Hypo Alpe Adria Finanzwächter ordnen Schuldenschnitt über 6,4 Milliarden Euro an

Die Gläubiger der Skandalbank Hypo Alpe Adria müssen vorerst auf mehr als die Hälfte ihrer elf Milliarden Euro verzichten. Die österreichische Finanzmarktaufsicht hat einen Schuldenschnitt angeordnet.

Logo der Hypo Alpe Adria
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Wenn es nach der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) geht, müssen die Gläubiger der ehemaligen Skandalbank Hypo Alpe Adria enorme Verluste hinnehmen. Nach dem am Sonntag von der Behörde verkündeten Schuldenschnitt sollen sie auf insgesamt 6,4 Milliarden Euro verzichten. Diese Summe dürften die Investoren nun beim Bundesland Kärnten einfordern, das Haftungen für die Papiere übernommen hat.

Laut Berechnungen der FMA hat die inzwischen in eine Bad Bank namens Heta umgewandelte Pleitebank derzeit Verbindlichkeiten in der Höhe von 11,1 Milliarden Euro. Konkret sollen Besitzer vorrangiger Anleihen 54 Prozent verlieren, bei nachrangigen Anleihen gehen sogar 100 Prozent verloren, teilte die FMA mit. Zinszahlungen ab dem 1. März 2015, dem Beginn des gesetzlich verordneten Zahlungsstopps, werden außerdem komplett gestrichen. Die Fälligkeit aller Anleihen wird bis Ende 2023 gestreckt.

Von der Entscheidung sind auch viele deutsche Banken und Versicherungen betroffen, unter anderem die Commerzbank Chart zeigen, die HypoVereinsbank, die Allianz Chart zeigen, der Rückversicherer Munich Re Chart zeigen und die NordLB. Das Bundesland hatte den Gläubigern angeboten, die Heta-Papiere für 7,8 Milliarden Euro zurückzukaufen. Die Gläubiger hätten dann auf mehr als drei Milliarden Euro verzichten sollen - unter anderem die Commerzbank pochte aber auf eine vollständige Rückzahlung.

Damit droht ein weiterer jahrelanger, teurer Rechtsstreit. Schon bisher sind mehrere hundert Millionen Euro an Anwälte und Gutachter geflossen. Das mit nur 500.000 Einwohnern und einem Landesetat von rund drei Milliarden Euro stark verschuldete Bundesland Kärnten sieht sich nicht zur Rückzahlung der von ihm verbürgten Gelder verpflichtet - und auch nicht in der Lage. "Ob, wann und in welchem Umfang sich Gläubiger an das Land Kärnten wenden können, haben die zuständigen Zivilgerichte zu klären", heißt es dazu im Bescheid der FMA.

Die Hypo Alpe Adria gehörte von 2007 bis 2009 zur BayernLB. Vor und in dieser Zeit hatte sie sich mit einem durch Bürgschaften des Bundeslandes Kärnten abgesicherten Expansionskurs auf dem Balkan verspekuliert. Von dem nun verfügten Schuldenschnitt ist die BayernLB nicht mehr betroffen. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen hatte Bayern im vergangenen November einen Vergleich über gut 1,2 Milliarden Euro mit den Österreichern geschlossen.

fdi/Reuters/dpa

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