Hygienemängel: McDonald's boykottiert Wiesenhof
Die ständigen Skandale beim Geflügelproduzenten Wiesenhof haben wirtschaftliche Konsequenzen für das Unternehmen. Die Fast-Food-Kette McDonald's will vorerst keine Wiesenhof-Ware mehr abnehmen - aus Angst vor einem Imageschaden.
München - Die angeblichen Hygienemängel in einer Schlachterei des Geflügelproduzenten Wiesenhof haben den Großabnehmer McDonald's aufgeschreckt. "Wir haben unsere Lieferanten angewiesen, kein Fleisch mehr von Wiesenhof zu beziehen", sagte ein Sprecher des Unternehmens der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ").
Grund für diese Entscheidung sei die jüngste Aufregung um eine Schlachterei in Sachsen-Anhalt. Der Betrieb in Möckern war am vergangenen Montag vorübergehend von den Behörden geschlossen worden, wurde inzwischen aber wieder freigegeben. Was genau beanstandet wurde, hatten die Behörden nicht mitgeteilt.
In der Vergangenheit hatte es häufiger Vorwürfe gegen Deutschlands größten Geflügelproduzenten gegeben. Von Schimmelbefall in der Schlachterei, Problemen in der Kühlkette, Tierquälerei und Antibiotika-Missbrauch war die Rede. Wiesenhof weist die meisten Vorwürfe zurück.
McDonald's ist nicht der erste Großabnehmer, der auf die Skandale bei Wiesenhof reagiert. Im vergangenen Jahr hatten laut Presseberichten bereits die drei Schweizer Supermarktketten Migros, Coop und Denner angekündigt, vorübergehend auf den Kauf von Wiesenhof-Produkten zu verzichten.
Der Abnahmestopp von McDonald's sei befristet, sagte der Sprecher der Fast-Food-Kette der "SZ". "Wir wollen Wiesenhof Zeit geben, die Vorfälle gründlich aufzuklären." Ziel des Stopps sei es, einen Imageschaden für McDonald's durch die Vorwürfe gegen Wiesenhof zu verhindern. "Sobald Wiesenhof glaubhaft darlegen kann, dass berechtigte Beanstandungen aus der Vergangenheit künftig ausgeschlossen werden können", wolle McDonald's prüfen, ob Wiesenhof wieder als Vorlieferant zugelassen werden kann.
Nach eigenen Angaben bezog McDonald's bislang etwa drei Prozent seines in Deutschland verkauften Geflügelfleischs von Wiesenhof. Die Geschäfte liefen laut "SZ" allerdings über den Zwischenhändler OSI Food Solutions.
stk/dapd
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