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HSH Nordbank: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Chef Nonnenmacher

Die HSH Nordbank sorgt weiter für Schlagzeilen: Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen Bankchef Nonnenmacher wegen des Verdachts der Untreue. Auch über die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells herrscht noch immer Unklarheit.

Dirk Jens Nonnenmacher: Hilft am Ende nur noch Beistand von oben? Zur Großansicht
dpa

Dirk Jens Nonnenmacher: Hilft am Ende nur noch Beistand von oben?

Hamburg - Wird es trotz der Rückendeckung durch Aufsichtsratschef Hilmar Kopper doch noch eng für HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher? Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen den Top-Manager und sieben weitere ehemalige und jetzige Mitarbeiter der Landesbank.

"Am Mittwochvormittag hat sich ein ehemaliger Mitarbeiter der Londoner Filiale der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag. "Die Auswertung der Vernehmung hat dazu geführt, dass man den Anfangsverdacht der Veruntreuung bejaht hat."

Weiter Diskussion über Geschäftsmodell

Auch der Befragte, ein ehemaliger leitender Angestellter, gehöre zum Kreis der Verdächtigen. Der ehemalige Mitarbeiter gilt als eine der Schlüsselfiguren im verlustträchtigen Omega-Geschäft. 2008 musste die Bank deshalb 517 Millionen Euro abschreiben. Ein Sprecher der Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein sagte, die Bank werde die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen rückhaltlos unterstützen.

Für Unruhe bei dem in Schieflage geratenen Institut sorgt weiterhin auch die Diskussion über die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells: Der Finanzmarktstabilisierungsfonds SoFFin will vor einer endgültigen Bewertung prüfen, wie die Eigner die ausstehende Beihilfe-Entscheidung der EU-Kommission umsetzen wollen. Wie der SoFFin am Freitag in Frankfurt mitteilte, ist jedoch sicher, dass aufgrund gesunkener Bonitätsnoten des Instituts "eine Anpassung des zuvor präsentierten Geschäftsmodells" erforderlich sei.

Bank dementiert Verkaufsabsichten

Die Anstalt reagierte damit auf Aussagen von Parlamentariern, denen zufolge der SoFFin das Geschäftsmodell für nicht nachhaltig und zukunftsfähig halte. Zwar habe es am 12. Oktober ein Treffen des parlamentarischen Kontrollgremiums gegeben, bestätigte der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung. Die Erörterungen im Gremium würden jedoch der Geheimhaltung unterliegen. Daher werde zu Spekulationen über die Gespräche keine Stellung bezogen.

Das "Handelsblatt" hatte berichtet, dass die Angaben des Vorstands zur Geschäftsentwicklung viel zu optimistisch gewesen seien. Vor allem die einseitige Ausrichtung auf Schiffsfinanzierungen berge erhebliche Probleme, auf die die Bankenführung bisher keine Antwort gefunden habe. Ein Sprecher der Bank hatte dazu gesagt, der Unternehmensbereich Shipping steht in keinster Weise zur Disposition.

Im November 2008 hatte der SoFFin der Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein eine 30 Milliarden Euro umfassende Liquiditätsgarantie zur Verfügung gestellt.

böl/ddp/Dow Jones Newswires

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Forum - Sollten die Landesbanken geschlossen werden?
insgesamt 307 Beiträge
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1.
H.Ehrenthal, 28.02.2009
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise hat auch die deutschen Landesbanken erreicht, die zum Teil in heftige Turbulenzen geraten sind. Sollte man sie angesichts der Probleme besser schließen?
Schließen wie Tür absperren? Oder in den Konkurs schicken? ALLE Unternehmen in "D", die überschuldet ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können, sind insolvent! Fälle für den Konkursverwalter. Sinnlos, für jede Dönerbude einen eigenen Thread zu öffnen.
2.
E. Rolle, 28.02.2009
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise hat auch die deutschen Landesbanken erreicht, die zum Teil in heftige Turbulenzen geraten sind. Sollte man sie angesichts der Probleme besser schließen?
Andere Frage, ging in Deutschland irgend ein Mensch davon aus, dass diese Landesbanken nicht in die Schieflage geraten? Die ganze Welt ließ unkontrolliert den Casinobetrieb laufen und wegen der gut funktionierenden Nachrichtenlage über zweistellige Gewinnmöglichkeiten, wollten natürlich ALLE mitmachen. Rettet nun die Canzlerin Merkel die HRE, muss konsequent JEDE Bank in Deutschland gerettet werden. Die Canzlerin hat nicht genau erklärt, warum sie die HRE rettet, also kann die nicht geäusserte Logik dann auch für jede Bankklitsche in Deutschland gelten, ob öffentliche oder private Bank. Gleiches Recht für alle, oder gilt das jetzt nicht mehr?
3.
Liberalitärer, 28.02.2009
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise hat auch die deutschen Landesbanken erreicht, die zum Teil in heftige Turbulenzen geraten sind. Sollte man sie angesichts der Probleme besser schließen?
Abwickeln sofort, die Dinger sind nicht systemrelevant und fügen dem Finanzplatz Deutschland immensen Schaden zu, sei Jahren.
4.
M. Moore, 28.02.2009
Zitat von LiberalitärerAbwickeln sofort, die Dinger sind nicht systemrelevant und fügen dem Finanzplatz Deutschland immensen Schaden zu, sei Jahren.
So genommen sind keine Banken mehr systemrelevant, sie machen eh' alle was sie wollen und ordnen sich wegen der ihnen gegeben Liberalität in kein System mehr ein. Daher alle bis auf die Bundesbank schließen und abwickeln, die HRE und Commerzbank zuallererst.
5. Shut down... wir bezahlen nicht die Krise....
Bernhard Fischer 28.02.2009
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise hat auch die deutschen Landesbanken erreicht, die zum Teil in heftige Turbulenzen geraten sind. Sollte man sie angesichts der Probleme besser schließen?
Schließt besser die EZB, die könnte auf Milliardenforderungen aus ihren Refinanzierungsgeschäften mit Geschäftsbanken sitzen bleiben. Danach kann man weiter sehen.....
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