.sueddeutsche.de/geld/hsh-nordbank-dirk-nonnenmacher-es-reicht-1.1016412 Ist er wirklich so "ahnungslos", wäre das wohl eine Pflichtverletzung, ist er es nicht und hat tatsächlich seine Vorstandskollegen ausspioniert und fingierte Beweißmittel (Kinderpornografie) untergejubelt, wäre dieses mehr als nur eine Pflichtverletzung. Aber zum Glück gibts in der schwammigen Paragraphenwelt der Anwälte Begriffsdefinitionen, die nichts mit denen fürs Fußvolk allgemeingültigen Aussagen von Begriffen wie "Pflicht", "Moral" und "Ethik" gemein haben. Das schreit doch förmlich nach einem erneuten "Deal", aus dem er in jedem Fall fein raus kommen wird.
RaMaDa 15.12.2010
4. Verbrecher in Nadelstreifen
Zitat von MocsWäre billiger gewesen ihn an die Wand zu stellen... Gleich mal so als Mahnung für die anderen Jungs aus diesem Zweig der organisierten Kriminalität.
Wenn alle Verbrecher aus Politik, Wirtschaft, Gesundheit, etc. an die Wand gestellt würden, dann hätte die Waffenindustrie einen Großauftrag...
sitiwati 15.12.2010
5. er muss
seinen Posten bis zum 31,März räumen, solange darf er noch in der Bank schalten und walten, das ist lustig!
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