Milliarden-Kosten: EU genehmigt Abwicklung der Hypo Alpe Adria

HGAA-Bank in Klagenfurt: Verkauf der Österreich-Tochter bereits vereinbart Zur Großansicht
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HGAA-Bank in Klagenfurt: Verkauf der Österreich-Tochter bereits vereinbart

Rund drei Milliarden Euro hat Österreich schon in die Hypo Alpe Adria gepumpt, bis zu 5,4 Milliarden Euro mehr könnten folgen. Die Europäische Union genehmigte den Abwicklungsplan für die kriselnde Bank, mit dem ein Horrorszenario abgewendet wurde.

Wien - Die EU hat Österreich die Abwicklung der verstaatlichen Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) nach langem Streit genehmigt. Den österreichischen Steuerzahler könnte der Verkauf der früheren BayernLB-Tochter aber teuer zu stehen kommen. Bis 2017 kostet die Abwicklung der Hypo Alpe Adria im schlimmsten Fall weitere 5,4 Milliarden Euro. Laut Österreichs Finanzministerium könnte die Bank in einem realistischen Basisszenario in den kommenden Jahren 2,6 Milliarden Euro benötigen.

Bis Ende 2012 hatte Österreich schon rund drei Milliarden Euro in die marode Bank investieren müssen. Eine sofortige Zerschlagung der HGAA hätte rund 16 Milliarden Euro gekostet. "Mit der positiven Entscheidung der EU konnten wir dieses Horrorszenario abwehren", sagte Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP).

Österreich versucht, die potentiellen Kosten zu verringern und setzt dabei auf eine separate Abwicklungseinheit, in die die HGAA ihre faulen Kredite und nicht verkaufsfähige Geschäftsbereiche auslagert. An dieser Abbaubank könnten sich auch andere Institute beteiligen, sagte Hypo-Aufsichtsratschef Klaus Liebscher. Zudem hofft das Institut auf einen erfolgreichen Verkauf seines Südosteuropa-Geschäfts. Welche Kosten im Zuge der Hypo-Abwicklung tatsächlich auf Österreich zukommen, ist also weiterhin unklar.

Die Bank muss sich laut der neuen EU-Vorgabe bis Ende 2015, und damit erst zwei Jahre später als ursprünglich vorgesehen, von seinem Südosteuropa-Geschäft trennen. Das kriselnde Italien-Geschäft soll abgewickelt werden, der bereits vereinbarte Verkauf der Österreich-Tochter bis Ende 2013 über die Bühne gehen. Ein Großteil der künftigen Staatshilfen dürfte im laufenden Jahr fließen: Ohne die geplante Abbaubank geht es nach Angaben des Finanzministeriums um eine Summe von 1,9 bis drei Milliarden Euro. 700 Millionen Euro davon erhält die HGAA bereits für ihre Halbjahresbilanz.

max/Reuters/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Omnia
h.vonbun 03.09.2013
Das darf doch alles nicht wahr sein! Wann werden endlich die Banken in ihre Schranken verwiesen? Die Sparer legen ihre Gelder in Sparkonten an und die Banker verzocken es dann. Wo bleibt der Unterschied zwischen einer Spar-und Spielbank? Bei Dispozinsen will keiner die Wucherzinsen bei Überziehungen bekritteln. Und keiner macht den Mund auf! - Und Mutti bekennt sich wieder: Mit den Banken kenne ich mich nun schon gar nicht aus. Habe mein Konto noch nie überziehen müssen! Eine Peinlichkeit jagt die andere! Wie lange noch??
2.
noepel 03.09.2013
...wenn wir pech haben,noch (mindestens) weitere 4 Jahre!!!! ;) Wer sich mal die "Eupoly"-Doku angesehen hat, der kann sich ungefähr vorstellen, welche Dimensionen das Ganze noch nehmen kann. Und da wir ja gerade Wahlkampf haben, das ist die Richtung, die die derzeitige Regierung marschiert...na schönen Dank auch!!!
3. Hätte man billiger haben können
tromsø 03.09.2013
Indem man zu Beginn der Krise massiv geholfen hätte. Siehe UBS: sowohl der Staat mit seinen 6 Milliarden (Kapitalerhöhung), wie auch die Nationalbank mit 60 Milliarden (Bad Bank Risikoübernahme) haben grosse Gewinne gemacht. Die Schweizer Regierung wurde gescholten, weil sie Gesetze für sich in Anspruch nahm, die sonst nur in Kriegszeiten angewendet wurden. Heute ist man hinter der Hand dankbar, auch ich, ein entschiedener Gegner dieser Hilfen, damals natürlich. Jetzt schaue ich nach Resteuropa, Eurozone natürlich, und denke mir: alles Dilettanten. Speziell in Spanien schlummern Jahre nach Beginn der Krise gigantische Kreditrisiken. Was wird gemacht? Auf die Bankenunion gewartet, sprich Michel zahlt mit
4. .
TS_Alien 03.09.2013
Bei der Abwicklung einer Bank spielen die Forderungen der Bank und ihre Schulden eine Rolle. Sollten mehr Schulden als Forderungen vorhanden sein, kann die Bank höchstens mit ihrem Eigenkapital die Schulden bedienen. Mehr ist gar nicht vorhanden. Bei der HAA kommen so sicherlich keine 16 Milliarden zusammen, wie es im Horrorszenario beschrieben ist. Anders gesagt: jemand schuldet der HAA ziemlich viel Geld und möchte es bei einer sofortigen Abwicklung der HAA nicht auf einen Schlag zurückzahlen müssen. Handelt es sich dabei um ein Bundesland? Wäre doch denkbar. Ein Bundesland kauft eine Bank bzw. bringt die Bank unter eigene Kontrolle und kann so legal über die Bank virtuelles Geld aus dem Nichts zaubern und sich dieses Geld über einen Kredit günstig auszahlen lassen.
5. Etwas genauer hinschauen bitte...
Sique 03.09.2013
Zitat von h.vonbunDas darf doch alles nicht wahr sein! Wann werden endlich die Banken in ihre Schranken verwiesen? Die Sparer legen ihre Gelder in Sparkonten an und die Banker verzocken es dann.
Im Falle der Hypo Alpe-Adria ist es komplizierter. Es handelt sich dabei um die Kärntner Landesbank. Mit den faulen Geschäften wurden einige der Projekte des damaligen Landeshauptmannes Jörg Haider finanziert. Als die Bank zu kippen drohte, wurde sie schnell an die Bayern LB weiterveräußert, die das Geschäft rückabwickelte, als die Schieflage der Hypo Alpe Adria bekannt wurde. Seitdem steht die Republik Österreich vor dem Problem, dass die Rechnungen, die Jörg Haider damals an die Hypo Alpe-Adria wegschob, irgendwann doch bezahlt werden müssen.
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