HSH-Skandal Nonnenmacher-Rausschmiss könnte sich verzögern

Neue Volte im HSH-Hickhack: Die Landesbank hält vorerst an Dirk Jens Nonnenmacher fest. Sie will erst prüfen, welche Pflichtverletzungen dem Skandalmanager tatsächlich nachgewiesen werden können. Dennoch soll der neue Institutschef bis zum Jahresende feststehen.

HSH-Chef Nonnenmacher: Chef auf Abruf
dapd

HSH-Chef Nonnenmacher: Chef auf Abruf


Hamburg- Dirk Jens Nonnenmacher wird die Geschäfte der HSH Nordbank vorerst weiterführen. Der umstrittene Vorstandschef der HSH-Nordbank bleibe im Amt, sagte ein Sprecher der Hamburger Finanzbehörde an diesem Mittwoch - zumindest vorerst. Dies gelte zumindest so lange, bis genau geklärt sei, welche seiner Pflichten der Manager bei dem Institut tatsächlich verletzt habe.

Der Sprecher bestätigte damit Angaben des "Hamburger Abendblatts". Die Zeitung hatte berichtet, dass der Gesellschafterausschuss der Anteilseigner beschlossen habe, so zu verfahren. Ursprünglich hätte der HSH-Aufsichtsratsvorsitzende Hilmar Kopper den Vorschlag gemacht, Nonnenmacher vorerst im Amt zu halten. Die größten Gesellschafter der Bank sind die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein.

Der Aufsichtsrat der HSH Nordbank tagt am Donnerstag. Ursprünglich war erwartet worden, dass er auf dieser Sitzung bereits einen schnellen Rauswurf Nonnenmachers beschließt. Jetzt verzögert sich die Entscheidung. Laut "Abendblatt" will Kopper aber noch im Dezember den neuen Vorstandschef und den Zeitpunkt des Führungswechsels bekannt geben. Vermutlich gehe Nonnenmacher frühestens zum Jahreswechsel und spätestens Ende März.

Vor anderthalb Wochen hatte Kopper gesagt, er wolle bis Ende des Jahres einen Nachfolger für Nonnenmacher finden. Man suche nach einem Manager von außerhalb. Es gebe mehrere Kandidaten, die Suche verlaufe gut.

"Er ist hochintelligent und macht einen guten Job"

Schon damals machte Kopper aus seinem Ärger keinen Hehl. Die Forderung der Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein sei ein "Rachefeldzug der Politik", sagte Kopper. "Ihm ist nie verziehen worden, dass er den 2,9-Millionen-Euro-Bonus angenommen hat. Er ist hochintelligent und macht einen guten Job. Ohne ihn wäre die Bank nicht da, wo sie jetzt ist."

Tatsächlich hatte der Manager die angeschlagene Landesbank im dritten Quartal nach drei Jahren wieder in die schwarzen Zahlen zurückgeführt. Im kommenden Jahr soll die Bank insgesamt wieder Gewinne schreiben.

Allerdings wird gegen Nonnenmacher wegen einer Reihe von Vorwürfen ermittelt, unter anderem wegen umstrittener Finanzgeschäfte der HSH, die vorübergehend die Existenz der Bank bedrohten, und wegen einer Spitzelaffäre, bei der missliebigen Managern fingierte Beweismittel untergeschoben worden sein sollen, um sie ohne Abfindung loszuwerden. Nonnenmacher beteuert seine Unschuld.

ssu/dpa-AFX

insgesamt 21 Beiträge
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Pacolito, 01.12.2010
1. Hmm...
Zitat von sysopNeue Volte im HSH-Hickhack: Die Landesbank hält vorerst an ihrem Chef Dirk Jens Nonnenmacher fest. Dabei hatte sie erst vor kurzem angekündigt, der Skandalmanager solle im Eiltempo geschasst werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,732204,00.html
Gleiche Brüder, gleiche Kappen. Nichts anderes erwartet man mittlerweile leider...
Dunedin, 01.12.2010
2. das ist schon ´ne Posse
Habe mich gut amüsiert nach diesem Artikel Die Koalitionsaufkündigung in Hamburg kommt Kopper doch nur gelegen. Zumindestens in HH fühlt sich derzeit keiner mehr verantwortlich und ich möchte wetten das Kopper nie vorhatte sich ernsthaft von Nonnenmacher zu trennen. Kopper ist doch auch jemand der macht was er will, außerdem ... wer will ihm in seinem Alter eigentlich ernsthaft noch was tun ? Alles Peanuts :-)
frubi 01.12.2010
3. .
Zitat von sysopNeue Volte im HSH-Hickhack: Die Landesbank hält vorerst an ihrem Chef Dirk Jens Nonnenmacher fest. Dabei hatte sie erst vor kurzem angekündigt, der Skandalmanager solle im Eiltempo geschasst werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,732204,00.html
Ist doch klar wieso die zu ihm stehen. Der DJ wird schon das auch wissen. Wenn man ihn zum Teufel jagen würde, dann hätte DJ bestimmt die ein oder andere brisante Information über Kopper und Co. Die sitzen doch alle in einem Boot. Und der Hilmar will auf seine letzten Tage nicht mehr durch ein lästiges Verfahren gestört werden. Da wird dann lieber der DJ verteidigt bis aufs Blut.
RainerWahnsinn 01.12.2010
4. Katastrophe
Das ist eine Katastrophe, zeigte aber wie wurscht gewissen Leuten Recht und Gesetz sind.Dr. No wird sich an nichts erinnern können das strafrechtlich von Belang ist, selbst wenn seine Unterschrift darunter ist - man kann ja nicht alles kontrollieren?? - Man schiebt sich die Gelder und Tantiemen auf Kosten des Steuerzahlers hin und her, man unterschreibt Aufträge allein obwohl man nicht dazu berechtigt ist - aber das macht ja nichts - eine Hand wäscht die Andere. Diese Bank hätte man schließen müssen, ganz sicher wäre der Schaden nicht so groß gewesen wie vorausgesagt und vor allem der Steuerzahler wäre eindeutig besser weggekommen - aber so ist weiterhin der Selbstbedienung Tür und Tor geöffnet!!!
inci 01.12.2010
5. oooo
sieht so aus, als hätte ich mich mit meiner prognose nicht geirrt: http://forum.spiegel.de/showpost.php?p=6586197&postcount=9 vielleicht sollte ich es mal als "experte" versuchen...:-))
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