Hypo-Alpe-Adria-Pleite Gläubiger lehnen 75-Prozent-Rückzahlung ab

Kärnten bietet den Gläubigern der Hypo Alpe Adria an, drei Viertel der Schulden zurückzuzahlen. Doch die bleiben hart: Die Österreicher sollen ihren Verpflichtungen im vollen Umfang nachkommen.

Hypo Alpe Adria: Kärnten haftet für Anleihen der Nachfolgerin Heta
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Hypo Alpe Adria: Kärnten haftet für Anleihen der Nachfolgerin Heta


Das österreichische Kärnten sitzt seit dem Finanzdebakel um die Hypo Alpe Adria auf einem Schuldenberg. Und den wird das Bundesland so einfach nicht los: Die Gläubiger der einstigen Krisenbank haben das Angebot Kärntens, 75 Prozent der geforderten Summe zurückzuzahlen, entschieden abgelehnt.

Kärnten sei zahlungsfähig und könne seinen Verpflichtungen in vollem Umfang nachkommen, begründeten die Gläubiger ihre Entscheidung. Zu der Gruppe, die um mehrere Milliarden Euro kämpft, gehören die Commerzbank und die sogenannte Bad Bank der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate.

Kärnten hatte die riskante Expansion der Hypo Alpe Adria, die früher einmal zur BayernLB gehörte, mit Landeshaftungen unterstützt. Ihre Reste wurden nach Milliardenverlusten in einer Abwicklungsanstalt namens Heta gebündelt, die ebenfalls aufgelöst werden soll.

Die Abwicklung der Hypo-Nachfolgerin Heta zählt zu den größten Schuldenschnitten bei einer europäischen Bank. Kärnten haftet für Anleihen der Heta in Höhe von elf Milliarden Euro.

Das Bundesland sieht sich aber nicht in der Lage, das Geld vollständig zurückzuzahlen. Ein Rückkauf zum vollen Wert, wie ihn viele Gläubiger verlangen, würde für das Land Kärnten die Insolvenz bedeuten, sagte eine Sprecherin. Die Gläubiger bezeichneten diese Darstellung als unverantwortlich.

Die Kärntner Hypo Alpe Adria hatte sich jahrzehntelang mit Garantien des Landes Kärnten Geld günstig von Investoren geholt und dieses in den Ausbau ihres Balkan-Geschäftes gesteckt. Doch die Expansion ging schief und die Bank geriet in Finanznöte. 2014 wurde der Konzern zerschlagen und die Abbaugesellschaft Heta geschaffen. Im Gegenzug für die staatlichen Subventionen verlangten die EU-Wettbewerbshüter den Verkauf der ehemaligen Hypo-Töchter in Südosteuropa.

brk/dpa



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